Nikolaus Habjan als Director in Residence beweist mit Charles Gounods Faust, dass Gretchen mehr als nur ein Kollateralschaden ist und setzt auch in Richard Strauss' Salome, zumindest ein wenig, auf selbstgebaute Puppen - plus auf die Wandelbarkeit von Sing-Schauspielerin Marlis Petersen.
Faust ist der Puppenstoff schlechthin. Und ich fand es ungerecht, dass Gretchen ein Kollateralschaden ist... das hat mich geärgert. (Nikolaus Habjan)
Mit der Inszenierung von Rusalka rückt zur Spielzeit-Eröffnung ähnlich Amélie Niermeyer ein Frauenschicksal ins Zentrum. Eine äußerst markante Frau wiederum grüßt nach ihrem (vorläufigen) Abschied von der Burg das Theater an der Wien: Andrea Breth, die mit ihrer Version von Sergei Prokofjews Der feurige Engel "für Furore sorgen wird" (Roland Geyer).
Mit der lange nicht in Wien gespielten Händel-Oper Giustino kehrt Barock-Spezialist Markellos Chryssicos ans Haus zurück, markanten Frauenfiguren widmet sich die Stätte weiters mit La Vestale (Gaspare Spontini; R: Johannes Erath), Halka (Stanislaw Moniuszko, R: Mariusz Trelinski) sowie Norma (Vincenzo Bellini, R: Vasily Barkhatov + Asmik Grigorian als Norma!). Zehn konzertante Opern mit Spezialist*innen des Barocks runden die Spielzeit ab.
Unser Urteil: Sehr sympathischer und ja, eindeutig ein bombastisch guter, neuer Spielplan des Theater an der Wien.