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Roman Gregory: Am Fußboiplatz

29.08.2022 von Stefan Baumgartner

Im Jahr 2019 versammelte sich erstmals unter der Schirmherrschaft von Alkbottle-Kopf Roman Gregory das Who-is-Who der heimischen Musiklandschaft, um für einen guten Zweck ihre Instrumente mit dem Ball zu tauschen: Vor den gestrengen Augen der Fußballlegenden und Schiedsrichter Hans Krankl und Herbert Prohaska werden dieses Jahr Christopher Seiler, Edmund, Turbobier, Russkaja, Kreiml & Samurai, Folkshilfe, Esrap, Alle Achtung, Bloodsucking Zombies From Outer Sprace, Gnackwatschn, Monobrother, Average und viele mehr gegeneinander und für die Wiener Frauenhäuser kicken. Es moderiert Birgit Denk, Initiator Roman Gregory hat uns im Vorfeld (in bester Kroos-Manier) ein paar deppate Fragen beantwortet.

Du kommst zwar aus dem Boxsport, aber deine Nähe zu Fußball ist bekannt – nicht zuletzt durch die Alkbottle-Hymne auf Rapid und deine ehemalige Rolle als Präsident der Wiener Viktoria. Könntest du vielleicht trotzdem deine fußballerische Prägung Revue passieren lassen?

Es war eigentlich immer schon eine Mischform bei mir – mein Vater war selbst Boxer und hat mich schon als Vierjähriger mit zum Training in die Boxhalle am Mittersteig genommen. Dort habe ich mit dem Lederball immer zwischen den Boxern herumgeschossen und hie und da auch den Stuck von der Decke (lacht). Bei den Sportlern war in den Siebzigern der Hans Orsolic natürlich immer ein großes Thema, dann kam aber ein anderer Hans, nämlich der Krankl und mit ihm Cordoba – und das hat mich dann auch zum Fußball gezogen. Nach einigen Jahren im Viktoria Nachwuchs hat sich allerdings herausgestellt, dass aus mir kein Krankl wird – und dann hat es mich doch wieder zurück zum Boxen getrieben, durchaus mit Erfolg. Mit dem Boxen habe ich dann meine sportliche Karriere aber auch beendet.

Und heute?

Ich bin heute einer von den 8 Millionen österreichischen Teamchefs. Aufgrund einer Sprunggelenkverletzung von 1992 könnte ich heute nur mehr im Tor aktiv sein – Laufsport geht bei mir nicht mehr. Für ein Videoshooting für den Band Fußball Cup habe ich letztens wieder einmal versucht, das wohlgemerkt leere Tor zu treffen: Der Elfmeter hätte für ein schönes Bild im Kreuzeck landen sollen. Nach gut dreißig Versuchen hat dann meine Zehe dementsprechend ausgeschaut – allerdings hatte ich auch das falsche Schuhwerk an (lacht).

Alkbottle hatte Ende der Neunziger die Rapid-Hymne „Wir trinken auf Rapid“. Ist Rapid deine Religion?

Im zunehmenden Alter sehe ich mich nicht mehr so vereinszugehörig wie damals in der Schule, da war Rapid noch wirklich eine Religion, und jeder, der sich gegen unsere kollektive Mannschaft ausgesprochen hat, ist dann in der Zehnerpause im Mistkübel gelandet – insbesondere, wenn er Austrianer war. Davon bin ich mittlerweile abgerückt, und vergönne es mittlerweile auch der Austria, die dieses Jahr immerhin den Europacup erreicht und Rapid hinter sich gelassen hat, einfach weil sie herzerfrischend und gut gespielt haben. Auch bei der WM oder EM freue mich heute einfach, wenn die bessere Mannschaft gewinnt.

Beim Band Fußball Cup kicken keine Profis, sondern heimische Musiker: Was verbindet Musik und Fußball?

Beides ist Entertainment. Das Publikum spielt eine große Rolle, es peitscht auf – ob man die Energie auf den Platz oder die Bühne bringt, ist letztendlich das gleiche. Das bringt die Spieler und Musiker gleichermaßen zu Höchstleistungen.

Apropos Leistungen: Ist von den Musikern auch ein gutes Match zu erwarten?

Es kommt als Zuschauer niemand, der einen Zauberkick erwartet oder glaubt, schlummernde Talente zu entdecken. An erster Stelle steht, dass sich keiner wehtut, dann kommt der Spaß und natürlich auch das Spendenziel. Die meisten Musiker haben schon beim Band Fußball Cup gespielt und sie wissen, was zu erwarten ist: ein pfeifendes Beischl und ein lang anhaltender Muskelkater danach – und letztlich ist auch die dritte Halbzeit, die dann in der Kantine stattfindet, nicht unwichtig. Spätestens dort zeigen sich dann alle in Bestform (lacht). Aber gerade Christopher Seiler ist definitiv ein Mentalitätsmonster, er gibt keinen Ball verloren – man merkt, er hat in seiner Jugend viel Fußball gespielt und weiß auch, wo das Tor steht. Aber von so einer Aufopferung lebt der Band Fußball Cup auch: Wenn er nach einem 30-Meter-Sprint am Boden liegt und jemand vom Publikum schüttet ihm zur Ersten Hilfe ein Bier drüber, dann hat das natürlich einen eigenen Charme (lacht).

Du hast es bereits angesprochen: Die meisten diesjährigen Spieler waren beim Band Fußball Cup schon dabei. Hast du Wunschkandidaten, die du bisher noch nicht gewinnen konntest?

Das kann man schwer planen, die Tourpläne der einzelnen Bands stehen natürlich im Vordergrund – zumal der Band Fußball Cup noch im Ausläufer der Open-Air-Saison passiert. Insofern ist es immer schwierig, da die Kalender abzustimmen. Deswegen mussten dieses Jahr auch Marco Wanda und Voodoo Jürgens leider absagen. Aber da sieht man auch: Alle Musiker nehmen den Band Fußball Cup ernst und wollen sich entsprechend dafür vorbereiten, und nicht zwischen Tür und Studio einfach „abhaken“. Ich denke, wir sind dieses Jahr wieder ganz gut und prominent aufgestellt, mit Paul Pizzera und Alle Achtung haben wir auch neue Gesichter am Platz.

Wie wird die Aufstellung aussehen?

Wir schauen, dass wir die einzelnen Musikgenres gegeneinander spielen lassen, dieses Jahr wird es mit Kreiml & Samurai und EsRap auch eine Hip-Hop-Mannschaft geben, und Russkaja werden mit den Bloodsucking Zombies fusionieren. Wir schauen, dass es stimmig ist, wer da gerade am Platz steht.

Du hast mit Virgina Ernst auch einmal weibliches Talent am Platz gehabt – mit der Frauenquote sieht es dieses Jahr eher schwach aus?

Wir versuchen durchzusetzen, dass in Zukunft jede Mannschaft zwei Frauen in ihren Reihen hat. Birgit Denk übernimmt dieses Jahr die Moderation und sorgt dafür, dass zumindest in Punkto Wortmeldungen der Frauenanteil nicht zu kurz kommt (lacht).

Trotzdem steht die Frau im Fokus, denn wie auch schon die Male zuvor geht die Spende an die Wiener Frauenhäuser. Warum gerade dorthin?

Die Frauenhäuser fassen viel zusammen, weil Frauen, die ihre Hilfe in Anspruch nehmen müssen, nicht nur Österreicherinnen sind, sondern etwa auch aus der Ukraine geflüchtete Frauen und ihre Kinder. In meinen Augen sind die Frauenhäuser ein Schmelztiegel vieler Notbedürftigen. Außerdem gefällt mir die Idee ganz gut, dass der als Männersport verschriene Fußball etwas für Frauen macht.

Du hast die Wiener Viktoria, bisher Austragungsort des Band Fußball Cup, bereits mehrfach angesprochen. Wieso der diesjährige Wechsel zum Wiener Sportclub?

Ich habe mit meinem Ex-Verein im März gebrochen, gewisse Umstände haben dazu geführt, dass ich dort meine Präsidententätigkeit nicht mehr wahrnehmen möchte. Beim Sport-Club ist man uns wunderbar entgegengekommen und wir haben auch eine gemeinsame, ideologische Basis: Auch sie setzen sich für Menschenrechte, Gleichstellung und für Frauen ein.

Abgesehen vom hehren Ziel der Spende an die Frauenhäuser: Welchen Mehrwert hat das Publikum, zu kommen?

Da wir nicht in einem Stadion mit entsprechenden Schutzvorrichtungen spielen, besteht neben einem unterhaltsamen Match natürlich auch die Möglichkeit, seinen Star hautnah zu treffen und vielleicht auch gemeinsame Fotos zu machen. Und nicht zuletzt ist der Band Fußball Cup auch eine Mischung aus Sportevent und Kabarett: Die Schiedsrichter sind mit einem Headset ausgestattet, wenn dann Hans Krankl und Herbert Prohaska miteinander fachsimpeln und Josh. oder Christopher Seiler erklären, wie man einen Freistoß zu machen hat oder dem Marco Pogo, wie man richtig in der Mauer zu stehen hat, dann hat das durchaus komödiantische Züge. Der Entertainment-Faktor steht also an erster Stelle!

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