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"Bumm, zack, iiiin di Goschn": Five Finger Death Punch kommen nach Wien

07.05.2026 von Stefan Baumgartner

"Bumm, zack, iiiin di Goschn": Five Finger Death Punch kommen nach Wien. Denn: Zwanzig Jahre ihres Debütalbums "The Way Of The Fist" gehören gefeiert - und zwar mit Lamb Of God und Bleed From Within!

Kennt wer noch die alte Kabarett-Truppe Die Hektiker, mit Mini Bydlinski, Werner Sobotka, Wolfgang Fifi Pissecker und Florian Scheuba? Von denen gibt es diesen wunderbaren Sketch, in dem der fiktive österreichische Ringer Rene Rattel vor einem Kampf im ORF zum Interview geladen ist und dabei den wundervollen Satz droppt: “I brack eam glei ane! Bumm, zack, iiin di Goschn!”

Dieser ur-wienerische Satz könnte in seiner plakativen Ausdrucksstärke jedoch nicht nur als taktische Kampfbeschreibung des Ringers gelesen werden, sondern zweifelsohne auch eine knappe, dabei aber überaus pointierte Rezension von “The Way Of The Fist” darstellen: Das Debüt-Album der amerikanischen Nu-Thrash-Legenden Five Finger Death Punch erschien 2007 - zeitgleich mit etwa “Alpha” von Sevendust, “The Blackening” von Machine Head, “The Last Kind Words” von DevilDriver, “Untitled” von Korn, “The Somatic Defilement” von Whitechapel, “The Ills Of Modern Man” von Despised Icon, “Count Your Blessings” von Bring Me The Horizon und “The Cleansing” von Suicide Silence.

Bereits auf ihrem Debütalbum vermischten Five Finger Death Punch gekonnt den Wumms vom Metalcore mit der Eingägigkeit von vergleichsweise kommerziellen Metal - irgendwo zwischen Doublebass und melodischem Gesang, wie es eigentlich auch von Machine Head und Robb Flynn kommen könnte. Insbesondere aber auch ein Querverweis zu den Slipknot-Alben “Vol. 3: (The Subliminal Verses)” und “All Hope Is Gone” scheint bei Five Finger Death Punch durchaus angebracht - ebenso liegen Vergleiche zu Trivium und Pantera am Tisch, wobei man FFDP darauf nicht reduzieren sollte - dafür klingen und klangen sie schon immer viel zu einzigartig.

Ganz egal, ob gleich der infernalische Einstieg mit “Ashes”, dem Titelsong und “Salvation”, oder auch die Leadsingle “The Bleeding”, das Riffmonster “White Knuckles” oder der krönende Abschluss “Meet The Monster”: Die Leads sind himmelhochjauchzend, die Breakdowns fetter als “Deine Mutter”-Witze - während die Refrains sogar eben diese Mutter bei der Hausarbeit locker mitflöten könnte, mit dem Besen als Behelfs-Gitarre.

Seitdem sind nun bereits 20 Jahre die Donau hinabgeflossen, aktuell stehen FFDP bei Album Nummero 9, “AfterLife”, das 2022 erschien - und waren dabei auch in Österreich immer wieder ein gern gesehener Gast: Bereits vier Mal spielten sie am Nova Rock (2013, 2015, 2017, 2022), ebenfalls mehrmals im Gasometer und der Wiener Stadthalle. Und nun schicken sie sich an, Österreich erneut zu besuchen - zu Jahresanfang zu den Feierlichkeiten von “The Way Of The Fist” und ihrem Bestehen seit zwei Jahrzehnten.

Die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum von Five Finger Death Punch gingen bereits im vergangenen Jahr los, und zwar in Form von zwei umfassende Greatest Hits Collections, mit neu aufgenommenen Versionen ihrer größten Banger. Hintergrund ist der Verkauf der ursprünglichen Masteraufnahmen durch ihr ehemaliges Label – ohne Wissen der Band und ohne Möglichkeit, die Rechte zurück zu bekommen. Mit den Neuaufnahmen wollte die Band diesen Rückschlag in etwas Positives verwandeln und gleichzeitig eine Hommage an die Songs und ihre Fans schaffen, also quasi so wie Taylor Swift mit den “Taylor's Version” ihrer früheren Alben.

Die anstehende Tour wird also eine Zeitreise durch zwei Jahrzehnte - und noch dazu mit einem hammerstarken Support: Erst im März haben Lamb Of God ihr elftes Album “Into Oblivion” veröffentlicht - ein Album mit einer kantigen, fast stoisch vorwärtsdrückenden Wucht, die dereinst Pantera auf “Far Beyond Driven” 1994 etabliert haben. Egal ob “The Killing Floor” oder “Blunt Force Blues”: Wie auch bei FFDP gibt es hier mörderische Präzision, mit Riffs die durch Mark und Bein gehen, während eine Nummer wie “Sepsis” gar als kranke Psycho-Nummer beginnt und schließlich in ein Slayer-Geschoss mutiert! Allerdings gibt es auch eine große Überraschung: Die Power-Ballade “El Vacio”, die in ihrer dynamischen Vielschichtigkeit sogar Erinnerungen an Alice In Chains in deren Hochphase erinnert.

Die schottischen Opener Bleed From Within ließen erst vergangenes Jahr mit ihrem siebten Album “Zenith” erneut die Fäuste fliegen und knallten uns ein Album vor den Latz, das nicht nur nach dem Abriss “Shrine” die Messlatte ein weiteres Stück höher legte, sondern zudem ein Album, das in seinem präzisen Groove einfach alles zerstörte, was sich ihm in den Weg stellte: Da blühte kein Gänseblümchen mehr. “Violent Nature”, so der Titel des Openers, war hier definitiv Programm: Mit Versatzstücken aus dissonantem Metalcore und kolossalem Extreme Metal direkt aus dem Erdkern wurde ihr “Zenith” geschmiedet, eine Ode an die Nichtigkeit des Lebens.

In dem Sinne: “Bumm, zack, iiin di Goschn!”


Live-Termine


Five Finger Death Punch - "20th Anniversary World Tour"

14. Februar 2027 | Wien, Wiener Stadthalle D
Tickets gibt es ab Freitag, 8. Mai um 10 Uhr!


Infos auf dem Stand vom 07.05.2026  

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