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K.CIT im Interview: "Zeit zeigt die Antworten"

19.02.2026 von Redaktion

Mit ihrem neuen Album "Tic.k Tock" begibt sich K.CIT auf eine musikalische Reise durch die Dimension der Zeit. Zwischen zeitgenössischem Darkpop, dunkler Klangsprache und einer klaren künstlerischen Vision entsteht ein Sound, der ebenso kraftvoll wie vielschichtig ist.

Im Interview spricht sie über Zeit als mystische Dimension, kreative Prozesse, Live-Magie und darüber, was sie ihrem zehnjährigen-Ich heute sagen würde.

Über K.CIT

K.CIT steht für Darkpop, Neoklassik, dunkle Klangsprache, harte Brüche und Progressivität. klare künstlerische Vision und eine musikalische Sprache, die sich nicht in Genregrenzen einordnen lässt. Das Album "Tic.k Tock" setzt die intensive Auseinandersetzung mit Zeit, Energie und Identität konsequent fort - und öffnet zugleich die Tür zu neuen, experimentellen Klangwelten. Für ihr 2. Hauptprojekt komponiert sie mit ihrer Big-Band "The Globular Cluster" zeitgenössische Musik. 2024 brachten die Künstlerin und ihre Band ein Konzeptalbum mit dem Titel "Welcome To Dark Matter" heraus, das große, orchestrale Töne hören lässt.

"Zeit ist für mich eine interessante und mystische Dimension"

Dein neues Album "Tic.k Tock" ist eine musikalische Reise in die Dimension der Zeit, jeder Song erzählt seine eigene Geschichte. Wie nimmst du die Zeit wahr? Ist sie dein Gegner oder eher eine Motivation für dich?

Zeit ist für mich eine interessante und mystische Dimension. Es hat mich immer schon beschäftigt, wie Zeit gedacht oder verstanden werden kann - im üblichen Sinne chronologisch oder verläuft doch Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft parallel? Was ist das Unendliche? Viele Fragen, über die ich nachdenke. Primär ist Zeit für mich Motivation, wenn ich spüre, dass ich im Fluss der Zeit und mit ihr "gehe" und "lebe". Wenn ich sie in bestimmten Lebenssituationen als Gegnerin wahrnehme, zudem sich dann in der Erkenntnis herausstellt, dass die Gegnerin in diesem Moment ich selbst bin, versuche ich Informationen, Lösungen in ihr zu lesen - die Zeit zeigt die Antworten.

Wenn Musik "aus einem heraus muss"

Für K.CIT beginnt ein Song nicht nach einem festen Schema. Ihr Zugang ist intuitiv, oft getrieben von einem starken inneren Impuls.

Wenn du einen neuen Song schreibst und komponierst - was kommt zuerst: Beat, Hook oder ein Gedanke, der dich nicht loslässt?

Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten einen Song zum Leben zu erwecken, zu beginnen. Tatsächlich zeigen sich mir in jedem Schreibprozess verschiedenartige Zugänge, abhängig davon, was die Musik wirklich braucht. Am Ende des Tages geht es doch nur um die Musik. Meistens ist am Beginn ein sehr kraftvoller Gedanke, der so viel Energie hat, dass die Idee aus mir raus muss, es führt kein Weg daran vorbei, Musik zu schreiben, ein Werk zu erschaffen. Es ist eines der besondersten Gefühle, wenn ich den Eindruck habe, dass eine starke undefinierbare Kraft in mir die Musik schreibt, wie ein Über-Ich. Sehr oft auch die Situation, wo ich erst lange Zeit nach dem Schreibprozess verstehe, was der wahre Sinn des Songs oder der Komposition ist.

"Viele Versionen einer Musik zum gleichen Zeitpunkt"

Live entfaltet ihre Musik eine eigene Dynamik - ein Zusammenspiel aus Energie, Publikum und dem Moment.

Deine Musik nimmt deine Fans live auf eine ganz eigene Reise mit. Was verändert sich bei deinen Songs, sobald sie auf der Bühne gespielt werden?

Das Tolle und Unverwechselbare am Livespielen ist, dass du im wahrsten Sinne des Wortes im Fluss der Zeit, im Jetzt, bist. Die Musik, die zum einen durch die im Moment entstehende magische Energie zum Klingen gebracht wird, zum anderen genau zu diesem bestimmten Zeitpunkt erklingt, wie sie auch erklingen soll und wahrhaftig "ist". Da fällt mir das Zitat einer meiner wichtigsten Einflüsse im Gesang ein: "I never sing a song the same way twice" von Billie Holiday. Musik ist für mich Energie, die im Austausch mit anderen Menschen, die mit ihren Geschichten, Gedanken, Zuständen, die Bühne mit mir teilen, gestalten und gemeinsam erleben. Und das Publikum erlebt und nimmt die Musik auch aus einer anderen Perspektive wahr - viele Versionen einer Musik zum gleichen Zeitpunkt. Und um auf meine Antwort zurück zu kommen: eines der besten Gefühle für mich ist, wenn ich gemeinsam mit den mir liebsten Menschen auf der Bühne stehe und unabhängig davon, wie es uns gerade geht, welche "Packerl" wir privat zu tragen haben und was und vielleicht gerade unbegreiflich Tolles passiert ist, dass die Energie und Magie entsteht, eine Welt sich aufmacht, wo es dann nur mehr um die Musik geht.

Rituale vor dem Auftritt

Zwischen innerer Ruhe und kollektiver Energie findet K.CIT ihren eigenen Weg auf die Bühne.

Studio ist das eine - Bühne das andere. Wie bereitest du dich auf Live-Shows vor - hast du ein kleines Ritual vor jedem Auftritt?

Kurz vor der Show einen Austausch mit meinen Mit-Musiker:innen pflegen. Wenn Zeit ist, mindestens zu einem Song "random" tanzen oder "innerlich" tanzen. Mindestens fünf Minuten vor Show-Beginn in "meine" Welt gehen, in einen Raum in mir gehen, wo absolute Ruhe herrscht, durch kontrollierte Atmung, wo ich große Gedanken visualisiere, währenddessen ich mich auf die Thymusdrüse klopfe.

Zwischen Darkpop und Metal-Einflüssen

Musikalisch bewegt sich K.CIT im zeitgenössischen Darkpop - doch ihre Einflüsse reichen weit darüber hinaus.

Musikalisch bist du im zeitgenössischem Darkpop unterwegs. Gibt es ein Genre oder eine Richtung, die dich reizt, die man vielleicht noch nicht von dir kennt?

Mir war es immer wichtig, offen zu sein für viele unterschiedliche Musikrichtungen. Demzufolge habe ich prägende Einflüsse aus unterschiedlichen Stilen. Aus der Klassik, stark aus dem Jazz, da ich diese Richtung intensiv studiert habe, aus dem Rock-, Grunge-Bereich, aus dem Metal und all seinen Sub-Richtungen, Punk-Rock, Pop, Indie, Hip-Hop, Alternative uvm. Ich beginne nächsten Monat mit der Komposition meines nächsten Big Band-Konzept-Albums, das ich im Herbst dieses Jahres recorden werde. Es wird sehr progressiv, experimentell werden und stark in die Metal-Richtung gehen. Die Menschen, die mich sehr gut kennen, wissen, dass auch die härtere "Abteilung" der Genres ein wichtiger Einfluss von mir ist, doch die meisten anderen werden es von mir in dieser Form vermutlich nicht kennen.

Rückblickend auf all das, was musikalisch passiert ist. Was würdest du deinem 10-jährigen Ich heute sagen wollen?

"Scheiss da nix!"

Was sie selbst hört

Zum Abschluss verrät K.CIT noch, welche Artists sie aktuell begleiten.

Wer sind deine Top 5 Artists im Moment und warum?

Das ist immer eine der schwierigsten Fragen, da ich so viele unterschiedliche tolle Musik höre von großartigen Artists.

Im Moment höre ich:

Sigur Ros - vor allem das letzte Album ist sehr berührend. Ich entdecke große orchestrale Klangräume, die wie ein überwältigendes Gemälde, eine spezielle Stimmung/Atmosphäre kreieren.

Lady Gaga - im wahrsten Sinne des Wortes - ein Artist. Ich schätze die dunklen und düsteren Teile in ihrem letzten Album "Mayhem" - finde es hier sehr schön, dass in diesem Album viele unterschiedliche Genres und Einflüsse zu hören sind.

Bon Iver - mein All time favourite, der mich von Beginn an in all meinen Fasern berührt.

Sleep Token - spannende und großartige Produktionen, eine interessante Mischung aus Metal, Rock und Pop.

Turnstile - sehr speziell, fresh und vor allem live der Wahnsinn!


Live-Termine


K.CIT - Album-Release-Show

26. Februar 2026 - Graz, Music House
27. Februar 2026 - Wien, Kramladen

Infos auf dem Stand vom 19.02.2026  

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