Bild: Barracuda Music
The Cat Empire, 1999 gegründet, gehören zu den bekanntesten Bands aus Australien, ihre Songs sind ein überaus euphorisierendes Potpourri zwischen Jazz, Ska, Reggae, Funk, Latin, Klezmer und Hip-Hop - also so bunt und divers wie ihre Heimat selbst. Es ist eine kongeniale Mischung, die auch bereits mehrmals bei uns für Begeisterungsstürme sorgte: Etwa am JazzFest Wiesen 2005, am Nuke Festival 2006 und 2009, bei den Nova Jazz & Blues Nights 2014 und 2018, beim Jazz Fest Wien 2015 oder auch in so partytauglichen Hallen wie mehrmals im dampfenden Gasometer, im WUK oder zuletzt in der Arena (2018).
Doch die Corona-Pandemie hinterließ auch beim The Cat Empire seine Spuren: 2022 zerbrach die Band in seine Einzelteile - allerdings verkündeten Sänger Felix Riebl (übrigens mit österreichischen Wurzeln!) und Keyboarder Ollie McGill sogleich den Fortbestand mit neuer Besetzung: Eine revitalisierte Wiederkehr, die zuletzt 2023 etwa in Deutschland ablieferte, als wäre nichts geschehen. Riebl und McGill haben es tatsächlich geschafft, ein neues Kollektiv zu erschaffen, das das Feuer der alten Besetzung weiter trägt und zudem neu entfacht. Die Bühne ist da immer noch voll mit Leuten, die mühelos im breiten Stilmix hin- und herspringen, und dabei auch noch wahnsinnig rhythmisch grooven. Congas tanzen da mit Trompeten, der Sound zappelt und ist froh. Stillstehen kann da wirklich niemand, nicht einmal im letzten Eck der Halle. Gemeinschaftlichkeit, Zusammenhalt, Partyfreude - das wirkt bei The Cat Empire nicht inszenziert oder gar organisiert, sondern wird von der Band ohne Pathos und Kitsch ausgestrahlt und überträgt sich in nullkommanichts auf das Publikum: Wahrlich eine Therpie gegen schlechte Laune, die gerade in tristen Jahreszeiten schon einmal aufkommen kann.
Bereits Anfang Jänner ließen The Cat Empire die Katze (pun intended!) aus dem Sack: Am 21. März wird ihr neues Album “Bird in Paradise” erscheinen - und der Vogel, der ist nicht nur für die Katze ein gefundenes Fressen. Denn auch das alte (und neue) Publikum darf sich freuen, da zur neuer Musik natürlich zumeist auch Live-Shows gehören - eine davon wird am 2. Oktober erneut im Wiener Gasometer über die Bühne gehen.
Einiges gibt es vom neuen Album bereits zu hören, zuletzt die Single “Devil”, die neben den “klassischen" und ebenfalls bereits veröffentlichen Vorab-Stücken “Doing Fine”, “Blood on the Stage” und “La Gracia” eines der epischeren Stücke am Album sein wird, mehr noch freilich in der orchestralen Version, die The Cat Empire kürzlich in Sydney auf die Bühne brachten:
“Devil” features a dramatic and cinematic flamenco guitar and string orchestra intro, as well as blazing mariachi style trumpets, and Felix singing in Yindjibarndi (a community he’s had a strong relationship with for many years).
Man darf jedoch anhand der bereits bekannten neuen Stücke erwarten, dass The Cat Empire die Idee ihrer vergangenen Alben nahtlos weiterspinnen: Man fühlt sich verpflichtet, eine Klangwelt zu erschaffen, die explosiv, voller Feuerwerk, Exotik und mitreißendem, pulsierenden Rhythmus ist. So verrät man, dass das Album als Mix aus australischem Flamenco und afro-kubanischer Musik angelegt ist - kombiniert mit Versatzstücken aus dem Rock und Jazz, ein Sound also, der nur aus Australien und nur von The Cat Empire kommen kann.
Fürs Konzert in Wien wurde auch ein ganz besonderes Schmankerl angekündigt: Natürlich wird man neue Lieder hören, immerhin hat im Oktober dann “Bird in Paradise” schon einige Monate am Buckel. Aber The Cat Empire haben zudem versprochen, auch ganz, ganz alte Lieder hervorzukramen, die schon lange nicht mehr live zu hören waren - und dies dürfte wohl insbesondere Fans der frühen Tage ganz besonders freuen!