Gipsy Kings sind eine französische Musikgruppe, deren Gründungsmitglieder aus in Südfrankreich lebenden Gitans stammen, einer zur Ethnie der Calé gehörenden Untergruppe der Roma. International bekannt wurde die Band seit Ende der 1980er Jahre durch Hits wie „Bamboléo“ und „Volare“. Ihr Stil kombiniert populäre Flamencogenres mit der von lateinamerikanischer Popmusik beeinflussten Rumba catalana.
Die Anfänge reichen bis 1974 zurück, als der Flamencosänger José Reyes gemeinsam mit seinen Söhnen und Schwiegersohn Chico Bouchikhi als José Reyes et Los Reyes auftrat. Bei einem Treffen in Arles vereinten sich Nicolas und André Reyes mit Diego, Paco und Tonino Baliardo, den Söhnen des Gitarristen Manitas de Plata. Später änderten sie ihren Namen in Gipsy Kings. Die frühen Alben von 1982 und 1983 blieben noch erfolglos, erst unter Produzent Claude Martinez entwickelte sich der modernere Sound mit Einflüssen der Rumba catalana, Lateinamerikas und Nordafrikas.
1987 erschienen „Djobi, djoba“ und „Bamboléo“, die in Frankreich große Hits wurden. Das Album Gipsy Kings (1988) verkaufte sich europaweit millionenfach und brachte internationale Bekanntheit. Ende der 1980er Jahre folgten Auftritte in den USA, 1989 auch ein ausverkauftes Konzert in der Royal Albert Hall. Mit Alben wie Mosaïque (1989) und Este mundo (1991) erweiterten sie ihren Klang um Pop-, Reggae- und Rockelemente. In den Jahren 1989/90 erhielten die Gipsy Kings Gold- und Platinauszeichnungen in 15 Ländern.
2004 kehrten sie mit Roots zu einem akustisch geprägten Klangbild zurück. Für ihr Album Savor Flamenco erhielten sie 2014 den Grammy Award für das beste Weltmusikalbum; insgesamt war die Band achtmal für den Grammy nominiert.