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Konzerte

Ein „Wunder“ aus Oberösterreich: Shinade frischt die Dialektmusik mit ganz viel Soul auf

12.09.2025 von Stefan Baumgartner

Mit karibischen Wurzeln und oberösterreichischer Erdung mischt Shinade Folk, Soul und Mundart zu einem ehrlichen, frischen Sound – und legt mit ihrer Debüt-EP “Wunder” ein starkes Statement vor.

Shinade, eine junge Oberösterreicherin mit karibischen Wurzeln, ist heuer mit drei Singles erstmals ins Rampenlicht getreten – und hat eindrucksvoll gezeigt, dass ihr das kreative, künstlerische Talent in die Wiege gelegt wurde, kommt sie doch aus einem musikalischen Haushalt: So hatte ihr musikalisches Feingefühl über die Jahre die benötigte Zeit, sich zu entfalten und zu festigen und Shinade zeigt sich bereits mit ihrem Einstand als gekonnte, überaus versierte Vermittlerin von Emotionen.

Ihr erster Song „7000 Stücke“ deutete im März bereits an, wohin die Reise geht: Sie frischt das oft verstaubte Genre der volkstümlichen Musik (nicht des Schlagers!) auf, behält dessen Authentizität und Mundart bei und verbindet es mit Folk- und Soul-Einflüssen. So entsteht eine ehrliche, bodenständige Grundlage für ihre Gedankenwelt zwischen Selbstfindung und Heimatverbundenheit.

Im Mai folgte dann mit „Wunder“ eine atmosphärische Ballade, die mit unglaublicher Emotionalität brillierte: Der Song erzählt vom Ringen um eine Liebe, die droht zu zerbrechen. Oder in Shinades Worten: „I gspiar, wie die Wellen uns auseinandertreiben.“ Mit eindrucksvoller Ehrlichkeit und berührender Zerbrechlichkeit beschreibt „Wunder“ die Gratwanderung zwischen Loslassen und Festhalten, zwischen Schmerz, Sehnsucht und Hoffnung. Hier tritt neben dem sympathischen Dialekt auch Shinades großes Geschick hervor: Ihre Musik klingt intim und luftig, aber gerade dank der staunenswerten Stimme immens eindringlich.

Aber Shinade kann nicht nur leichtfüßig: Im August folgte mit „Wilds Feuer“ ein kraftvolles Porträt weiblicher Unabhängigkeit – ein Song über Stärke und Mut, der nicht nur thematisch den Zeitgeist trifft, sondern auch klanglich genau das ausdrückt, wofür er steht. Hier hören wir auch Country-Einflüsse und den damit einhergehenden Drive, aber erneut stehen die nachhaltige Stimme und die erdende Mundart im Zentrum und zeigen, wie Leidenschaft klingen muss: Kraft durch Haltung, nicht durch Lautstärke. „Wilds Feuer“ stellt sich nicht gegen etwas, sondern folgt einfach nur dem, was in ihm lodert.

Heute erscheint nun ihre vollständige EP „Wunder“, neben den drei bereits bekannten Titeln gibt es auch „Alpenherz“, „Grüne Fee“ und „Zu Tode gfiacht“ zu hören, die ebenfalls zeigen: Dialektmusik gehört nicht in eine verstaubte Schublade von Omas Kredenz, sondern – mit behutsamer Modernisierung – wieder gehört, denn Shinade klingt, ganz im Sinne des EP-Titels, tatsächlich selbst wie ein „Wunder“. Gerade weil sie nicht – wie so viele dieser Generation – auf Englisch rappt, sondern ihre eigene Sprache nutzt, entfaltet sie ein seelenschürfendes Feuerwerk, das unweigerlich für Identifikation und schließlich auch Gänsehaut sorgt.


Live-Termine


Shinade

10. Oktober 2025 | Linz, Last (als Support von Marten - "Eigene Art Tour")
18. Oktober 2025 | Wien, G5 (im Rahmen der Delma Jag Session mit KTEE, Mikol Frachey und Anna Turrei)


Infos auf dem Stand vom 12.09.2025  

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