Bild: Viktor Schanz
Acht lange Jahre haben wir auf diesen Moment waren müssen, doch nun ist es endlich wieder so weit: Jennifer Rostock melden sich zurück! 2027 steht dann ganz im Motto von "Alles muss man selber hassen": So der Titel vom kommenden Album und ihrer Tour, die sie auch in den Gasometer führt.
“Es tut wieder weh”. “Feuer”. “Hengstin”. “Neider machen Leute”. “Himalaya”. Für Banger wie diese war 2018 vorerst einmal Schicht im Schacht, denn vor mittlerweile auch schon acht Jahren (!) zogen Jennifer Rostock erstmal den Stecker - wohlgemerkt allerdings, ohne sich aufzulösen. Ein kleines Päuschen, ein Nickerchen halt. Aber wer das kennt, wenn man abends bei Netflix mal “kurz” die Augen zumacht oder am Wochenende auf der Couch fernschläft: Aus einer kurzen Rast kann schon mal ein Weilchen werden!
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen! 2018, da wusste man noch gar nichts von Corona, Angela Merkel kündigte ihren Rückzug an - etwas, das wir eingedenk Friedrich Merz heute am liebsten rückgängig machen würden. 2018 wurde ob des Skandals rund um Kollegah und Farid Bang der Echo eingestampft, Österreich wurde mit Cesár Sampson beim Eurovision Song Contest in Lissabon dritter - und Prinz Harry heiratete Meghan Markle. Aber mehr noch als das: 2018, das war auch das “Zukunfts”-Jahr, in dem Filme wie “Rollerball” (1975), der vierte “Terminator”-Teil (2009) und “Iron Sky” (2012) spielten. 2018 mussten wir uns leider von Avicii verabschieden, ebenso von Christine Nöstlinger, die erst gestern ihren 90. Geburtstag gefeiert hätte.
Wenn man einmal darüber nachdenkt, wie viel Wasser seitdem die Donau hinabgeflossen ist (übrigens: grob 1,7 Billiarden Liter), dann merkt man: Jennifer Rostock waren wirklich verdammt lang von der Bildfläche verschwunden. Aber wurscht: Weil vergangenen Sommer und mit ihrer neuen Single “Wir schon wieder” haben sich die Damen und Herren rund um Jennifer Weist, die zwischenzeitlich in ihrer Autobiographie “Nackt: Mein Leben zwischen den Zeilen” auch als Autorin reüssierte, wieder zurückgemeldet. Im Buch sprach sie offen über Tabus und schwere Lebenserfahrungen mit Drogen und sexualisierte Gewalt, berichtete auch über die Schattenseiten der Musikindustrie.
Aber nun nimmt sich Jennifer Weist endlich wieder hinter dem Mikro kein Blatt vor den Mund: Seit “Wir schon wieder” sind mit “Bist du noch da?”, “Alles muss man selber hassen”, "Fehler im System" und ganz aktuell “Hände” bereits vier weitere neue Singles erschienen - und eine davon trägt sogar bereits den Titel des kommenden Albums von Jennifer Rostock
Bereits am 29. Jänner wird “Alles muss man selber hassen” erscheinen - und die ersten Eindrücke machen klar: In ihrer Pause haben es die Fünf nicht verlernt, dass man “Punk-Attitüde” mit ordentlich Gummi schreibt. Der Sound ist seit ihrer Pause vor fast zehn Jahren definitiv nicht aufgeweicht worden, sondern knüpft nahtlos daran an, wo man damals aufgehört hat. Und auch inhaltlich: Die Stoßrichtung von “Nackt” führt Jennifer Weist konsequent weiter, irgendwo zwischen Konsumkritik, wachsender sozialer Ungleichheit und Umweltzerstörung rechnet man mit einer Gesellschaft ab, in der sich vieles auch nur um Geld und Profit dreht. Klare Ansagen gehörten bei Jennifer Rostock halt schon immer dazu - und das ist gut so, heute wichtiger denn je!
Allerdings: Für das Comeback hat sich die Band personell neu aufgestellt. Neben Jennifer Weist, Keyboarder Joe Walter und Schlagzeuger Christopher Kohl gehören inzwischen Gitarrist Elmar Weyland und Bassistin Josi Hille zur Besetzung. Wie sich die neue Formation live schlägt, konnten Fans bereits bei fünf Clubkonzerten im Oktober erleben. Im kommenden Frühjahr stehen dann wieder größere Bühnen - wie etwa die Raiffeisen Halle im Gasometer - auf dem Programm, natürlich nicht nur mit neuen Songs, sondern auch reichlich Material aus inzwischen fast zwei Jahrzehnten Bandgeschichte. Tickets dafür gibt es bereits ab morgen um 10 Uhr!