Bild: LUF Kino
Die Doku “Unshatter” begleitet ab Ende September in ausgewählten Kinos Linkin Park aus dem Tief nach Chester Benningtons Suizid zum Neuanfang mit Emily Armstrong.
Die amerikanische Nu-Metal-Band Linkin Park vorzustellen, hieße, Eulen nach Athen zu tragen: Bereits mit ihrem Debütalbum “Hybrid Theory” im Jahre 2000 gelang ihnen der internationale Durchbruch - und heute zählen sie zu einer der kommerziell erfolgreichsten Bands des 21. Jahrhunderts. Dabei war ihr rascher Höhenflug dermaßen enorm, dass ihnen anfangs gar die Bezeichnung “Boygroup des Nu Metal” anhaftete.
Das lag einerseits daran, dass ihr Sound im Gegensatz zu etwa Korn oder Slipknot von den “härtesten weichen Gitarren der Welt” geprägt war, andererseits aber auch an Chester Benningtons unikaler Stimme - eine Stimme, die im Sommer 2017 endgültig verstummte: Er beging Ende Juli Suizid und das Aus von Linkin Park schien besiegelt, ihren letzten gemeinsamen Auftritt in Österreich beging man nur ziemlich genau einen Monat davor, am Nova Rock-Festival.
Doch bereits ein Jahr später machte Gitarrist Mike Shinoda aufhorchen: Linkin Park werden weitermachen, hieß es. “Jedoch bedürfe es Zeit, über die Zukunft der Band zu entscheiden” - und auch bedürfe es Zeit, einen geeigneten Nachfolger für Chester Bennington zu finden: Ein Hologramm wurde bereits damals kategorisch ausgeschlossen, vielmehr wurde eine neue Stimme gesucht, die sich auf eine “natürliche Weise” in die Band einfügen könne.
Die neue Stimme wurde - nebst dem neuen Schlagzeuger Colin Brittain - 2023 gefunden, und sie war weiblich: Emily Armstrong, die zuvor bei Dead Sara für den Gesang verantwortlich zeichnete, debütierte im Folgejahr live im September in Kalifornien sowie auf der Single “The Emptiness Machine”, die Leadsingle des Albums “From Zero”, das schließlich im November 2024 erschien.
Man kann sich vorstellen: Dieses Comeback sorgte für ähnlich viel Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff wie einige Jahre zuvor das von Queen, die nach dem Tod von Freddie Mercury zuerst mit Paul Rodgers, dann mit Adam Lambert wieder auf der Bühne standen. In Österreich war es dann erneut am Nova Rock, im Juni 2025, so weit - gefolgt von einer restlos ausverkauften Show im Happel-Stadion im Sommer darauf.
Zu den Fotos von Linkin Park diesen Juni im Happel-Stadion geht es [an dieser Stelle].
Und nun steht uns zwar weder der “From Zero”-Nachfolger, noch neue Live-Termine von Linkin Park in Österreich ins Haus - dafür ein Pflichtbesuch in den österreichischen Kinos: Denn ab 30. September ist dort die Dokumentation “Unshatter” zu sehen.
In dieser Dokumentation erzählt die Band die Geschichte ihre Rückkehr selbst: Der Film begleitet Linkin Park vom vorsichtigen Neuanfang über das Konzert in São Paulo, das den Auftakt der neuen Band-Ära markierte, bis zur Entstehung des 2024 erschienenen Albums “From Zero”. Dabei war “Unshatter” vorerst eigentlich “nur” als Konzertfilm geplant und entwickelte sich erst “nach und nach zu etwas viel Größerem”, wie Regisseur und Linkin-Park DJ Joe Hahn verrät: “Uns wurde klar, dass sich vor unseren Augen eine Geschichte entfaltete, während wir selbst erst herausfanden, wie die Zukunft von Linkin Park aussehen könnte.”
Einen ersten Eindruck liefert der Trailer, der direkt für Gänsehaut sorgt:
Wir sehen Archivmaterial aus der Zeit, als Chester Bennington noch lebte, intime Einblicke in die Studiosessions, natürlich Live-Aufnahme und Interviews mit der Band und Fans - in der Gesamtbetrachtung ist das die Verbildlichung von den Herausforderungen, die Menschen nach dem Tod eines geliebten Menschen durchmachen und wieder neuen Sinn im Leben und im eigenen Tun finden müssen.
Bereits am 25. September erscheint das begleitende Livealbum aus São Paulo, mit 20 Songs aus allen Phasen der Bandgeschichte - einen Vorgeschmack gibt es mit “Somewhere I Belong”.
Während wir noch auf Live-Nachschlag von Linkin Park warten müssen, gibt es Mitte November in der Innsbrucker Music Hall die Möglichkeit, mit One Step Closer eine deutsche Band zu erleben, die nicht nur nach einem der besten Songs von “Hybrid Theory” benannt ist, sondern Linkin Park auch tatsächlich Tribut zollt: Und zwar ehren sie nicht nur das Andenken an Chester Bennington, sondern feiern zudem auch die Wiederauferstehung mit Emily Armstrong! Über zwei Stunden dauert ihre nostalgische Zeitreise, die die Essenz von Linkin Park einfängt. Aber: Macht euch selbst ein Bild!