Peter Handke wird für's Lebenswerk geehrt
Einen "gefährlichen Freund" hat ihn Claus Peymann einmal genannt: einen "Auserwählten". Und der Dramaturg Thomas Oberender sieht seine Dramen als "beispiellos" – "in ihrer filigranen Hermetik"- "in einer Zeitreise, die nicht nur linear abläuft, die in Schleifen, Brüchen, komplexen Überlagerungen von verschiedenen Zeitebenen funktioniert: der politischen und der natürlichen Zeit, der Zeit der Landschaften." Dass Peter Handke heuer mit dem NESTROY für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird: Das ist nichts weniger als eine selbstverständliche Würdigung eines Dichters, der dramatische (und antidramatische) Konstellationen in seinen Stücken, seiner Prosa und auch in seinen Tagebüchern seit den 60er Jahren denkbar konsequent beobachtet, weiter geschrieben und damit unter anderem auch das Theater der letzten 50 Jahre entscheidend bereichert hat.
Was er an "Gewicht der Welt" auf die Bühne geholt hat, mit einer Schwerelosigkeit des Ausdrucks, wie sie wohl nur einem "Originalgenie" (© Claus Peymann) gegeben ist – man findet sie als Referenz und Orientierungspunkt mittlerweile wieder in den Arbeiten einer jungen, internationalen Künstlergeneration - wie etwa der jungen spanischen Kompanie "El Conde de Torre Fiel", die zuletzt mit ihren Performances seine Gedanken zu Alltäglichkeit und Dramatik aus der "Stunde, da wir nichts voneinander wussten" wieder aufnehmen. Die Stafette, die Peter Handke aufgegriffen hat, voll Kenntnis der Geschichte der Literatur, des Kinos, des Theaters, und die seither weiter gereicht wird, hat olympisches Format. In der Geschichte heimischer, deutschsprachiger und internationaler Bühnen ist sein Werk von einzigartiger, weil einzelgängerischer Eindringlichkeit. Wir sind stolz darauf, dass Peter Handke diesen NESTROY-Preis so großzügig und sicher sehr gelassen annimmt. (Veronica Kaup-Hasler)
Übersicht der Nominierten
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Beste Schauspielerin": Anja Herden (
Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs, Volx/Margareten), Sandra Müller ("Penthesilea", Salzburger Festspiele), Caroline Peters (
Hotel Strindberg, Akademietheater), Aenne Schwarz (
The Who and the What, Akademietheater), Valery Tscheplanowa ("Die Perser", Salzburger Festspiele)
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Bester Schauspieler": Herbert Föttinger (
Professor Bernhardi, Theater in der Josefstadt), Jens Harzer ("Penthesilea2, Salzburger Festspiele), Michael Maertens (
Vor Sonnenaufgang, Akademietheater), Peter Simonischek (
The Who and the What, Akademietheater), Martin Wuttke (
Hotel Strindberg, Akademietheater)
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Beste Darstellung einer Nebenrolle": Yousif Ahmad ("Gutmenschen", Volkstheater), Dörte Lyssewski (
Vor Sonnenaufgang, Akademietheater), Falk Rockstroh ("Radetzkymarsch", Burgtheater), Alexander Strobele (
In der Löwengrube, Theater in der Josefstadt), Martin Vischer ("Die Glasmenagerie", Akademietheater)
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Beste Regie": Thomas Köck & Elsa-Sophie Jach (
Die Zukunft reicht uns nicht (klagt, Kinder, klagt!), Schauspielhaus Wien), Dušan David Pařizek (
Vor Sonnenaufgang, Akademietheater), Simon Stone (
Hotel Strindberg, Akademietheater)
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Bester Nachwuchs weiblich": Lara Sienczak ("Die Weiße Rose", Theater der Jugend), Irina Sulaver (
Saturn kehrt zurück, Vestibül), Claudia Waldherr ("Der fantastische Mr. Fox", Theater der Jugend)
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Bester Nachwuchs männlich": Nicolaas van Diepen ("Swing: Dance to the Right", aktionstheater ensemble), Peter Fasching ("Die Zehn Gebote", Volkstheater), Felix Strobel ("Die Weiße Rose", Theater der Jugend)
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Spezialpreis": "Apollon" (Tanzquartier Wien), "Die Kinder der Toten" (steirischer herbst 2017), "Häusliche Gewalt Wien" (Wiesbaden Biennale 2018)
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Beste Off-Produktion":
Homohalal (WERK X), "Muttersprache Mameloschn" (Makemake Produktionen), "Viel gut essen2 (Rabenhof Theater)
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Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum": "Beute Frauen Krieg" (Schauspielhaus Zürich), "Das Internat" (Theater Dortmund), "Die Perser" (Salzburger Festspiele)
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Beste Bundesländer-Aufführung":
Böhm (Schauspielhaus Graz), "Iwanow" (Stadttheater Klagenfurt), "Srebrenica" (Schauspielhaus Salzburg)