Innerhalb der Reihe an Besonderheiten ist er eine besondere Besonderheit. (Rudolf Scholten)
Einmal im Jahr wird Heidenreichstein im nördlichen Waldviertel zum Zentrum des internationalen Literaturgeschehens. Von 22. bis 23. März steht das Werk des südafrikanischen Nobelpreisträgers J.M. Coetzee im Mittelpunkt von hochkarätig besetzten Lesungen, Gesprächen und Vorträgen.
Politische Stimme aus Südafrika
Schon mit seiner ersten Veröffentlichung "Dusklands" (1974) gelang Coetzee der internationale Durchbruch. Das Werk des gebürtigen Südafrikaners wurde seitdem in unzählige Sprachen übersetzt, vielfach ausgezeichnet und verfilmt. Seine Romane und Essays haben die Wandlung Südafrikas begleitet und als Gegner des Apartheid Regimes wurde der 79-Jährige auch als politisch relevante Stimme wahrgenommen.
"Disgrace" ("Schande") aus dem Jahr 1999 gilt als Coetzees wichtigstes Werk und zugleich als einer der bemerkenswertesten Romane, die nach dem Ende der Apartheid publiziert wurden. Die düstere Parabel handelt von Schuld und Scham und um die Vergeblichkeit wirklicher Versöhnung.
Coetzees abgemagerte, kantige Prosa ist das richtige Medium für die "wichtigen Dinge", denen sich Coetzee im Alter ganz unabgelenkt zuwenden wollte. (Die Zeit)
2003 erhielt der in Australien lebende Autor den Nobelpreis für Literatur.
J.M. Coetzees Romane zeichnen sich durch verschlagene Komposition, verdichteten Dialog und analytische Brillanz aus. Aber er ist gleichzeitig ein gewissenhafter Zweifler, schonungslos in seiner Kritik der grausamen Vernunft und der kosmetischen Moral der westlichen Zivilisation. Seine intellektuelle Ehrlichkeit zersetzt alle Grundlagen des Trostes und distanziert sich vom billigen Theater der Reue und des Bekenntnisses.
(Auszug der Begründung für den Literatur Nobelpreis an J.M. Coetzee, Handelsblatt, 2. März 2003)
Mit Elisabeth Orth, Anja Herden und Aglaia Szyszkowitz
Mit der Einladung an J.M. Coetzee wandelt sich das niederösterreichische Heidenreichstein erneut zum Zentrum des internationalen Literaturgeschehens. Zwei Tage lang ist Coetzees Werk Gegenstand zahlreicher Lesungen, Gespräche und Diskussionen unter anderem mit Tanja Maljartschuk, Anja Herden, Aglaia Szyszkowitz und Elisabeth Orth.
Quelle: Literatur im Nebel