Bild: Renate Steinberger
Letztes Jahr haben 60.000 feierfreudige Gäste ihr gemütliches Balkonien für einige Stunden verlassen, um sich an den vier Tagen des Donauinsel Open Airs ein paar gewaltige Ohrwürmer einzufangen - und dieses Jahr wird Mitte und Ende Mai ein ähnlicher Ansturm erwartet, wenn die Hit-Lieferanten der Achtziger, der Neunziger und der Nullerjahre, sowie die Mallorca-Stimmungsmacher auf der Donauinsel einkehren und für eine der größten Partys des Jahres sorgen. Vielleicht kennt man heute nicht mehr alle Namen der Interpreten, aber die Songs, die endlich wieder über die Donauinsel dröhnen werden, die hat wahrlich jeder schon mehrmals gehört - ganz egal ob bei einer Homeparty oder in einem Club!
Die Achtziger pendelten zwischen Synthesizer-lastigen Popmusik (Madonna, Prince, Duran Duran) und Arena-Rock (Bon Jovi, Guns N'Roses), man trug Schulterpolster, Neonfarben, Leggings und Aerobic-Look. Lederjacken, Jeansjacken und hohe Sneakers waren ebenso in wie Vokuhila-Frisuren, toupierte Haare und Stirnbänder. In den Achtzigern ist MTV gestartet und Arcade-Spiele wie Pac-Man waren der Renner schlechthin. Man muss nicht in den Achtzigern aufgewachsen sein, um das einzigartige Flair des Jahrzehnts zu lieben!
Bei “Forever Young” am 16. Mai erwartet uns ab 14 Uhr eine nostalgische Reise in diese Zeit, den Soundtrack liefert das Who-is-Who der damaligen Chartstürmer: Angefangen von Paul Young ("Love of the Common People") über Nik Kershaw ("Wouldn't it be Good"), Taylor Dayne (”Tell it to my Heart"), Starship ("We Built This City") und die Spider Murphy Gang ("Skandal im Sperrbezirk") bis hin zu Level 42 ("Lessons in Love"), Gazebo ("I Like Chopin"), Cutting Crew ("(I Just) Died in Your Arms") und Markus ("Ich will Spaß").
Eine wahre Vielfalt brach in den Neunzigern über uns herein, auf der einen Seite gab es den Grunge (Nirvana, Pearl Jam), den Crossover (Red Hot Chili Peppers, Rage Against The Machine) und den Britpop (Oasis, Blur), auf der anderen Seite den Eurodance (Scooter, 2 Unlimited) und den Teen-Pop (Backstreet Boys, Britney Spears, Spice Girls). Man trug Flanellhemden und zerissene Jeans oder Neonfarben und Sportmarken - während das Internet begann, den Alltag zu verändern (Stichwort Napster). Und wenn gerade einmal nicht Musik gehört wurde, dann starrte man zu “Friends, ”Buffy" oder “Akte X” auf den Röhrenfernseher (!). Was für eine geile Zeit!
Bei “It's My Life” am 24. Mai erwartet uns ab 14 Uhr eine nostalgische Reise in diese Zeit, den Soundtrack liefert das Who-is-Who der damaligen Chartstürmer: Angefangen von Inner Circle ("Sweat (A La La La La Long)") über Londonbeat ("I've Been Thinking About You"), Mr. President (”Coco Jambo"), M People ("Moving On Up") und Twenty 4 Seven ("Is It Love") bis hin zu Right Said Fred ("I'm Too Sexy"), Captain Hollywood Project ("More and More") und Real McCoy ("Another Night"). Aber damit nicht genug, für ordentlich “Boom Boom Boom”-Stimmung sorgen auch The Outhere Brothers mit ihrem gleichnamigen Hit, C+C Music Factory ("Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now)"), 2 Brothers on the 4th Floor ("Dreams (Will Come Alive)") und Ice MC ("It's A Rainy Day").
Vermutlich waren die Nullerjahre das letzte wirklich geile Jahrzehnt - es brachte uns nicht nur ein Indie-Rock-Revival (Arctic Monkeys), den Pop-Punk (Blink-182) und eine Hip-Hop-Dominanz (Eminem), sondern auch den Elektropop und Dancefloor-Pop (Lady Gaga, Daft Punk). Wir trugen tief sitzende Hüfthosen, bauchfreie Tops, Strass und Glitzer, “Bling-Bling”-Ästhetik war mega in, ebenso wie Ed Hardy, Tribal Tattoos und Sonnenbrillen im XXL-Format. Erstmals vernetzte man sich über MySpace und später Facebook, das Reality-TV feierte einen Boom ("Big Brother") und iPods veränderten die Musikwelt. Wieso ist es heute nicht mehr so wie es früher einmal war?!
Bei “Millennium Beats” am 17. Mai erwartet uns ab 14 Uhr eine nostalgische Reise in diese Zeit, den Soundtrack liefert das Who-is-Who der damaligen Chartstürmer: Angefangen von Gabry Ponte ("La Danza Delle Streghe") und Cascada ("Everytime We Touch") über Marvin & Andrea Prezioso ("Tell Me Why"), Groove Coverage ("God is a Girl") und Floorfilla ("Komputermelodie") bis hin zu Haiducii ("Dragostea Din Tei"), Brooklyn Bounce ("Bass, Beats & Melody"), Darius & Finlay ("Do It All Night"), Lasgo ("Something"), Aquagen ("Ihr seid so leise!"), Jan Wayne feat. Charlene ("Because The Night"), Special D. ("Come With Me") und Starsplash ("Wonderful Days").
Wer auf Mallorca klassisch urlaubt, hat vieles im Sinn, nur nicht einen entspannten Schlaf. Auf Mallorca ist die Stimmung am Überkochen, Bier gibt es bereits zum Frühstück und zu den dümmsten (dabei genialsten) Reimen wird mit 12 Promille und zu 120 Dezibel heftig geschmust. Da ist die Welt noch in Ordnung und die Sorgen von daheim, vom Alltag weggewischt: Die sind dann ein Problem fürs Morgen- oder eher Übermorgen-Ich. Aber jeder gute Hobbypsychologe weiß: Hie und da muss man einfach mal die Festplatte formatieren.
Bei “Baller Island” am 23. Mai hat man ab 14 Uhr die Gelegenheit dazu, der Soundtrack reicht dabei vom Almklausi ("Mama Laudaaa") und den Atzen ("Das geht ab") über Ikke Hüftgold ("Bumsbar"), Isi Glück ("Hände hoch Malle") und Frenzy ("Jung blöd besoffen") bis hin zu Julian Sommer ("Dicht im Flieger"), Lorenz Büffel ("Johnny Däpp"), Markus Becker ("Das rote Pferd"), Marry ("Wir fahr'n zum Ballermann"), Tobee ("Helikopter") und Rumbombe ("Sauf die Insel leer") - und “sauf die Insel leer” ist wohl eine Ansage, der man nachkommen wird müssen. Prost!