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Sport

Die Zukunft des Skisports

02.11.2023 von Robert Fröwein

Roswitha Stadlober ist seit zwei Jahren Präsidentin des ÖSV (Ski Austria). Im Gespräch macht sie sich Gedanken über das schlechte letzten Jahr, wie man Skisport niederschwellig anbieten kann und erklärt, warum man sich um den Wintersport auch klimatechnisch keine Sorgen machen muss.

Roswitha Stadlober ist ehemalige Skirennläuferin und wurde am 13. Oktober 2021 zur Präsidentin des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) ernannt, als erste Frau in diesem Amt. Stadlober gehörte unter ihrem Mädchennamen Steiner in den Achtzigern zu den weltbesten Slalomläuferinnen: 1986 wurde sie gar zur Österreichs Sportlerin des Jahres gewählt.

Frau Stadlober, Sie sind seit mittlerweile etwas mehr als zwei Jahren Präsidentin des ÖSV. Wie würden Sie diese Zeit in wenigen Worten zusammenfassen?

Rückblickend waren diese beiden Jahre kurzweilig, spannend und auch herausfordernd. Sehr vieles im Verband ist im Umbruch, aber das bringt ein Generationenwechsel mit sich.

Waren Sie von Anfang an robust genug für diesen Sprung ins kalte Wasser als erste Frau an der Spitze?

Durchaus. Ich habe mich freiwillig dazu entschieden einen Verband zu führen, der mir so am Herzen liegt. Ich war zehn Jahre lang Vizepräsidentin und kenne mich mit dem Sport gut aus. Man wächst mit der Aufgabe, aber um so robust zu bleiben, versuche ich viel Ausdauersport zu machen (lacht).

Sie waren selbst erfolgreiche Skirennläuferin und kennen den Wintersport von mehreren Seiten. Hat sich die Aufgabe als Präsidentin dann als so herausgestellt, wie Sie sich das von Beginn an vorstellten?

Meine aktive Zeit ist schon sehr lange her, aber da meine Familienmitglieder alle im Sport tätig sind oder waren, war ich immer ganz tief in der Materie. Mein Mann Alois ist Vereinsobmann bei einem großen Verein in der Region Dachstein, also kriege ich auch diese regionalere Ebene hautnah mit. Ein Funktionärsdasein ist anders als Sportlerin zu sein. Für Sportler zählen die Rahmenbedingungen, in denen sie sich möglichst gut bewegen können, um Erfolg zu haben. Ich bin als Verbandspräsidentin eine Dienstleisterin und es ist ein Privileg für mich, mit den Sportlern zu arbeiten. Mit meiner Vergangenheit habe ich sicher einen anderen Zugang und lebe nicht das klassische Funktionärswesen. Von oben herab zu delegieren, das hat sowieso ausgedient und ohne unsere erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler gäbe es uns gar nicht. Es kommt immer etwas Neues dazu.

Nicht nur, aber auch der ÖSV hat schon seit geraumer Zeit so seine lieben Probleme mit FIS-Präsident Johan Eliasch, der die Zukunft des Skisports etwas anders sieht als Sie und Ihr Team.

Das liegt auch daran, dass die Persönlichkeit des Herrn Eliasch so ist, wie sie ist. Er hat gute Ansätze, wie wir auf die nächste Ebene kommen, aber man muss mit uns als Mitgliedsverbände auch reden. Die nationalen Verbände sind im Endeffekt die FIS und mit Schweiz und Deutschland sind wir der wichtigste Verband. Man kann da nicht von oben herab bestimmen, sondern muss reden. Ich kann einen Verein wie die FIS nicht so führen wie ein Unternehmen oder eine Investmentbank. Ich trage den Landesverbänden und Vereinen gegenüber viel Verantwortung und wir dürfen uns finanziell nicht verschlechtern. Natürlich will jeder mehr haben, aber ich brauche irgendwo Steigerungsgarantien. Wir harren aber der Dinge und sind zuversichtlich, dass wir eine bessere Gesprächsbasis finden.

In einer Zeit der drückenden Inflation wird der ohnehin schon teure Wintersport für die Menschen im Land immer unerschwinglicher. Kann man ihn überhaupt noch niederschwellig anbieten – auch aus Sicht des professionellen Skisportverbands aus?

Natürlich überlegen wir viel und arbeiten mit den Landesverbänden stark daran, die Vereine zu stärken. Wir haben Kinder-Schneesporttage und bewegen damit viele Kinder und Jugendliche. Wir bieten Wintersporttage an, wo unsere Sport-Testimonials oft vor Ort sind. Das kommt total gut an. Wir haben mit mehr als 80 Bergbahnen eine Kooperation, wo Familien zehn Prozent Ermäßigung auf die Liftkarten kriegen. Wir wollen auch den urbanen Bereich erreichen. Der Wiener Skiverband ist sehr engagiert und es gibt schon die erfolgreichen Wiener Stadtadler im Skispringen. Wir wollen auch Leute aus den Städten verstärkt auf Ski bringen. Ohne niederschwelligen Zugang schaffen wir das nicht.

Zwei der größten Themen aktuell sind die steigenden Kosten und der fehlende Turnunterricht von Kindern und Jugendlichen in der Schule. Da haben uns andere Länder längst abgehängt …

Das ist natürlich immer ein Thema und alles schwingt mit. Der Bewegungsdrang ist enorm wichtig, aber genauso wichtig sind erfolgreiche Sportler als Vorbilder. Es ist ein Phänomen, aber viele Kinder suchen sich Vorbilder aus dem Sport und hängen sich dann in einer Sportart rein und gehen zu einem Verein. In der Kultursparte ist das ähnlich, da läuft auch alles viel über Vorbilder. Mit dem Bund und den Dachverbänden bieten wir mit örtlichen Vereinen in der Region koordinative Trainingsprogramme im Sommer an. Das wurde sehr gut angenommen und ich hoffe, das Projekt wird heuer wieder genehmigt. Damit treten viele Jugendliche den Vereinen bei. Die tägliche Turnstunde sollte unbedingt gegeben sein. Früher war es ganz normal, dass man in der Schule viel mehr Sport als Freizeitangebot hatte. Lehrer bieten da im Großen und Ganzen auch zu wenig aktiv an. Es braucht neue Ideen und neue Gedanken, aber wir sind auf einem guten Weg.

Athletinnen und Athleten wie Marcel Hirscher, Hermann Maier oder Anna Veith sind natürlich selten, aber strahlen über alles hinaus. Im Ski-Alpin-Bereich war die letzte Saison eher dürr, die großen Erfolge blieben meist aus, die österreichische Fans gewohnt sind. Inwieweit stehen Sie da unter Druck?

Wir hatten immer Ausnahmesportler, die aber, außer Hermann Maier, über den ÖSV groß geworden sind. Natürlich hatten sie durch die Erfolge eigene Rahmenbedingungen, durchlebten aber den normalen Weg nach oben. Wir müssen die Kinder und Jugendlichen nach oben bringen und dafür braucht es auch Glück. Wir müssen sie zuerst zu uns in den ÖSV bringen und von dort auf die große Karriere vorbereiten. Es gibt viele große Talente, aber es haben nicht alle den Killerinstinkt beim Wettkampf. Beim Fußball braucht man den Knipser, der am Ende noch das entscheidende Tor schießt und so eine Position haben wir derzeit nicht allzu oft. Im Hochleistungssport muss man auch mental noch das Letzte aus sich herausholen können. Ein Skifliegen am Kulm ist etwas ganz anderes als das Springen auf 90 Meter. Oder beim Skifahren die Streif runterfahren – solche Dinge muss man sich erst einmal trauen und dann soll es auch noch technisch gut laufen. Persönlichkeiten, die all das vereinen, sind selten, aber ich hoffe sehr, dass sie wiederkommen. Etwa Magdalena Egger, die im Juniorenbereich so viele WM-Medaillen gewonnen hat wie noch keine andere. Eine der größten Herausforderungen ist es, dass die Athleten verletzungsfrei bleiben.

Investiert der ÖSV auch ausreichend Budget in die immer wichtiger werdende mentale Komponente für die Sportler?

Wir haben in der letzten Zeit sehr viel zusätzliches Angebot in diesem Bereich geschaffen. Wir arbeiten eng mit der österreichischen Sportpsychologie zusammen. Die Athleten sollen nicht nur direkt das Angebot nützen können, wir bieten im Ausbildungssegment auch Webinare für die Trainer und Nachwuchssportler an. Wir fördern damit auch die Bildung im Verband, weil hier noch zu viel brachliegt. Auch die Trainer müssen wissen, wie sie mit der Funktion umgehen. Viele sind quer eingestiegen und kennen diese Komponente gar nicht. Wir haben nun auch einen Ernährungsschwerpunkt mit vielen Experten. Der medizinische Bereich wurde stark aufgewertet, denn die gesamte Rettungskette muss funktionieren. Im Alpin-Bereich haben wir die meisten Verletzungen und das wirkt bereits. Beim Skispringen und beim Skicross ziehen wir da gerade nach.

Stichwort Killerinstinkt – es häufen sich in Österreich, vor allem im Fußball, die Diskussionen, ob man im Kinderbereich überhaupt noch Ergebnisse ausspielen und Tabellen aufstellen soll. Ob da der Druck für die Kleinen nicht schon zu groß ist. Wie sieht es mit diesem Thema im Wintersport aus?

Wir diskutieren genauso intensiv. Wie sinnvoll ist es, sehr früh mit dem Leistungsdenken zu beginnen, sodass die Kinder nicht ausbrennen? Kinder kann man aber nicht bremsen und dazu kommt, dass wir sehr viele engagierte Eltern haben. Sie wollen in den Vereinen oft, dass ihre Kinder Stangen trainieren, wenn der Trainer eigentlich noch die Freifahrt stärken möchte. Wir haben im unteren Bereich ein gutes Stangentraining, aber wir haben Nachholbedarf im freien Skifahren. Beim Gefühl und den Schwüngen. Normal macht man das umgekehrt, aber das ist gerade sehr wichtig. Man muss mit zehn Jahren ein gewisses Niveau für den Kaderstatus haben und das bedingt, dass die Kinder eine gewisse Bevorzugung bei der Ausrüstung bekommen. Man muss hier Gleichheit schaffen. Nicht alle Kinder können sich einen Rennanzug und drei paar Ski leisten. Um ein System aber komplett umzustellen, braucht man viel Zeit. Es gibt auch viele Diskussionen um den Winterbeginn. Ob wir nicht erst im Dezember mit den Rennen anfangen und erst später im Frühjahr aufhören, aber da müssten wir auch das Schulsystem ändern, das komplett darauf aufgebaut ist. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe.

Wir haben es gerade angeschnitten: Der Sommer war heuer so lang wie noch nie, die Ski-Alpin-Athleten müssen mittlerweile über die warmen Monate geschlossen in Südamerika trainieren und die Gletscher gehen zurück. Schmilzt uns der Wintersport über kurz oder lang weg?

Das glaube ich nicht. Natürlich ist die Erwärmung sichtbar und es ist nicht zu leugnen, dass sich Dinge verändern. Die Vorbereitung ist alternativlos. Es waren wirklich alle Nationen in Südamerika und wir haben dort mit den Schweizern trainiert, was gerade im technischen Bereich sehr gut war. Dafür waren die letzten Trainingsfahrten Anfang Juni – wir haben noch nie zuvor so gut im Frühjahr trainiert. Es lässt darauf hoffen, dass wir einfach später im Herbst beginnen und länger in den Frühling fahren. Der Auftakt in Sölden war aber immer wichtig als Signal für den Rest der Saison. Wir machen uns unsere Gedanken, wo und wie wir ausweichen können. Es wird vermehrt in den Hallen trainieren und das wird wohl auch so bleiben. Man muss vielleicht überlegen, ob wir auch in Österreich eine Skihalle installieren, die wir energetisch mit der Abwärme von Industriebetrieben nützen könnten. Diese Wärme könne man wiederverwenden. Auch wir müssen uns überlegen, wie wir auf die gegebene Situation reagieren. Das Training in Übersee wird sicher ein Fixpunkt bleiben, aber selbst ich habe in den 80er-Jahren schon in Übersee trainiert und dort den Naturschnee genützt.

Die Wintersaison in den Sportbewerben wird man aber wohl einmal verkürzen müssen …

So wie der letzte Winter war, hatten wir im März und April eigentlich die besten Bedingungen, aber die Saison endet bei uns immer Mitte März. Da stehen wir nur bereits im harten Fernseh-Wettbewerb mit Fußball und der Formel 1. Das ist gleich eine andere Form des Wettbewerbs.

Gerade der FIS wird bei ihren Programmpunkten gerne mal „Greenwashing“ vorgeworfen. Selbst aktive Skifahrer wie Julian Schütter reagieren darauf sehr aktiv, weil sie ein hohes Bewusstsein für den Klimawandel haben. Wie sehen Sie diese ungezügelte Offenheit als ÖSV-Präsidentin?

Ich hatte schon mehrere Gespräche mit Julian. Er hat seine private Meinung und wir stehen immer zu mündigen Athleten. Welche Religion jemand hat oder wie er sich politisch engagiert, das kann ich niemandem verbieten. Das ist zu akzeptieren und völlig legitim. Ob es immer so klug ist, damit gleich rauszugehen, ist die Frage. Vieles lernt man mit den Jahren.

Wenn wir die großen österreichischen Wintersport-Events wie Schladming, den Kulm oder Kitzbühel heranziehen – muss man da aufpassen, dass die bloße Party nicht irgendwann den Sport überlagert?

Für mich steht der Sport immer über alles. Ohne Sportler gäbe es auch den Stanglwirt in der Form nicht. Dass die Party so regiert, liegt auch an den Medien und das steigert den Wert der Veranstaltung. Die Leute vor Ort erwarten sich aber Action und einen gewissen Eventcharakter. Wenn was los ist und gute Musik spielt, ist das Live-Erlebnis schon noch was anderes, als hätten wir rein nur den Bewerb. Der Kulm zieht mehr Familien an und ist auch leistbarer als Kitzbühel. Am Kulm und in Schladming sind die richtigen Sportfans, auch die öffentliche Anreise mit dem Zug ist dorthin perfekt. Man kann die Partymeile mitmachen und dann wieder fahren. In Kitzbühel ist noch mehr Party, aber de facto spricht nichts dagegen. Das haben wir ja alle gerne (lacht).

Ski Alpin ist natürlich das große Zugpferd, dahinter folgt Skispringen, aber der meiste Rest des Wintersports bleibt weitaus weniger beachtet. Wie schwierig ist es in Ihrer Rolle als Präsidentin, allen Sparten gleich viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen?

Für mich ist es insofern leicht, als ich in meiner Familie viele Sportarten habe und auch sehr sportinteressiert bin. Ich bin Marathons gelaufen und verfolge auch Sport, der nicht zu meiner Arbeit gehört. Das Flaggschiff ist natürlich Ski Alpin und daraus querfinanzieren wir auch andere Sportarten, aber für uns als Verband sind alle gleich viel wert. Unter meiner Ägide haben wir auch den Para-Skisport komplett gleichwertig gestellt. Sie haben auch in Chile mittrainiert und war selbstverständlich dort vorbei. Auch bei der Kleidungspräsentation gingen sie ganz normal mit und wurden nicht extra behandelt. Das ist gelebte Inklusion und so lebe ich das selbst vor. Im Alpinbereich haben wir natürlich mehr Veranstaltungen in Österreich, wo ich selbst öfter vor Ort bin und wir mehr Präsenz haben. Im Langlauf haben wir hier zum Beispiel gar keinen einzigen Bewerb. Ich bin aber auch oft bei Präsentation und Pressekonferenzen, um bei allen auch selbst dabei zu sein. Das war in der Vergangenheit nicht immer so, aber alle machen einen tollen Job und geben ihr Bestes. Sie haben es verdient, von der Spitze wertgeschätzt zu werden.

Nach einer eher wankelmütigen Saison – wie groß ist der Druck, die Schweizer und Italienerinnen im Ski-Alpin-Bereich bereits heuer wieder einzuholen und bestenfalls zu überholen?

Sie versuchen alles und ich bin gut gestimmt. Mit Roland Assinger und seinem Team haben wir tolle Trainer im Damenteam. Er war jetzt drei Jahre in der Schweiz tätig, kennt das dortige System und ist eine Führungspersönlichkeit. Die Stimmung ist angeblich ausgezeichnet und da dürfen wir uns was werden. Im Speed-Bereich waren wir voll dabei, nur die Technikerinnen hat teilweise ausgelassen. Aber auch die Kathi Liensberger wird wieder vorne dabei sein. Ich bin da ganz positiv gestimmt.

Wer wird diesen Winter die größte positive Überraschung aus österreichischer Sicht werden?

Sie werden uns alle überraschen. Das eine letzte Jahr war nicht so gut, aber es wird heuer sicher besser. Marco Schwarz will jedes Rennen fahren und strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Ich will aber auch gar niemanden hervorheben. Wir sind so knapp an der Spitze dran und es hat letztes Jahr schon so wenig gefehlt. Es gab unglaublich viele vierte Plätze. Wir vergönnen es auch den Schweizern und Italienerinnen, aber wir holen sicher stark auf. Die Technikerinnen müssen wieder vorne anschließen, aber wir werden das Ruder heuer wieder rumreißen.

2025 findet in Saalbach die Ski-WM statt, ein Riesenprojekt. Ist aus heutiger Sicht alles soweit auf Schiene?

Wir wissen, dass eine Heim-WM einen gewissen Druck erzeugt, aber wir versuchen ihn gut von uns wegzuschieben. Den sportlichen Erfolg können wir am Reißbrett planen, aber die Praxis schaut hin und wieder anders aus. Zuerst ist aber noch der Kulm dran und dort sind wir sehr gut vorbereitet. Die Ticketverkäufe laufen gut an und die Stimmung wird passen. Skifliegen ist etwas ganz Eigenes, aber das liegt vielen unserer Athleten. Das FIS-Meeting für Saalbach war gut, der Zeitplan stimmt. Es ist ein renommierter Weltcup-Ort, in dem infrastrukturell vieles einfach schon steht und funktioniert. Sie könnten quasi morgen ein Rennen veranstalten. Es haben sich auch schon viele Volunteers gemeldet und der Testlauf dafür ist das Weltcup-Finale. Dort wissen wir dann, an welchen Schrauben wir noch bis zur Durchführung drehen müssen. Das gesamte Team ist gut eingestimmt und alle sind fokussiert.

Was war denn bislang das Schwierigste an Ihrem Job? Das von allen Seiten kritisierte Logo?

Das nicht. Viel herausfordernder war die Corona-Pandemie. Drei Wochen vor den Olympischen Spielen in Peking sagte ich, dass sie eigentlich verschoben gehören. Das war auch familiär eine unglaubliche Anspannung, weil meine Tochter aktiv dabei war und wir uns zu Hause voneinander entkoppeln mussten und immer Maske trugen. Diese Spannung war riesengroß, die Luft war fast zum Schneiden. Als dort in Peking die ersten Corona-Fälle aufkamen und die Testverfahren so kompliziert gestaltet wurden, hat mich das schon sehr belastet. Ich leide auch mit den schweren Verletzungen der Athleten wie diese Saison zB bei Max Franz. Ich weiß als ehemalige Aktive, was Sportlerinnen und Sportler alles an Zeit, Einsatz und Energie investieren und das bricht dann alles schnell zusammen. Da war die Diskussion um unser Logo harmlos dagegen. Das Logo war im Endeffekt eine Punktlandung und ganz Österreich war skiverrückt, weil gefühlt jede Person eine Meinung dazu hatte. Marketingtechnisch konnte uns nichts Besseres passieren.

ÖSV (Ski Austria): die Saison 2023/2024

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