Er ist Kabarettist, Entertainer und Moderator. Und das mit großem Erfolg, denn eine Show von Sebastian Pufpaff ist immer ein echtes Erlebnis. Das gilt sowohl für die Neuauflage der Comedy-Show „TV Total“, die Pufpaff moderiert, als auch insbesondere für seine Live-Auftritte.
Eins vorweg: Sebastian Pufpaff heißt wirklich so. Den lustig klingenden Nachnamen verdankt er seiner hanseatischen Familie, deren Vorfahren mit Schwarzpulver gehandelt haben sollen. Und das macht? Genau: Puf und Paff.
Die Waffe des Entertainers Pufpaff allerdings ist eine andere: Humor. Den legt er sich schon früh zu – und zwar ausgerechnet, weil er wegen seines Nachnamens veralbert wird. Denn eigentlich will Sebastian Pufpaff Anwalt werden und studiert nach der Schule Rechtswissenschaften in Frankfurt.
Aus dem Comedy-Workshop auf die Kabarettbühne
Damit Sebastian Pufpaff dem Spott etwas entgegensetzen kann, besucht er einen Comedy-Workshop. Schnell stellt er fest, dass es ihm liegt, andere zum Lachen zu bringen. Gemeinsam mit zwei Freunden gründet er folgerichtig 2004 das Trio „Das Bundeskabarett“.
Sebastian Pufpaff tritt in TV-Formaten wie „Mitternachtsspitzen“ oder „NightWash“ auf. Von 2005 bis 2009 ist er zudem Ensemblemitglied des Impro-Theaters Springmaus in Bonn. Einige Jahre später bekommt der Komiker für seine Soloauftritte den Publikumspreis beim Prix Pantheon, einem deutschen Kabarett-Wettbewerb.
Grimme-Preis und Moderation von TV Total
Die erste Tour von Sebastian Pufpaff ist der nächste Schritt auf der Karriereleiter. Zudem ist der Entertainer häufiger Gast in der „heute-show“ und produziert das Format „Noch nicht Schicht“ für das ZDF und 3sat. Dafür bekommt er den renommierten Grimme-Preis. Einem großen TV-Publikum ist er zudem durch seine Moderation des Comedy-Klassikers „TV Total“ als Nachfolger von Stefan Raab bekannt.
Wer Tickets für Shows von Sebastian Pufpaff ersteht, merkt schnell: Sein Markenzeichen ist vor allem der spitzzüngige und bisweilen bitterböse Humor, der weder vor der Politik noch vor der Wirtschaft haltmacht. Darüber hinaus gehört auch der Anzug zu seinem Auftritt, in dem er eher wie ein Manager aussieht, nicht wie ein Comedian. Dieser bringt ihm auch den Beinamen „George Clooney des Kabaretts“ ein.
Politisches Kabarett und die Lust am Streiten
Auch als politischer Kabarettist ist Sebastian Pufpaff populär. Er gilt als gut gelaunter Zyniker, der die Welt gern von ihrer dunklen Seite betrachtet. Vor allem aber holt Sebastian Pufpaff bei seinen Auftritten das Publikum aus seiner Komfortzone.
Auch Verschwörungsmythen sind bei Sebastian Pufpaff ein Thema – je absurder, desto besser. So nimmt er sich in seinen Auftritten auch schon mal der Bewegung QAnon an. Für Sebastian Pufpaff ein Thema „mit viel Humorpotenzial, das ein großes Problem der Gesellschaft aufzeigt – den fehlenden Zweifel“.
Genau diesen Zweifel will Sebastian Pufpaff mit seinen Bühnenprogrammen wieder salonfähig machen, ebenso die Streitkultur. Denn genau das ist es, was dem Kabarettisten in der heutigen Gesellschaft fehlt.
Bei seinem Publikum kommt dieses Konzept gut an. Genau wie die Tatsache, dass Sebastian Pufpaff die Besucher seiner Liveshows gern direkt mit einbezieht und als Stichwortgeber fungieren lässt. Daraus entstehen intelligente Gags quasi wie am Fließband.
Privat lebt Sebastian Pufpaff gemeinsam mit seiner Frau Josephine – einer Ärztin – in Bad Honnef. Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder. Das ist aber auch so ziemlich das Einzige, was man über das Privatleben des Kabarettisten und TV-Moderators weiß. Auch auf seinem Instagram-Kanal ist die Familie kein Thema und der sonst so wortgewandte Pufpaff hüllt sich in diskretes Schweigen.