Bild: Phoenix Johnson
Diese Woche ist auf Spotify wieder viel passiert und unsere HEADLINER-Playlist ist um ein paar Songs stärker! Wie jede Woche haben wir uns durch ganz viel neue Musik durchgehört und haben für euch das Beste herauskristallisiert und schön kompakt zusammengefasst, damit ihr die beste Musik immer auf eurem Handy dabeihabt! Ein paar ganz besondere Highlights aus der Spotify-Liste möchte ich aber gleich noch extra hervorheben: Denn es ist noch viel mehr passiert, als dass Fontaines D.C. ihr neues Album “Dopamine Chamber” veröffentlicht haben.
“Dopamine Chamber” ist das bereits fünfte Album der fünf Herren aus Dublin - und die grundlegende Stoßrichtung steckt da definitiv bereits im Titel, vom ursprünglichen, dreckigen und alkoholgetränkten Post Punk sind nur mehr einzelne Sprengsel übriggeblieben. Während man sich beim Vorgänger “Romance” (2024) von Lana Del Rey und Brit Pop inspirieren ließ, einen großen und euphorischen Sound aufbäumte, dominiert hierauf der kühle, bei Depeche Mode geschulte Synth-Sound der Achtziger - und zirka eine Billiarde Tonnen an Hoffnungslosigkeit. Atmosphäre statt Energie, das ist die neue Devise - es geht um all unserer Verlorenheit in einer zunehmend von dauerhaften virtuellen Reizen bestimmten Welt. Denn der Begriff der “Dopamine Chamber” geht auf ein Experiment mit Ratten zurück: Diese bekamen Stromschläge direkt ins Belohnungszentrum des Gehirns gesendet, sodass große Mengen an Dopamin freigesetzt wurden. Um an das Dopamin zu kommen, mussten die Ratten einen Hebel berühren, der diesen Stromschlag auslöst. Ratten, die den Zusammenhang verstanden hatten, bedienten diesen Hebel mehrere Tausend Mal pro Tag - so wie wir Menschen uns heute durch TikTok und Instagram doomscrollen. Anspieltipps sind “Marianne” (mit der wunderbaren Textzeile “I can hel you disappear”) und “Where Is Gone?” mit Superstar Rosalia - das Duett versprüht definitiv Nick Cave & Kylie Minogue-Vibes!
Ein kleiner Blick zurück in den Sommer: Am Ende August veranstaltete Olivia Rodrigo in Kalifornien erstmals ihr eigenes Festival namens Daisy Chain Fields, auf der Bühne standen ausschließlich Frauen - darunter auch ihre gute Freundin Chappell Roan. Nun machen sie erstmals auch musikalisch gemeinsame Sache: Roan ist nämlich auf einer neuen Version von Rodrigos Song “expectations” zu hören. Allerdings hat sie dafür gleich eine komplett neue Strophe beigesteuert: Während Rodrigo mit einer Reihe enttäuschender Männer abrechnet, richtet Roan ihre Zeilen an eine Frau, die sie wenig beeindruckt. Funfact: Im Video dazu sehen wir Talking-Heads-Legende David Byrne. Aber geben wir nochmal den Frauen eine Bühne: Neue Singles haben auch Zara Larsson ("Blue Moon") und Tate McRae ("Housewife") veröffentlicht, Isabel van Gelder mit “Lovesick” eine neue EP und Rachel Chinouriri mit “I Think I Spoke Too Soon” sogar ein ganzes Album!
Eine neue Single gibt es nicht zuletzt auch von U2, und zwar “The Greatest Show On Earth”. Der Song knüpft klanglich an die Ära von “The Joshua Tree” an und rückt gleichzeitig die außergewöhnliche Geschichte der Band in den Fokus, zählen die Iren immerhin zu den wenigen Rockbands, die auch nach fünf Jahrzehnten noch in Originalbesetzung aktiv sind. Am 13. November erscheint dann ihr neues Album “Carnaval De Luz” - bevor man endlich auch wieder auf Tour geht! Zwischen Februar und März werden Bono und Co. erstmal Südamerika unsicher machen - bevor Europa (!) am Plan steht. Da sind die Termine vorerst noch streng geheim - aber drücken wir die Daumen, dass auch das Happel-Stadion reserviert wurde!
In etwa einem Monat erscheint mit “Dreamers” das zehnte Album von Take That: Eine hymnische Nummer davon kennen wir schon, gefolgt von einer mit funky Grooves, einer folkigen Ballade mit Michael Patrick Kelly und den euphorischen Titelsong. Und nun bitten sie mit “Higher” auf die Tanzfläche: Der Song setzt auf tanzbare Beats und Grooves á la Daft Punk - und hält auch gesanglich eine Besonderheit bereit, diesmal übernimmt nämlich Howard Donald den Leadgesang!
Die Kaulitz-Brüder haben es sich mittlerweile im Boulevard gemütlich gemacht, aber nun lassen sie auch endlich wieder die Musik für sich sprechen: Vier Jahre nach “2001” erscheint heute das siebte Album von Tokio Hotel, “Encore”. Darauf blickt man zurück, etwa in “Memory Lane” auf das Aufwachsen in Magdeburg. Zugleich fragt man sich selbst aber auch, wohin die Reise noch gehen wird und wie belastbar die Freundschaft der vier Jugendfreunde nach über 20 Jahren noch ist …
Voller Sehnsucht haben die Fans von Helene Fischer auf “Warum” gewartet, denn bei ihrer letzten Stadiontour wurde der neue Song rasch und sogar neben den Klassikern (!) zum haushohen Favoriten! Zurecht, denn sie lässt uns überwältigend das Gefühl mitfühlen, wenn ein besonderer Mensch plötzlich alles verändert: wenn Nähe und tiefe Verbundenheit so intensiv werden, dass sie sich kaum erklären lassen. Das Musikvideo wurde übrigens in unserem Happel-Stadion aufgenommen!
Man freut sich für die beste Freundin. Natürlich. Aber was, wenn sich zwischen die ehrliche Freude plötzlich ein kleiner Stich Neid mischt? Genau um diese unangenehme Seite enger Freundschaften geht es auf “Lieben wir uns genug”, der neuen gemeinsamen Single von LEA und Zsá Zsá. Allerdings geht es nicht um einen großen Disput, sondern um unausgesprochene Gedanken und die Frage, wie ehrlich man innerhalb einer Freundschaft miteinander sein kann - und muss.
“Georg Danzer!!!!, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: Für Laurenz Nikolaus ist im Soundpark von FM4 klar, wer der Austropop-Goat ist, und das hört man ihrem heute erschienenen Debütalbum “aus dem Koffer” auch an. Zwischen “Deppata Bua” (ultrageil!) und der Ballade “Kartenhaus” geht es um den ur-wienerischen, direkten Schmäh und ums Aufwachsen irgendwo zwischen Wien und dem Rest von Österreich. Darauf trinken wir heute mal einen Obstler oder zwei!
Nach “zwei punkte” veröffentlicht Paula Hartmann mit “Kinder mit Kippen” die zweite Single aus ihrem dritten Album “Das traurigste Mädchen der Welt”: Darin blickt sie in Momentaufnahmen auf eine Jugend zurück, in der ausgelassene Abende und ziemlich ernste Geschichten oft erschreckend nah beieinanderlagen. Es sind bildgewaltige Szenen zwischen jugendlichem Übermut und brenzligen Situationen, oder wie Paula singt: “zwischen bester Tag deines Lebens und alles beschissen.”