Etwas später spielten sich die NYC-Punk-Heroen
Leftöver Crack warm, die in Österreich nur sehr selten zu sehen sind. Das skandalumwitterte Gespann, das immer gerne mit Drogen experimentierte, viele Auftrittsverbote in Boston oder Kanada hat und auch textlich gerne mal über die Stränge schlägt, gab sich in Wiesen aber handzahm und etwas müde. Sänger Stza (das Pseudonym ist eine Ehrerbeitung an den Wu-Tang Clan) wirkte phasenweise lustlos und unmotiviert, was den peppigen Songs mit Ska-Einfluss leider viel von ihrer Ausdruckskraft nahm. Die Österreich-Connection zu ex-Antimaniax-Drummer Wolfgang Candee, der den New Yorkern nach einem Todesfall einst auf Europatoureen und im Studio aushalf, wurde auch betont. Schade nur um die etwas hüftsteife Show – in Top-Form wäre da ein absolutes Festivalhighlight drinnen gewesen. Mit ihrem neuen Album „Vom Wissen und Wollen“ haben sich die deutschen Emo-Rocker
Heisskalt den Headliner-Slot auf der Second Stage gesichert. Nach dem Punk-Feuerwerk aus New York waren Songs wie „Euphoria“ oder „Gipfelkreuz“ nur leider nicht die richtige Wahl, um noch einmal Stimmung zu erschaffen. Zudem bedankte sich Sänger Mathias Blöch während der Show bei Gott, der Welt und den Ottakringer Waschfrauen, wohl auch um etwas Zeit herauszuschinden. Alles in allem eine eher dürftige Vorstellung.
Keinen leichten Stand hatten auch die Ska-Legenden
Mad Caddies. Auf dem Papier klar die Band, die für die größte Stimmung sorgen sollte, scheiterte es leider an der Begeisterungsfähigkeit des Publikums. Ein derart statisches Konzert haben die Kalifornier bislang wohl selbst selten gespielt, doch Frontmann Chuck Robertson und Co. ließen sich davon nicht verunsichern und legten ein souveränes Set aufs Parkett. „State Of Mind“, „Backyard“ oder „All American Badass“ durften als Vorzeigehits natürlich nicht fehlen und mit Fortdauer der Show tauten die reservierten Anwesenden zumindest ein bisschen auf. Möglicherweise lag es auch an den kompromisslosen Hardcore-Bands im Vorfeld, dass das chillige Treiben nicht in würdigem Rahmen goutiert wurde. Darüber machte sich
Brian Fallon samt seinen
Crowes schon im Vorfeld sorgen. Der Gaslight Anthem-Frontmann, der derzeit rund um die Welt tourt und tunlichst auf Songs seines Hauptprojekts verzichtet, laberte in Dauerschleife über die gefühlte Unsicherheit, ob sein Slot beim And There Come The Wolves überhaupt funktionieren würde. Die Sorgen waren unbegründet, die entspannte Singer/Songwriter-Vorstellung war offenbar genau richtig, um gegen Ende noch einmal runterzukommen oder Kraft für den Headliner aufzubauen. Zu seinem großen Idol Bruce Springsteen fehlt es dem Jeanshemden-Träger zwar noch ein bisschen an Authentizität und Songstärke, aber was nicht ist, kann ja noch kommen.