Bild: Bella Newman
Erst kürzlich war der 10. Todestag von David Bowie Anlass, seiner Tochter Lexi Jones Rosen zu streuen: Ohne, dass sie aus dem großen Namen ihres Vaters Kapital schlägt, brilliert auch sie mittlerweile in der Welt der Musik. Und nun gibt der erste Todestag von David Lynch ebenfalls Anlass, vor einem vermeintlichen "Nepo Baby" den Hut zu ziehen: Dave Grohls Tochter Violet veröffentlicht ihre neue Single “What's Heaven Without You”.
Stellt euch vor, euer Vater heißt Michael Jackson oder Ed Sheeran, oder eure Mutter Taylor Swift oder Beyoncé: Als Kind hat man da vielleicht finanziell ausgesorgt, es aber auch nicht leicht. Es ist, wenn man aus einer Künstlerfamilie kommt, eher unwahrscheinlich, dass man als Kind dann einen “normalen” Beruf ergreift - und wenn man tatsächlich und vielleicht auch gezwungenermaßen in die Fußstapfen der Eltern tritt, dann schwingen ihre Glanztaten stets mit: Entweder wird man an ihnen gemessen, oder ruht sich der Einfachheit halber auf ihren Lorbeeren aus.
Ist letzteres der Fall, dann spricht man von sogenannten “Nepo Babies”: Das sind Sprösslinge, die durch die berühmten oder einflussreichen Namen ihrer Eltern Vorteile für ihre eigene Karriere ziehen, einen unverdienten Erfolg genießen. Ein gutes und aktuelles Beispiel ist hier etwa Jaden Smith, Sohn von Hollywood-Schauspieler Will Smith, der gerade erst verbale Prügel für seine erste Mode-Kollektion für Louboutin einstecken muss - verdientermaßen.
Im krassen Gegensatz dazu steht etwa Schauspielerin Lily-Rose Depp, Tochter von Johnny Depp und Vanessa Paradis, die etwa mit der Musik-Biz-Serie “The Idol” oder in der Hauptrolle von “Nosferatu” ihre Qualitäten bewiesen hat. Oder eben auch Lexi Jones, die Bowie-Tochter, die vergangenes Frühjahr klammheimlich ohne großem Medienecho oder viel Aufhebens ihr erstes Album “Xandri” veröffentlicht hat. Und nicht minder eben auch Dave Grohls Tochter Violet, die nun pünktlich zum ersten Todestag von Kult-Regisseur David Lynch ("Twin Peaks") ihm mit ihrer neuen Single “What's Heaven Without You” Tribut zollt.
“This song was written in David Lynch's memory. The impact he left on art is truly magical, we miss you David”, schreibt Violet begleitende Worte dazu, während “What's Heaven Without You” selbst von einer an das “Twin Peaks”-Intro erinnernden ätherischen Klanglandschaft, verzerrten Gitarren und einer subtilen Percussion lebt - und beweist, dass hier nicht nur ein Fräulein Tochter Dienst nach Vorschrift zelebriert, während es der “Papa schon richten wird”.
Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Violet Grohl musikalisch in Erscheinung tritt: Zuletzt hörten wir bereits die beiden Singles “THUM” und “Applefish”.
Doch damit spannt uns Violet Grohl ohnehin schon auf die Folter: Nach ihrer ersten gemeinsamen Single mit Papi Dave, “Nausea” aus dem Jahre 2021, hieß es bereits 2024, dass sie an ihrem Debütalbum arbeite - und zwar gemeinsam mit Charli XCX-Produzent Justin Raisen.
Aber auch abseits davon stand Violet Grohl bereits auf der Bühne - natürlich mit den Foo Fighters: 2018 sang sie bei einzelnen Shows Backing-Vocals, spielte mit ihnen im Rahmen einiger Tribute-Konzerte für Taylor Hawkins 2022 und war auch 2023 auf “Show Me How” der Foos zu hören. Und als sich die überlebenden Mitglieder von Nirvana - Dave, Krist Novoselic und Pat Smear - für ein Set mit vier Songs beim Fire Aid Benefizkonzert in Los Angeles wiedervereinigten, sang Violet den letzten Song “All Apologies”. Also: Ja, natürlich genießt sie die Unterstützung von ihrem Papa - allerdings alles andere als unverdient!
Leider lässt aber nicht nur ihr Debütalbum auf sich warten - sondern auch eine etwaige Europatournee. Mit ganz viel Glück begleitet sie aber Papa Grohl diesen Sommer mit den Foo Fighters, dann gäbe es neben den Vorbands Idles (zuletzt erschien ihre Kollaboration mit den Gorillaz und der “Caught Stealing”-Soundtrack) und Fat Dog (nach ihrem Debüt “WOOF.” aus dem Jahre 2024 erschien vergangenen Sommer der Brecher “Pray To That”) noch einen weiteren guten Grund, das Konzert am 3. Juli im Happel-Stadion zu besuchen!