Von 20. bis 30. September entführt das /slash Filmfestival Wien wieder in die unendlichen Weiten des Fantastischen Films. Die Veranstaltung wurde vom Filmjournalisten Markus Keuschnigg seinerzeit gegründet, um dem Kino des Abseitigen und Düsteren hierzulande mehr Raum zu geben. Rund 20 Jahre nach dem ersten heftigen Trash-Boom im Wien der achtziger Jahre – mit Kinos wie dem (leider verblichenen) Movie und dem Schikaneder oder schrägen Lokalen zum Video-Schauen wie der Fun Factory im 9. Bezirk schien die Zeit reif, aus dem DVD- und Heimcomputer-Ghetto auszubrechen und an jene Stätte zu pilgern, für die diese Filme nun einmal gemacht werden: ins Kino, zum kollektiven wohligen Gruseln und Schaudern. Dankenswerterweise hat man sich über die Jahre auch der recht eng gesteckten Grind-Grenzen der Anfänge entledigt und beackert nun ein größeres Terrain, das – siehe oben – mit dem Überbegriff „Fantastischer Film“ gut definiert ist.
Fantastische Expansion
Der Erfolg gab Markus Keuschnigg, der seit Jahren auch die ähnlich heftige „Nachtsicht“-Reihe beim Crossing-Europe-Filmfestival in Linz programmiert, und seinem Team Recht, und so ist es kein Wunder, dass die Veranstaltung im neunten Jahr – wie Filmfestivals das nun einmal weltweit tun – erneut expandiert: Neben dem altbewährten Filmcasino in Margareten wird das Metro Kinokulturhaus in der Wiener Innenstadt zur zweiten Heimstätte des /slash. Damit, so die Veranstalter, will man weniger das Programm ausdehnen, als vielmehr einem oft geäußerten Publikumswunsch nachkommen, nämlich dem nach mehr Wiederholungsvorstellungen. Zu sehen sind auch in diesem Jahr rund 60 Filme, darunter die „durchgeknalltesten, düstersten, wildesten, unheimlichsten und blutigsten Leinwandfantasien des Jahres“, wie die Veranstalter nicht müde werden zu versprechen, aber auch Klassiker des Genres und ausgewählte Premieren, auch von Filmen, die später im Kino starten.
Folgende Programmschienen - mit bis dato nur Österreich-Premieren - erwarten uns dieses Jahr:
/competition: Empfehlungen für die Zukunft des Fantastischen Films, unter anderem mit "Piercing" und "Friendly Beast"
/vortex: Festivallieblinge, Preisgekröntes und Publikumsfavoriten, unter anderem mit "Pig" und "Anna And The Apocalypse"
/asia: Bestenliste des Fantastischen Films aus Fernost, unter anderem mit "Detective Dee: The Four Heavenly Kings" und "Inuyashiki"
/midnighter: Filetstücke des Blut & Beuschel-Kinos, unter anderem mit "St. Agatha" und "The Ranger"
/animated: Die ganze Welt des Fantastischen Animationsfilms, von Familienkino bis Jugendverbot, unter anderem mit "Tito And The Birds"
/<3: Der Liebesbrief an eine Ikone des Fantastischen Films, dieses Jahr mit Udo Kier
/legendary: Galavorstellungen, Double Features und Leinwandsprengendes von Burlesque bis Wrestling