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Fat Dog: Ein "Go Fuck Urself" - an die Foo Fighters?

12.05.2026 von Stefan Baumgartner

Noch bevor die britischen Dance-Punks Fat Dog mit den Foo Fighters und Idles im Happel einfallen, gibt es mit "Go Fuck Urself" den ranzigsten Banger des Sommers!

Okay, zuerst einmal die Hardfacts: Fat Dog wurden 2020 in London gegründet - während der Corona-Lockdowns. Bereits damals wurden sie vom renommierten britischen Magazin NME als “heißeste neue Live-Band” und ihre Single “King of the Slugs” als einer der 50 geilsten Songs des Jahres 2023 bezeichnet. Bei der wüsten Mischung aus Dance, Punk und Klezmer ist es aber auch ein Leichtes, sowohl am heimischen Äther, wie auch live - etwa im Vorprogramm der Viagra Boys - dafür zu sorgen, dass Alt und Jung gleichermaßen steil gehen, als hätte man sich eine ziemlich wagemutige Mischung aus Speed und Energydrink intrakardial ins Nervensystem geballert: “Unsere Musik ist das genaue Gegenteil von Denkmusik”, verriet mir einer der Jungs nach ihrem Österreich-Debüt 2024er am Grazer Elevate am Merch, nachdem sie das Orpheum mal aus dem kleinen Zeigefinger heraus dekonstruiert hatten. Und tatsächlich: Ans Denken denkt man bei Fat Dog nicht wirklich - eher an: ein oder zwölf Bier zu viel zu trinken, zu tanzen, zu schmusen und vielleicht auch ein bisschen am Boden herumkullern.

Diesen livehaftigen Ersteindruck festigten sie mit ihrem parallel erschienenen Debütalbum “WOOF.”: Wer sich irgendwo zwischen den Sleaford Mods, Fontaines D.C. und Idles heimelig fühlt, wird auch bei Fat Dogs abgefuckten Jazzpunkelectrodub-Rotz die Lauscher spitzen.

"Euphoria"-Fans verstehen dieses Meme.

Mit den letztgenannten, den Idles aus Bristol, haben sie jedoch nicht nur die musikalische Bubble gemein - sie beide werden Anfang Juli auch im Vorprogramm der Foo Fighters im Ernst-Happel-Stadium die Regler auf die 11, die Bier auf die 12 und die Stimmung auf die 13 drehen.

Während die Idles zuletzt nach ihrem “Tangk”-Album (2024) vergangenes Jahr den Soundtrack zu Darren Aronofskys “Caught Stealing”, ein knallhartes Gangsterdrama mit Austin Butler und Lenny Kravitz' Tochter Zoe in den Hauptrollen stifteten, gibt es von Fat Dog soeben die neueste Single “Go Fuck Urself” zu hören: Die Single folgt den letzten beiden Stand-Alone-Tracks “Peace Song” und “Pray To That”, während sich Schlagzeuger Ellis Dickson zwischenzeitlich auch bei ELLiS-D, Saxophonistin und Keyboarderin Morgan Wallace bei Morgan Noise zerstreuten. Ob die drei Songs bereits Vorboten für den “WOOF.”-Nachfolger sind, wurde bisher nicht verraten.

Aber nun heißt es, so kurz vor ihrer Europa-Tour mit den Idles und Foo Fighters, eben erst einmal “Go Fuck Urself”: Und nein, die Single klingt nicht so, wie man es dem Titel nach zu urteilen, erwarten würde - vielmehr ist's ein beschwingter, ekstatischer Synthpop-Jam mit einem mitreißenden Refrain, den ich mir, kurz bevor die Foos auf die Bühne gehen, im Happel-Oval sehr, sehr gut vorstellen kann. Aber vielleicht ist diese Grätsche zwischen derber Ansprache und einem happy-peppy Grundtenor auch die ultimative Respektlosigkeit?


Live-Termine


Foo Fighters - "Take Cover"

03. Juli 2026 | Wien, Ernst-Happel-Stadion
Support: Fat Dog, Idles



Infos auf dem Stand vom 12.05.2026  

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