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Nothing But Thieves: irgendwo zwischen Muse, Placebo und Queens Of The Stone Age

06.08.2026 von Stefan Baumgartner

In der neuen Single "Baby Kool (Evelyn)" von Nothing But Thieves gilt es zur Abwechslung einmal NICHT: "Wie das Herrl, so das Gscherrl." Musikalisch dürfte das aber sogar Katzenmenschen, die irgendwo im Spannungsfeld zwischen Muse, Placebo und Queens Of The Stone Age tänzeln, gut abholen.

Nothing But Thieves - 2012 in England und auf den Spuren von Muse, Placebo oder auch Queens Of The Stone Age gegründet - machen alles richtig: Halbharte Gitarren, emotionaler Gesang, pointierte Melancholie und ein bisschen Sexyness kommen sowohl im Indie-Pop- auch im Post-Rock-Publikum gleichermaßen gut an. Kein Wunder, dass die Thieves da bereits relativ rasch mit Awolnation, Arcade Fire und Muse um den Globus tingelten - und schon bald auch allein die größeren Hallen mühelos ausverkauften.

Das liegt unter anderem auch daran, dass sie auf ihrem bisher letzten Album “Dead Club City” (2023) ihren Sound in ein elektronisches Dance-Setting überführten: Spätestens das war dann eine mehr als explizite Kampfansage an die zuvor genannten Bezugspunkte. Daran wird auch ihr neues Album “Stray Dogs”, das am 25. September erscheint, nichts ändern: Nach dem Titelstück und der Leadsingle “Evolution” gibt es nun brandneu “Baby Kool (Evelyn)” zu hören.

Man merkt, dass Nothing But Thieves auf der “Sixty”-Tour auch mit den Rolling Stones unterwegs waren (während in Wien die nicht minder lässigen Bilderbuch diesen Slot bekamen): Die kühne Lässigkeit, die sich mittlerweile angeeignet haben, potenziert den hibbeligen, an den Kanten abgeschliffenen Strokes-Vibe nun nochmals, und nicht selten klingt man wie die trotzige kleine Schwester von Muses “Supermassive Black Hole” - aber gar auf einem Prince-Niveau.

Aber nicht nur musikalisch, auch optisch trifft man den richtigen Nerv: In “Baby Kool (Evelyn)” stimmt nämlich die ur-österreichische Aussage “Wie das Herrl, so das Gscherrl” (also: Wenn ein Hund seinem Hundebesitzer sehr ähnelt.) zur Abwechslung einmal nicht - denn der rätselhafte “Pink Man” und die Hündin Evelyn haben nun optisch wenig gemein …

So surreal das auch aussieht, die Idee geht definitiv auf: Allein auch deswegen, weil sich “Stray Dogs” um Zugehörigkeit, Gemeinschaft und den Zusammenhalt von Menschen, die sich als Außenseiter verstehen, drehen soll. Und wenn man schon so aussieht wie der “Pink Man”, hat man es - egal ob im urbanen Wien oder im ruralen Gramais - wahrlich nicht leicht, außer, es zieht gerade die Regenbogenparade durch.

Tipp: Wem die Wartezeit zwischen September und ihrem Wien-Konzert Ende Jänner zu lang erscheint, der geht am 10. November noch zu Placebo in die Stadthalle. Denn unter dem Motto “RE:CREATED” interpretieren sie da Stücke ihres Debüts neu. Das könnte ziemlich schön knackig werden, weil: Songs wie “Nancy Boy” oder “36 Degrees” waren damals schon keine beiläufigen Britpop-Hits im klassischen Sinn, sondern Statements. Scharfkantig, unbequem, notwendig. Warum notwendig? Weil heute Fragen nach Identität, Körper und - da haben wir es wieder: - Zugehörigkeit wieder mit neuer Härte verhandelt werden.

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