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Sport

ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober im Gespräch

04.11.2022 von Sebastian Fasthuber

Nach dem Pandemie-Zäsur stehen dieses Jahr wieder Weltcupveranstaltungen live und hautnah am Programm; Egal ob im Zielstadion von Abfahrts- und Slalomstrecke, oder an der Skisprungschanze oder Langlaufloipe: Endlich kann mit heimischen gleichsam wie mit internationalen Winter-Spitzensportlern mitgefiebert werden! Wir haben mit ÖSV-Neo-Präsidentin Roswitha Stadlober über die aktuelle Saison und die Zukunft inmitten Energie- und Klimakrise gesprochen.

Franz Oss

Mit welchen Gefühlen blicken Sie dem Winter entgegen?

Mit sehr positiven. Die vergangene Saison hat gezeigt, dass wir in allen Sparten über außergewöhnliche SportlerInnen verfügen. Diese Leistungen wollen wir in der neuen Saison bestätigen. Vor allem freuen wir uns aber darauf, wieder Fans begrüßen zu dürfen.

Die ÖSV-Veranstaltungen reichen vom Ski-Weltcup über Nordische Kombination bis zum Skispringen. Gibt es Events, die quasi Selbstläufer sind?

Natürlich gibt es auch bei uns eine Art Premium-Events, zu denen ich die Ski-Weltcupveranstaltungen in Kitzbühel und Schladming genauso wie die Bewerbe der Vierschanzentournee in Innsbruck und Bischofshofen zähle.

Ihr Vorgänger Peter Schröcksnadel hat im Mai 2022 im Kurier-Interview gesagt: „Nicht mal in Österreich sind Skirennen ausverkauft.“ Wie wollen Sie die Leute zu den Rennen holen?

Ich kenne den Zusammenhang dieser Aussage nicht. Wenn man sieht, welche Stadionatmosphäre und Begeisterung bei unseren Ski-Weltcups herrscht, wird mir aber nicht bange. Nichtsdestotrotz versuchen wir bei all unseren Events ständig das Fan-Erlebnis vor Ort zu verbessern.

Es scheint, die „Gaudi“ rundherum ist für die meisten Besucher genauso wichtig wie die eigentlichen Wettkämpfe.

Der Sport steht bei uns nach wie vor im Mittelpunkt. Aber natürlich wollen die BesucherInnen auch in den Pausen unterhalten werden. Mit unserem Konzept des Stadion-TV gibt es auch abseits des Pisten-, Schanzen- und Loipen-Geschehens einen guten Mix aus Musik, Information und Unterhaltung.

Peter Schröcksnadel hat den ÖSV und den Skisport in Österreich über Jahrzehnte geprägt. Wie ist es für Sie, sein Erbe anzutreten?

Peter Schröcksnadel hat jahrzehntelang Großartiges für den Österreichischen Skiverband geleistet und vieles alleine „geschultert“. Jetzt steht Teamarbeit im Fokus.

Sie sind die erste ÖSV-Präsidentin. Zeit war’s, oder?

Ich war mein Leben lang dem Wintersport verbunden und wollte in dieser Situation Verantwortung übernehmen. Dieser Schritt hat aber auch Mut benötigt. Dass ich nach 116 Jahren die erste Frau an der Spitze bin, ist zwar eine schöne Geschichte, aber nicht das Wichtigste. Unabhängig, ob Frau oder Mann, sehe ich es als Ehre, so eine Funktion ausüben zu dürfen.

Was werden Sie anders machen, was wollen Sie beibehalten?

Wir haben ja schon einige Strukturreformen hinter uns. Ich sehe mein Amt als Chance, den Verband, der mir so am Herzen liegt, gemeinsam mit unserem Team in ein neues Zeitalter zu führen. In erster Linie geht es darum, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit unsere AthletInnen weiterhin erfolgreich ihren Sport ausüben können. Darüber hinaus wollen wir Werte wie ein respektvolles Miteinander, nachhaltiges Handeln oder die Gleichstellung der Geschlechter weiter vorantreiben.

Der alpine Sektor dominiert bei uns traditionell. Wie wichtig ist es Ihnen, bessere Rahmenbedingungen für die SportlerInnen aus dem nordischen und anderen Bereichen zu schaffen?

Bei uns im Verband genießen alle Sparten dieselbe Wertschätzung.

Sie waren Mitbegründerin des Vereins KADA, der sich mit Laufbahnberatung und Arbeitsintegration für Hochleistungssportler beschäftigt. Ist der Umstieg vom Profisport ins spätere Berufsleben so hart?

Nicht, wenn man sich früh genug darauf vorbereitet. Trotz größtmöglichem Einsatz gelingt nicht allen Talenten der Sprung an die Spitze. Umso wichtiger ist es, eine soziale Sicherheit zu schaffen. Vorbildhaft ist die gute Zusammenarbeit mit Bundesheer, Polizei und Zoll, wo vielen unseren Athletinnen und Athleten eine berufliche Ausbildung neben dem Spitzensport und damit später ein nahtloser Übergang von der sportlichen Karriere in eine erfolgreiche berufliche Laufbahn ermöglicht wird. Dazu beraten wir über berufliche Aus- und Weiterbildungsprogramme während und nach der Karriere.

Was gibt einem der Profisport fürs Leben mit?

Der Sport ist die beste Lebensschule. Schließlich lernt man durch den Sport Ziele zu definieren, auf diese konsequent hinzuarbeiten, den Teamgeist zu fördern, Herausforderungen zu meistern und mit Siegen und Niederlagen umzugehen.

Wie stark trifft die Energiekrise den Skisport?

Die Teuerungen treffen uns als Verband genauso wie alle BürgerInnen unseres Landes. Die aktuelle Situation stellt für viele Branchen eine Belastungsprobe dar, auch weil zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand vorhersehen kann, welche Szenarien im Winter eintreten werden.

Das Leben wird in allen Bereichen massiv teurer. Eine durchschnittliche Familie tat sich in den letzten Jahren schon schwer, eine Woche Skiurlaub zu finanzieren. Wird auf den Pisten heuer noch weniger los sein?

Natürlich versuchen wir hier als Verband entgegenzusteuern und bieten zum Beispiel all unseren Mitgliedern Ermäßigungen bei über 70 Seilbahnen und Liften in ganz Österreich an. Dass weniger los sein wird, glaube ich nicht, denn Skifahren ist bei uns nach wie vor der beliebteste Freizeitsport im Winter.

Da ist dann auch noch der Klimawandel, der nicht wegzudiskutieren ist.

Dass mit vorhandenen Ressourcen innerhalb des Österreichischen Skiverbandes so schonend wie möglich umgegangen wird, ist nicht nur eine Frage der Vernunft, sondern auch unseres Werteverständnisses. Wir haben beispielsweise gerade eine CO2-Bilanz der gesamten Ski Austria Gruppe erstellt, welche die Basis für unsere Nachhaltigkeitsstrategie darstellt, um in allen Bereichen Emissionen zu reduzieren. 

Tickets für die ÖSV-Events finden Sie auf oeticket.com.

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Im Winter geht es jedoch nicht nur sportlich, sondern auch musikalisch rund: Beim BERGFESTival heizen zwischen 9. und 11. Dezember in Saalbach u. a. Billy Talent, Wanda und Clueso ein, beim Rave on Snow zwischen 15. und 18. Dezember ebenfalls in Saalbach u. a. Moonbootica, Milou und Ben Klock. Und beim Nassfeld Open zeigt sich am 10. Dezember Schlager-Superstar Melissa Naschenweng von ihrer gewohnt sexy Seite.

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