Punk-Chronist Julien Temple, bekannt für seine Sex-Pistols-Mockumentary "The Great Rock’n’Roll Swindle", huldigt dem rebellischen Songwriter Shane McGowan mit einer Dokumentation und lässt ihn bei ein paar Gläschen Hochprozentigem selbst aus seiner Vita erzählen.
McGowan berichtet von wüsten Auftritten in Underground-Clubs, einem Leben im Rausch, vom Erweckungserlebnis als er mit 18 die Sex Pistols entdeckt und von Aufstieg, Ruhm und Selbstzerstörung.
Temples Film führt uns nicht nur in McGowans Kindheit, sondern noch viel weiter in die irische Vergangenheit, die geprägt von einer großen Hungersnot im 19. Jahrhundert und dem Unabhängigkeitskrieg von 1919, in McGowans Wirken noch deutlich spürbar ist. Mit reichhaltigem Archivmaterial, Aufnahmen von früheren Interviews und mitreißenden Konzertmitschnitten der Pogues gelingt es Temple sowohl ein authentisches Stimmungsbild der 80er Jahre zu kreieren als auch die gewaltige Energie des Punk auf die Leinwand zu bringen.
Mit Musik der Pogues, der Sex Pistols, von Hawkwind, Nick Cave und The Clash ist "Shane" eine innige Ode an den Punk und einen seiner herzerwärmendsten Unruhestifter.
"Shane" spielt es am 6. Juli um 19:45 im Wiener Filmcasino.