Bild: Fredrik Etoall
Da kann man ruhig einmal das Wort “Sensation” in den Mund nehmen: Am 22. Juli stehen Roxette erstmals seit elf Jahren wieder auf der Bühne - gefolgt von einem ebenfalls mehr als nostalgischen Party-Programm in den Wochen darauf.
Mit mehr als 80 Millionen verkauften Tonträgern waren Marie Fredriksson und Per Gessle alias Roxette die größte schwedische Hitmaschine seit ABBA: Zwischen 1986 und 1994 lieferten Marie Fredriksson und Per Gessle Pop-Rock-Welterfolge am Fließband. Nach dem tragischen Tod von Marie im Jahr 2019 kehrt Per fast auf den Tag genau elf Jahre nach ihrem letzten Österreich-Konzert - es war der 8. Juli 2015 in der Wiener Stadthalle - mit seiner neuen Sängerin am 22. Juli nach Österreich zurück, diesmal gleich im ganz großen Rahmen, nämlich auf die Donauinsel.
Die neue Sängerin heißt Lena Philipsson - und ist auch keine unbekannte Stimme: Ihren ersten Fußabdruck hinterließ sie bereits 1986 mit “Kärleken är evig”, mit dem sie beim Melodifestivalen, dem schwedischen ESC-Vorentscheid, damals den zweiten Platz belegte. Nach einigen weiteren Hits folgte eine kurze Flaute, aber Mitte der 2000er-Jahre gelang ihr ein großes Comeback: 2004 siegte sie beim Melodifestivalen mit dem Song “Det gör ont”, den sie dann beim Eurovision Song Contest in Istanbul auf Englisch unter dem Titel “It Hurts” vortrug - und ihr einen sechsten Platz bescherte.
Natürlich, Marie wird immer unersetzbar sein - allein auch, weil die Geschichte ja bekannt ist: Per Gessles Solokarriere wollte in den frühen Achtzigern nicht so richtig zünden, also tat er sich einfach mit der schon angesagten Marie Fredriksson zusammen - der Rest ist Geschichte, zumindest aus den späten Achtzigern und frühen Neunzigern waren ihre Hits nicht wegzudenken.
Aber mit der neuen Sängerin an seiner Seite haben wir noch einmal die Gelegenheit, einen emotionalen Abend durch die Popgeschichte der beiden Jahrzehnte zu erleben - ergänzt durch neue Arrangements und eine wiedergefundene musikalische Energie. “Es war ein großer Schritt, Roxette wieder auf die Bühne zu bringen und jemand anderen die Songs singen zu lassen. Marie wird immer unersetzbar sein. Ich bin aber sehr glücklich, eine so fantastische Stimme und brillante Performerin in Lena Philipsson gefunden zu haben”, so Gessle.
Aber welche Songs sind uns besonders im Ohr hängen geblieben?
Da ist natürlich “The Look” von der zweiten Roxette-Platte - nicht nur ein guter (sehr guter!) Song, sondern auch einer mit einer guten Geschichte: Es heißt, damals entdeckte der amerikanischer Austauschstudent Dean Cushman in Schweden eine ihm unbekannte Band namens Roxette (das waren ja die Zeiten vor dem Internet und Spotify), kaufte sich deren “Look Sharp!”-Platte und nahm sie mit über den großen Teich, nach Hause. Dort drängte er sie einem befreundeten Radio-DJ in Minneapolis auf, und tatsächlich entwickelten Roxette binnen kürzester Zeit ein Eigenleben: “The Look” lief in Heavy Rotation und bescherte ihnen ihren ersten Nummer-eins-Hit in den USA, ganz ohne Plattenvertrag. Kein Wunder, dass sich da sogar David Hasselhoff Jahre später die Rechte dafür sicherte, den Song in der Baywatch-Folge “Der Tod im Strandhotel” verwenden zu dürfen …
Aber da ist dann natürlich auch “Listen To Your Heart”, der eigentlich gar kein Hit mehr ist: Die Ballade ist größer als groß und definiert diesen herrlich epischen Sound der Achtziger wie wohl kein anderes Stück. Und auch “Spening My Time” von “Joyride” ist so ein klassisches Beispiel für die Achtziger: Riesenhook, Ohrwurmrefrain, ganz große Gefühle - im Grunde ganz wie bei ABBA. Apropos “Joyride”, das Stück ist nach einem Paul-McCartney-Zitat benannt: Der bezeichnete das gemeinsame Komponieren mit Beatles-Kollege John Lennon als “joyride”, als besonders vergnügliche Ausflugsfahrt also. Da passen die Beatles-Anklänge im Arrangement natürlich extra gut.
“It Must Have Been Love” landete am Soundtrack zu “Pretty Woman” und wurde ein ebenso sagenhafter Erfolg wie der Film mit Julia Roberts und Richard Gere, dafür war ihre Single “How Do You Do!” in der Halbzeit des Finales der Fußball-EM 1992 zu hören - Ehrensache, das Spiel fand ja auch in Göteborg statt: Dänemark schlug Deutschland sehr zur Freude der Skandinavier (und der Österreicher) damals mit 2:0.
Aber da finden sich noch ein paar Songs mehr in unserer Top-10 von Roxette - allesamt ein Paradebeispiel für Wucht und Pathos, einfach überlebensgroß und hie und da durchsetzt von typisch schwedischer Melancholie. Roxette haben einfach Melodien, Refrains und Songs geschrieben, die nach dem ersten Hören schon gute Bekannte und sehr bald darauf beste Freunde werden!
Doch damit nicht genug, nach diesem spektakulären Einzelkonzert am Mittwoch bietet das Donauinsel Open Air an zwei Festival-Wochenenden noch viel mehr unvergessliche Sounds aus den Achtzigern und Neunzigern, aber auch den Nullerjahren - sowie die beste Stimmung vom Ballermann:
Freitag, 17. Juli: Baller Island – Österreichs größtes Mallorca Open Air Festival
Mit Stars wie Mickie Krause, Mütze Katze, Marry, Julian Sommer, Chip & Dale, Ina Carina, Nancy Franck, Der Zipfelbube, Matty Valentino, Isi Glück, Julian Benz, Frenzy und Lorenz Büffel ist Stimmung garantiert.
Samstag, 18. Juli: It's My Life – Das 90er Festival
Die größte Neunziger-Party des Landes mit Eurodance-Größen und Pop-Ikonen wie Vengaboys, Haddaway, Oli.P, Dr. Alban, Whigfield, Fun Factory, Loona, Snap, DJ Quicksilver, Culture Beat, East 17 und Dune.
Freitag, 24. Juli: Forever Young – Das 80er Festival
Eine Zeitreise in das Jahrzehnt der Synthesizer mit Legenden wie Alphaville, Midge Ure (Ultravox, Visage), Camouflage, John Parr, Carol Decker, Robin Beck, Kim Wilde und Limahl.
Samstag, 25. Juli: Millennium Beats – Das 2000er Festival
Das ultimative Festival der Nuller-Jahre mit Darius & Finlay, Basshunter, Groove Coverage, Mark´Oh, Marvin & Andrea Prezioso, Shaun Baker, Starsplash, Special D, Brooklyn Bounce, Jan Wayne feat. Charlene, Lasgo, Floorfilla und Aquagen.