Bild: Stars in Concert/Andreas Friese Bild: Stars in Concert/Andreas Friese
Musical & Show

Die Qual der Wahl: Michael Jackson oder Elvis?

16.06.2026 von Stefan Baumgartner

Die Qual der Wahl: Egal ob im Kino oder auf der Musical-Bühne, am King of Pop (Michael Jackson) und am King of Rock'n'Roll (Elvis) kommt man nicht vorbei!

Bereits zu Jahresanfang war auch in den heimischen Kinos “EPiC” zu sehen, eine Konzertdoku, die Elvis in Hochform zeigte: Nach dem Biopic “Elvis” mit Austin Burgler und Tom Hanks in den Hauptrollen aus dem Jahre 2022 war dies Regisseur Baz Kuhrmanns bereits zweite Begegnung mit dem King of Rock'n'Roll.

Sein Hybrid aus Konzert- und Dokumentarfilm verwebte neu entdecktes Material von der Vegas-Show 1970 und einer US-Tournee 1972 mit Interviewaufnahmen, in denen Presley selbst den Kommentar zur Rückkehr auf die Bühne lieferte. Natürlich ist es aber nicht nur das neue Bildmaterial, sondern in erster Linie Elvis' Musik, die “EPiC” von Anfang an zum Vibrieren brachte und wünschen machte, man wäre damals selbst dabei gewesen: Egal ob Songs aus den frühen Tagen wie “That's All Right”, Krachern aus seinen fetzig-schrillen Vegas-Jahren - “Supsicious Mind”, “Burning Love” - oder auch Coverversionen von unter anderem den Beatles, Simon & Garfunkel und sogar Bob Dylan - sie alle geben ein ordentliches Tempo vor. Einziger Nachteil: Keiner der Songs wurde zur Gänze präsentiert, sprang dafür aber immer wieder zwischen Proben und Konzerversionen hin und her - auch einmal eine spannende Sichtweise.

Ganz klar standen bei “EPiC” Elvis' charismatische Bühnenpersona im Fokus, Schattenseiten wurden da nicht erzählt - wie auch im Biopic über den nächsten König: Aktuell wird (seit Ende April) in den Kinos nämlich mit “Michael” das Biopic über den King of Pop, Michael Jackson, gezeigt. Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs sind hier kein Thema, vielmehr konzentriert sich “Michael” vor allem auf die frühen Jahre des späteren Pop-Königs, seine Zeit bei den Jackson Five und seinen Aufstieg zum internationalen Musikstar. Die Handlung endet bereits mit einem Konzert 1988 in London, kurz nach Erscheinen des Meisterwerks “Bad”, als die Skandale noch lange kein öffentliches Thema waren. Frühere dunkle Seiten - etwa der gewalttätige Vater oder der psychische Druck - werden da auch nur gestreift.

Das liegt in erster Linie daran, dass neben Produzent Graham King ("Bohemian Rhgapsody" über Queen) und John Logan ("James Bond: Spectre") an “Michael” der Jackson-Nachlass mitverantwortlich war: Ein “Feeld-Good-Tribut” ist also wohl aufgelegt, und eine Heiligenverehrung ist bei Michael Jackson vielleicht sogar naheliegender als bei allen anderen Popstars, die je Fehltritte begangen haben - der Teufel weiß, wieso.

Dennoch muss gesagt werden: Die Leistung von Jaafar Jackson, der in die Rolle seines Onkels schlüpft, muss beklatscht werden Was dieser junge Mann hier abliefert, ist wirklich beachtlich: Ohne bisherige Vorerfahrung in Schauspiel oder Tanz verkörpert er Michael Jackson mit einer Intensität und Präzision, die fast schon unheimlich wirkt. Dafür hat er aber auch über zwei Jahre trainiert. Und: Fans, auf die der Film wahrlich zugeschnitten ist, wollen auch nichts Dunkles oder Neues über ihren Heiligen erfahren - als konventionelles Mainstream-Biopic ist “Michael” allein schon ob der Musik mehr als nur gelungen.

Allerdings sehen wir den King of Rock'n'Roll und den King of Pop nicht nur auf der großen Leinwand, sondern auch auf den großen Bühnen: Gleich zwei unterschiedliche Musical-Fassungen widmen sich etwa Elvis.

Das zweieinhalbstündige Spektakel “Elvis - Das Musical” geht 2027 aus einem ganz speziellen Anlass auf Tour: Da jährt sich nämlich die Veröffentlichung von “Jailhouse Rocks” zum 70. Mal. Gemeinsam mit Elvis-Darsteller Grahame Patrick und Elvis’ langjährigem Wegbegleiter Ed Enoch lässt die Erfolgsproduktion die größten Hits und die bewegende Lebensgeschichte der Rock’n’Roll-Legende wieder lebendig werden: Von der ersten Studioaufnahme als Geschenk für seine Mutter, über die Anfänge mit der ersten veröffentlichten Single “That's All Right” 1954 und dem internationalen Durchbruch 1956 mit “Heartbreak Hotel”, dem Debütalbum “Elvis Presley” und seinem Manager “Colonel” Tom Parker bis hin zum Konzert der Superlative "Aloha from Hawaii" 1973 in der Honolulu International Center Arena, das als erstes Konzert eines Solokünstlers via Satellit in über 40 Länder der Erde übertragen wurde und in den USA eine höhere Einschaltquote erreichte, als wenige Jahre zuvor die erste Mondlandung.

Lediglich zwei Stunden dauert “The Musical Story of Elvis”, die bereits diesen Herbst zu sehen ist: Mit dem US-Amerikaner Nils Strassburg steht bei der nicht minder grandiosen Hommage einer der weltbesten Elvis-Interpreten auf der Bühne. Er spielt den King of Rock'n'Roll nicht nur - er wird zu ihm. Begleitet von einer Showband und ganz im Stil der unvergessenen Las-Vegas-Shows jagt da ein Welthit den nächsten: von “Suspicious Minds” über “In The Ghetto” bis hin zu “Blue Suede Shoes”.
 


Kommendes Jahr wird mit dem zweistündigen “Beat It!” dann auch ein spektakuläres Live-Show-Erlebnis über den Pop-König auf unsere heimischen Bühnen gebracht. Die Hommage zeichnet in spektakulären Bildern Michael Jacksons unvergleichliche Solokarriere nach und präsentiert dabei live gleich 20 seiner größten Hits wie “Billie Jean”, “Smooth Criminal”, “Thriller”, “Man In The Mirror”, “Black Or White” und natürlich das titelgebende “Beat It”.

Von der Show zeigte sich da sogar Michaels Bruder Jermaine Jackson direkt nach der Welturaufführung im Jahre 2018 beeindruckt: Kein Wunder, auf den Sitzen wird das Publikum da wohl kaum hocken bleiben, denn wenn sich Hauptdarsteller Garth Field seinen silbernen Glitzerhandschuh überstreift, den Hut zurechtrückt und in typischer Jackson-Manier den Moonwalk zum Besten gibt, scheint es fast so, als sei der “King of Pop” auferstanden. Kein Wunder: Mit Jackson beschäftigt er sich seit bereits über 10 Jahren, als er damals noch als Choreograf und Tänzer in der spanischen Produktion “This Is It - A Tribute to Michael Jackson” erhielt. Rasch wurde er zur Hauptrolle hochgestuft, 2023 wechselte er zur “The Michael Jackson HIStory Show”, bevor er nun in “Beat It!” sein Talent, seine Energie und seine Tatkraft beweisen darf …


Live-Termine


Beat It!

13. März 2027 | Innsbruck, Congress
16. März 2027 | Bregenz, Festspielhaus
26. März 2027 | Graz, Stadthalle
27. März 2027 | Linz, Brucknerhaus
28. März 2027 | Wien, Wiener Stadthalle F
29. März 2027 | Salzburg, Salzburgarena


Infos auf dem Stand vom 16.06.2026  

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