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Madonna, die Mutter aller Popfeministinnen, lädt wieder auf den Dancefloor

16.04.2026 von Stefan Baumgartner

Madonna, die Mutter aller Popfeministinnen, lädt wieder auf den Dancefloor: Am 3. Juli erscheint ihr neues Album „Confessions II“, einen ersten Teaser gibt es bereits. Kommt sie nach bald 15 Jahren auch endlich wieder nach Österreich?

Soeben hat Popikone Madonna ihr neues Studioalbum angekündigt: Die Platte mit dem Titel “Confessions II" soll am 3. Juli erscheinen und knüpft an das ikonische “Confessions On A Dance Floor” aus dem Jahre 2005 an. Es ist dies nach “Madame X” ihr erstes neues Album seit sieben Jahren, ihr 15. Studioalbum. Als erste Single wird “I Feel So Free” erwartet, der erste Teaser deutet es bereits an: Es wird beatlastig, Madonnas Inspirationen kommen in erster Linie aus dem House - zumal sie in einem Pressestatement auch die spirituelle Bedeutung von Dance Music betonte, den Dancefloor als rituellen Raum bezeichnet, als einen Ort der Verbindung und als einen Ort, an dem die eigene Zerbrechlichkeit erlaubt ist und zudem ein Ort ist, an dem es darum geht, sich mit Gleichgesinnten zu verbinden und Grenzen zu verschieben.

Update vom 18. April: Mittlerweile ist die volle Single zu hören.

Die Mutter aller Popfeministinnen

Madonnas Musik mag in den letzten Jahren etwas aus der Zeit gefallen klingen, nach Eventpop - aber ohne sie hätte es weder Künstlerinnen wie Billie Eilish und Miley Cyrus, noch Ikkimel gegeben: Denn das Verschieben von Grenzen - gerade als Frau - hat Madonna erst erfunden. Madonna wird als eines der “Kinder von Andy Warhol” verstanden - neben einer völlig anders orientierten Künstlerin wie Patti Smith.

Ich bin in den Neunzigern in einem Umfeld aufgewachsen, in dem Begriffe wie “Feminismus”, “Queer” oder “Empowerment” absolut rätselhaft waren, sofern im Sprachgebrauch überhaupt vorhanden. Im MTV-Universum gab es damals allein zwei Typen von Frauen: entweder die, die sich halbnackt zu dekorativen Zwecken an teuren Autos rieben, während ein Typ ihre optischen Qualitäten besang. Und die, die mit Kulleraugen und naiver Unschuld ihr Publikum baten, nicht allzu hart mit Mädchen umzugehen. Selbstverständlich gab es in meiner Jugend auch schon Stars wie Beyoncé, ebenfalls eine feministische Ikone, die selbstbewusst in die Kamera “I'm a survivor!” schrien. Aber trotzdem waren das noch Zeiten, in denen man als weibliche Popikone noch fast eidesstattlich erklärte, sich als gute Christin selbstverständlich bis zur Ehe aufzusparen.

Und dann war da noch eben Madonna, die einerseits als Sexgöttin wahrgenommen wurde (und sich als diese durchaus auch zu vermarkten wusste), gleichzeitig aber auch Sexismus und das Patriarchat anprangerte. Ein Paradoxon, das man auch heute in der weiblichen Welt der Popmusik - Tate McRae, Nessa Barrett, Slayyyter und wie sie alle heißen mögen - immer wieder findet. Dabei war es schon damals bei Madonna eigentlich ziemlich einfach zu verstehen: Für sie, die aus einer streng religiösen Arbeiterfamilie mit Migrationshintergrund kam, ging es einfach nur um das Recht auf Selbstbehauptung.

Denken wir da allein schon an “Justify My Love” aus dem Jahre 1990 zurück, ein Video, in dem zwar die Frau natürlich in Spitzenunterwäsche am Bett liegt, aber sie es ist, die den Mann an der Kehle packt, um ihm den Weg zu ihrem Körper zu weisen: Sie zeigt, sie ist die Bestimmerin über ihren Körper - selbst dann, wenn sie sich vor dem Mann hinkniet. Ihr voyeuristischer Blick beruhigt, gerade weil er ausnahmsweise der einer Frau ist: “I don't want to be your mother, I don't want to be your sister either, I just want to be your lover.” Dieses Empowerment war damals revolutionär - und ist bis heute nicht nur großartig, sondern auch wegweisend.

Dabei braucht man nicht denken: Gut, jemand, der ein Star ist, kann sich alles erlauben. Selbst vor dem Durchbruch mit ihrem Debütalbum im Jahre 1983 hielt sich Madonna nicht nur mit Gelegenheitsjobs über Wasser - sondern auch mit Nacktaufnahmen, die später dann natürlich auch in Millionenauflage im Playboy und Penthouse erschienen. Bereits damals war sie eine selbstbewusste Frau, die auf die Hürden und Hindernisse des Lebens antwortete, indem sie mit ihrem Körper das anstellte, was sie wollte.

Madonna live

Bei ihrem letzten - überhaupt erst zweiten - österreichischen Gastspiel, im Juli 2012 im Happel-Stadion, hatte sie es dennoch nicht leicht: Die Show war mäßig verkauft, obwohl für damalige Verhältnisse bombastisch angesetzt. Mit 70 Lastwägen reiste sie an und bereits bei der ersten Nummer war klar: Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen, mit einer Bühne mit allerlei Schnickschnack, riesigen Leinwänden und dutzenden Tänzern.

Denn fairerweise muss man sagen, dass Madonna musikalisch über die Jahre hinweg immer belangloser wurde. Und was der Song nicht hergibt, muss mit größenwahnsinnigen Nebensächlichkeiten wettgemacht werden. Es war vielleicht nicht die beste Karriereentscheidung, sich immer stärker in Richtung Clubsound zu bewegen: Der Weg von Ibiza in die Dorfdisco ist kurz. Wo Madonna zu Karrierebeginn nicht nur programmatisch, sondern auch musikalisch eine Vordenkerin war und sich immer wieder neu erfunden hatte, hinkte sie später immer starker hinterher.

Ob Madonna diese jahrzehntelange Talfahrt mit dem “Confessions”-Nachfolger nun aufhalten wird können, bleibt abzuwarten: Wenn sie es schafft, gemeinsam mit ihrem alten Produzenten-Partner Stuart Price die damalige Pop-Frivolität wieder aufleben zu lassen, hat sie gute Chancen - denn dieses Album war tatsächlich noch ein monströser Clubabend, einer, den man sich nun endlich auch wieder in Österreich vorstellen könnte. Zumal Clubsounds gepaart mit Popfeminismus aktuell ohnehin Selbstläufer sind.


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Madonna

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Infos auf dem Stand vom 16.04.2026  

Ticketalarm Madonna
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