Die Faszination „Wienerlied“ lebt also nach wie vor – wir machten uns auf die Suche nach dem Wienerlied-Virus und wurden ganz brandaktuell bei Nina Proll fündig: Das neue Soloprogramm des Multitalents, „Vorstadtlieder“, swingt, prickelt, reißt mit – und es darf gelacht werden! Damit hat sich Nina Proll, vor allem für ihre Arbeit als Schauspielerin („Vorstadtweiber“) bekannt, einen großen Wunsch erfüllt. Ein wesentlicher Teil – neben Show und Stand-up-Comedy, Operetten-, Pop, Schlager- und Musical-Tunes – sind einige Klassiker des Wienerlieds. Der „G’schupfte Ferdl“ und „Der Novak lässt mich nicht verkommen“ (bekannt auch von Birgit Denk) etwa. „Im Zuge der Vorstadtlieder habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt und alles angehört, was es zum Wienerlied zu hören gibt. Ich kenne also jetzt alles!“, gibt sich Nina stilsicher. „Von den Spittelberger Gstanzln über die klassischen Heurigenlieder wie ,Die Reblaus‘ oder ,Das Fiakerlied‘ bis hin zu Operette, Schrammelmusik, dem Dudeln oder den kabarettistischen Liedern von Gerhard Bronner oder Hermann Leopoldi, mir ist nichts Wienerisches fremd.“
Dialekt hat einfach mehr Kraft als die neutrale Hochsprache, wagt das „Vorstadtweib“ eine Analyse, außerdem sei der Dialekt leichter auszusprechen und eignet sich daher besser für den Gesang. „Ich brauche keine Abgrenzung zum Austro-Pop. Der war die logische Weiterführung und Konsequenz des Wienerliedes“, so Proll, für die das Wienerlied „einfach charmant und immer ein bisschen ordinär und anzüglich“ ist.
Im Zuge der Vorbereitung zu den „Vorstadtliedern“ konnte sich Nina Proll über die Unterstützung von renommierten Kollegen wie Roland Neuwirth und Dolores Schmidinger freuen: „Beide waren total kooperativ und haben mir ihr Repertoire zur Verfügung gestellt. Roland Neuwirth, von dem ich das geniale Lied ,I hab an Koarl mit mir‘ singe, hat mir sogar extra den Song notiert, weil es davon keine Noten gab, denn dieser ist aus einer Improvisation heraus entstanden. Dolores Schmidinger habe ich schon immer bewundert, von ihr singe ich sogar drei Lieder, ,Der Stripper‘, ,Hoffentlich no heuer‘ und ,Abschied von Döbling‘.“