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PJ Harvey reist mit Brad Pitt ins All

24.06.2026 von Stefan Baumgartner

PJ Harveys neue Single "Voyager" zeigt sich inspiriert von den NASA-Sonden - und wurde in den Miraval Studios in der französischen Provence aufgenommen. Darf man auf ein neues Album, und etwa sogar auf einen Österreich-Termin hoffen?

Neben Musikerinnen wie Patti Smith und Tori Amos, Fiona Apple und Björk, aber auch Kate Bush oder auch Cat Power ist PJ Harvey zweifelsohne eine der großartigsten Gegenwartskünstlerinnen - da wäre eigentlich nicht einmal das Namedropping nötig, dass sie bei Nick Caves “Henry Lee" und auf Trickys “Broken Homes” zu hören ist, mit Josh Homme von den Queens Of The Stone Ages an den “Desert Sessions” und auch gemeinsam mit Marianne Faithfull gearbeitet hat; es sei dennoch der Vollständigkeit halber erwähnt.

Für ihr Album “Stories From The City, Stories From The Sea” (2000) - auf dem Radioheads Thom Yorke als Gast dabei ist - bekam sie etwa den Mercury Music Prize, wie auch für “Let England Shake” elf Jahre später. 2013 wurde sie von Königin Elizabeth II. für ihre Verdienste um die Musik gar mit dem MBE ausgezeichnet - eine Ehre, die etwa auch den Beatles, Black Sabbath-Gitarrist Tony Iommi und Ed Sheeran zuteil wurde.

2023 erschien ihr bisher aktuellstes (und zehntes) Album “I Inside The Old Year Dying”, das sogar für die 66. Grammy Awards nominiert wurde.

Und nun, fast auf den Tag genau drei Jahre später, gibt es eine neue Single namens “Voyager” zu hören: Inspiriert von den NASA-Sonden, die 1977 ins All geschossen wurden und immer noch kreisen, entstand die Single gemeinsam mit Physiker Brian Cox, der in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern übrigens auch als Musiker, und zwar als Keyboarder bei Dare und D:Ream tätig war. Er ist Mitglied in der Teilchenphysik-Gruppe an der Universität Manchester und arbeitet unter anderem am ATLAS-Experiment des Large Hadron Collider, CERN bei Genf in der Schweiz. Außerdem macht er regelmäßig Wissenschafts-Shows für die BBC - und dafür wurde nun auch “Voyager” geschrieben.

PJ Harvey selbst erzählt: “I have long been fascinated by the spacecraft and its journey, and asked myself what it might say to us if it could? I thoroughly enjoyed researching the history and journey of Voyager 1 and 2, and was glad to be able to quote the great Carl Sagan within the song, and his famous description of our fragile and beautiful 'pale blue dot'."

Aufgenommen wurde das Stück mit einem vollständigen Orchester in den Miraval Studios in der französischen Provence: Es wurde bereits 1977 vom französischen Pianisten Jacques Loussier und Toningineur Patrice Quef gegründet, 2011 stiegen nach einem Leerstand die Hollywood-Schauspieler*innen Brad Pitt und Angeline Jolie als Geldgeber*innen gemeinsam mit Produzent Damien Quintard als neue Besitzer ein. Im Studio nahmen bereits Pink Floyd ihr legendäres “The Wall” auf, aber auch AC/DC, The Cure, Muse, Rammstein, Sade, Travis Scott und zuletzt Nick Cave and the Bads Seeds ("Wild God") waren hier bereits zu Gast.

Musikalisch verbindet “Voyager” orchestrale Streicher mit elektronischen Klängen. Das Lied greift Gedanken auf, die - siehe das Zitat von PJ Harvey - eng mit Carl Sagans berühmter Beschreibung der Erde als “Pale Blue Dot” verknüpft sind. PJ Harvey richtet weiters den Blick auf die geringe Größe des Menschen im Verhältnis zum Universum und verknüpft diese Perspektive mit Fragen nach Verbundenheit, Hoffnung und Verantwortung.

Man kann davon ausgehen, dass “Voyager” zugleich auch Vorbote eines neuen Albums ist - das PJ Harvey dann hoffentlich auch endlich wieder nicht nur ins All, sondern auch nach Österreich führt: Ihren letzten Besuch hierzulande gab sie vor fast einem Jahrzehnt in der Raiffeisen Halle im Gasometer, und selbst davor war sie nur drei weitere Male zu Gast, 2016 am Harvest of Art, 2001 am Forestglade, und auch 1998 in Wiesen.


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Infos auf dem Stand vom 24.06.2026  

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