Shakespeares Globe ist nach 14 Jahren abgebrannt, etwas, das Sie zu verhindern werden wissen: Welche mittel- und längerfristigen Ziele haben Sie sich daher für das GLOBE und das „Drumherum“ gesetzt?
Viele Feuerlöscher an den richtigen Stellen
(lacht).
Insbesondere: Welches Verhältnis zwischen Fremd- und Eigenproduktionen ist angedacht, und wird jede zweite Saison ein neuer Shakespeare aufgelegt werden?
Eine interessante Frage, an deren Beantwortung wir gerade arbeiten. Diese Antwort wird uns die Realität geben, hier lassen wir uns von der Lebendigkeit oder Trägheit unserer Arbeit überraschen.
Wie weit fließt hier euer beider persönliches Humorempfinden als maßgeblicher Entscheidungsträger mit ein – und wie weit erlaubt man sich Gegenläufigkeit zur Wirtschaftlichkeit?
Natürlich
unser Humorempfinden und das unseres gesamten Teams (wessen auch sonst), das wird aber bei jeder Veranstaltung vom Publikum überprüft. Wenn wir diesen Test bestehen, haben wir neuerlich eine Chance, uns mit dem Zukünftigen zu beweisen. Wenn sich diese Rechnung nicht ausgeht, müssen wir zusperren. Deshalb ist jede inhaltliche Behauptung auch eine wirtschaftliche.
Die Produktionsfirma hat es sich zum Ziel gesetzt, „Produktionen auf die Bühne zu bringen, die den Menschen zur Freude gereichen“. Was macht für Sie eine gute Komödie aus?
Belebte, berührte, erfreute Menschen während und nach der Vorstellung.
Niavarani sagte einmal, er stünde für Unterhaltung, Shakespeare (heute) für Hochkultur – welche Gratwanderung erlaubt man sich im GLOBE?
Ich kenne dieses Zitat nicht, empfinde es aber als große Herausforderung für uns alle im GLOBE WIEN und mit Motiven von Shakespeare und seinen Zeitgenossen zu arbeiten. Innerhalb dieser Arbeit gibt es wie bei jeder künstlerischen Arbeit eine Gratwanderung, das ist so normal wie eine Gratwanderung beim Bergsteigen. Ohne dieses Risiko kommt man über keinen Berg.
Welche Vorteile, welche Stolpersteine birgt das elisabethanische Bühnenkonzept?
Der Vorteil ist sicher die Poesie und die Reduziertheit der Bühne. Stolpersteine wollen mir jetzt keine einfallen.
Abschließend: Wie viel Wahrheit steckt in Petronius‘ „Quod fere totus mundus exerceat histrionem“ („Die ganze Welt ist eine Bühne, / Und alle Männer und Frauen sind nur Spieler.“ ), dem originären Globe-Motto?
Vielleicht soll gerade dieses Zitat unsere Selbstbestimmtheit wachrufen und uns dort, wo dieses Prinzip herrscht (und es herrscht sicher) nachdenklich machen.
Folgend die Veranstaltungen im GLOBE WIEN / Marx Halle der nächsten Monate, weitere Termine folgen laufend. Mehr Infos auf der Website des GLOBE WIEN / Marx Halle, alle Tickets für das GLOBE WIEN / Marx Halle sind bei oeticket.com erhältlich.
Paul Pizzera - Sex, Drugs & Klei`n`Kunst
3. Dezember, 26. und 27. Jänner, 18. Februar und 30. März
Still - mit Otto Lechner, Klaus Trabitsch & The Bethlehem Allstars
7. Dezember
Kaya Yanar - Planet Deutschland
9. bis 11. Dezember
Viktor Gernot & His Best Friends - X-Mas is Here
12. Dezember
Zum Tod Lachen - Benefiz
13. Dezember
Romeo & Julia - Eine Komödie von Michael Niavarani
14. und 15. Dezember, 21. Dezember, 22. Jänner, 24. und 25. Jänner, 28. bis 30. Jänner, 2. und 3. Februar
Silvester-Special mit Jaus, Lainer & Niavarani
18. Dezember, 28. bis 31. Dezember
Otto Schenk & Michael Niavarani im Gespräch
20. und 29. Dezember
Stipsits & Rubey - Gott und Söhne
30. Dezember
Die Hektiker - 200 Jahre
6. und 7. Jänner
Harry G - #HarryDieEhre
9. Jänner
Michael Mittermeier - Wild
10. bis 13. Jänner
Lukas Resetarits - SCHMÄH (Dernière)
14. Jänner
Tricky Nicki - PartnerTausch (Dernière)
19. Jänner
Andreas Vitásek - Sekundenschlaf
20. Jänner
Klaus Eckel - Zuerst die gute Nachricht
23. Jänner und 25. Februar
RebelComedy - Lach matt
31. Jänner
Otto Jaus - Fast fertig - Ein musikalischer Amoklauf
15. Februar
Thomas Maurer - Der Tolerator
21. Februar
Senna Gammour - Liebeskummer ist ein Arschloch!
22. März
Stermann & Grissemann - Gags, Gags, Gags!
23. März und 5. April
Gerhard Polt und die Well-Brüder aus'm Biermoos
11. Mai