1991 haben die Norweger Darkthrone mit "Soulside Journey" als Einstand ein Death-Metal-Album abgeliefert, das gänzlich im Zeichen der "schwedischen Schule" und Namen wie Carnage, Nihilist und Entombed stand. Aber bereits mit dem zweiten Album stieß man mit einer deutlichen, bis dato nie zuvor gehörten Stilkorrektur die Kreativverantwortlichen ihres Labels Peaceville vor den Kopf: "A Blaze in the Northern Sky" gilt als die Geburtsstunde des urtypischen, norwegischen Black Metals - der dank Namen wie Burzum und Mayhem, zahlreichen Mord- und Suizidfällen, sowie Kirchenanzündungen nur wenig später traurige Berühmtheit erlangen sollte. Im selben Stil folgten noch "Under a Funeral Moon" und "Transilvanian Hunger" - bevor man sich sukzessive mehr und mehr von den dominanten Black-Metal-Wurzeln entfernte. "The Cult is Alive" (2006) war nicht nur das erste Album - der mittlerweile auf den kreativen Kern, auf Fenriz (Schlagzeug, Bass, Gitarre, Gesang) und Nocturno Culto (Gesang, Gitarre, Bass) geschrumpften Formation -, das in den norwegischen Charts einstieg, sondern auch das erste, auf denen das Duo seine Leidenschaft für Punk und klassischen Heavy Metal deutlich auslebte und freien Lauf ließ - eine
frenetische Leidenschaft, die nicht nur auf den Folgealben bis zum Exzess exerziert wurde, sondern seit 2009 auch im
Band of the Week-Blog, ab 2015 auch im unregelmäßigen
Internet-Podcast von Fenriz akustisch, allmonatlich schriftlich im deutschen
Deaf Forever Magazin nachverfolgt werden kann.
Ja, mittlerweile gibt es seit 2010 mit dem
Live Evil in London sogar ein Tribut-Festival an Fenriz (!) - ein alljährliches Underground-Happening, das 2016 erstmals sogar einen Ableger am europäischen Festland verbuchen konnte: Zusätzlich zur britischen Hauptstadt findet unter selben Namen die Konzertreihe, auf der nur "obskure" Bands (die Fenriz in seinem Podcast promotete oder promoten würde) spielen dürfen, auch in der deutschen Hauptstadt
Berlin statt. Bereits die erste Edition - mit Manilla Road, Antichrist, Occvlta, Bulldozer und vielen anderen - war restlos ausverkauft, an der Fortsetzung für das Frühjahr 2017 wird bereits fieberhaft gearbeitet, während im Oktober noch die sechste UK-Edition mit Bands wie Pentagram, Girlschool und Destroyer 666 über die Bühne geht.
Musikalisch war es aber lange ruhig um Darkthrone - ein künstlerisches Kollektiv mehr als Band: Geschweige denn, dass seit Jahrzehnten keine Touren oder auch Einzelkonzerte mehr gespielt werden - selbst wenn Unsummen für Auftritte wie zum Beispiel am namhaften Wacken Open Air geboten werden -, ja selbst die letzte Veröffentlichung "The Underground Resistance" hat bereits drei Jahre am Buckel. Umso erfreulicher, dass Anfang August nicht nur ein neues Studioalbum angekündigt wurde, sondern selbiges auch einen "Schritt zurück zu den Wurzeln" gehen soll.
Darkthrone: Arctic Thunder
"Arctic Thunder" heißt das neue, mittlerweile 16. Studioalbum, das am 14. Oktober via Peaceville veröffentlicht wird. Der Albumtitel wurde von einer der uralten, lokalen Lieblingsbands Fenriz' entlehnt, verrät er:
The album is called "Arctic Thunder" because it is my fave bandname (old mega-obscure Norwegian band from the 80s that I asked the permission from to use as an album title).