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Die Grammy-nominierten Musiker Manu Delago und Max ZT haben zusammen ein Album aufgenommen. “Deuce” ist ihr gemeinsames Erstlingswerk, das am 20. Februar erscheint. Ab März geht das Duo auf Tour mit Live-Terminen unter anderem in Salzburg und Wörgl. Manu Delago erklärt, wie das neue Album entstand, wieso ihn das gemeinsame Musizieren mit dem Hackbrett-Musiker Max ZT an Tennisspielen erinnert und welche Musik er gerne privat hört.
Manu Delago: Die Zusammenarbeit mit Max ZT entstand in New York. Wir haben uns dort schon 2016 kennengelernt, als er bei einem meiner Konzerte im Publikum saß. Als ich erstmals seine Musik gehört habe, war ich sofort begeistert. Ein Jahr später kam ich erneut nach New York, um ein Konzert zu spielen, und suchte nach einem Support-Act. Mein Wunsch war, dass Max ZT den Konzertabend eröffnet, und das ist dann auch passiert. So haben wir uns gegenseitig live gehört und die Idee gehabt, einmal gemeinsam zu spielen - ich mit Handpan, er mit Hackbrett. 2019 haben ich und Max ZT in New York angefangen, live zu jammen, zu improvisieren und ein kleines Konzert zu spielen. Ab da war uns klar: das muss mehr werden. Wir haben den Austausch intensiviert und Nägel mit Köpfen gemacht, sind nach vielen Jahren endlich zum Aufnehmen ins Studio gegangen.
In Österreich kennt man das Hackbrett vor allem als alpenländisches Instrument für Volksmusik. Max ist in Amerika aufgewachsen, hat viel Zeit in Indien und Senegal verbracht und sehr viele musikalische Einflüsse bekommen. Das Hackbrett gibt es ja unter anderem auch als “Santur” in Indien, wo er das Instrument intensiv studiert hat. Das spannende und faszinierendste ist aber die Art, wie er es spielt. Da wir versuchen, so viel Eigenständigkeit und Neues wie möglich in unsere Musik zu bringen, geht es dabei weniger um “Handpan und Hackbrett”, als vielmehr um “Manu und Max”.
Das entstand, weil wir uns bei unseren Duo-Konzerten face-to-face gegenübersitzen. Das Setting hat mich irgendwie an Tennis erinnert, das ich auch privat gerne spiele. Wie der Tennisschläger den Ball trifft, ist etwa ähnlich zu der Stelle, an der ich beim Instrument anschlage. Darauf anspielend trägt es den Titel “Sweet Spot”, der darauf anspielen soll, wie und wo man den perfekten Sound findet. Ich und Max ZT waren zur Aufnahme des Albums beide 40 Jahre alt, daraus entstand der Song “40:40”, ein Begriff aus der Tennissprache. Auch der Albumtitel “Deuce” ist dem Tennisvokabular entlehnt. Im Französischen bedeutet “Deuce” die Zahl “Zwei”, was wiederum mit unserer Duo-Konstellation zusammenpasst.
Auf meinem letzten Album ("Snow from Yesterday", Anm.) gab es viel Gesang mit drei Sängerinnen, elektronischen Beats, Blechbläsern und mehr. Im Kontrast dazu haben wir uns für "Deuce" sehr reduziert. “Deuce” ist dadurch sehr intim geworden, wir haben es nur mit unseren zwei Instrumenten live in einem großen Raum aufgenommen. Es gibt keine Nachbearbeitung, keine Electronics, dadurch ist es sehr “roh” geworden.
Live werden, wie auch bei der Albumaufnahme, die Instrumente im Fokus stehen. Es wird zusätzlich Live-Visuals geben, um das ganze optisch zu untermalen. Ich persönlich freue mich sehr darauf, dass Max ZT mit dem Hackbrett in Österreich auftritt, einem Land, wo das Instrument aus der Volksmusik doch sehr bekannt ist – so etwas wie den Max gibt es wirklich sehr, sehr selten und man sollte es wirklich nicht verpassen.
Das ist tatsächlich ein ziemlicher Unterschied. Mit dem Orchester sind wir insgesamt 70 bis 80 Leute auf der Bühne. Orchesterkonzerte sind für mich zwar eher selten, aber dafür umso größer und spezieller in der Vorbereitung, vor allem hinsichtlich Komposition und Arrangement. Die Arbeit mit Orchestern ist ganz anders als solo oder mit Band. Für mich ist es etwas Besonderes, in so großen Sälen ausschließlich meine eigene Musik spielen zu dürfen und ich empfinde es als große Ehre, wenn so ein großer Klangkörper meine Musik spielt.
(denkt lange nach) Ich würde sagen, “Zeitgeber”, bei dem ich Schlagzeug spiele. Ich spiele mittlerweile mehr Handpan als Schlagzeug, aber Schlagzeug ist noch immer etwas ganz besonders für mich.
Da gab es zwei Projekte, die ich aufgrund ihrer Einzigartigkeit nennen würde: einerseits das Album „Parasol Peak“, das ich mit Mitmusikern im Rahmen einer Bergexpedition in den Alpen aufgenommen habe. Zweitens die „Recycling Tour“, als ich mit Band und Crew die ganze Tourstrecke durch Europa per Rad zurückgelegt habe. Auf diese zwei Projekte bin ich besonders stolz und blicke sehr gern darauf zurück.
Zuletzt hab ich mir Federspiel live in Innsbruck angesehen, auch Apparat in München fand ich sehr cool. Soap&Skin fand ich live auch sehr spannend. Was Konzerte betrifft, vermisse ich London ein wenig, ich hab 16 Jahre lang dort gelebt und bin nun wieder zurück in Tirol, wo das Kulturleben dann doch ein wenig anders ist (lacht). Jetzt zu den Artists, die ich sehr viel höre: letztes Jahr hab ich zum Beispiel eine Tour mit dem englischen Singer-Songwriter Douglas Dare gespielt, seine Musik hab ich sehr ausgiebig gehört. Auch Tigran Hamasyan, armenischer Pianist, ist in meiner Playlist ganz weit oben. Max ZT und ich werden auf der anstehenden Tour auch eine Coverversion spielen, eine Hackbrett-und-Handpan-Version von “Zombie” von The Cranberries, die ich gerade sehr viel höre.