Bild: David Daub
45 Millionen Euro, so heißt es, ließ es sich die niederländische Brauerei Heineken kosten, dass in „Skyfall” Daniel Craig als James Bond Gerstensaft statt seinem berühmten Martini „geschüttelt, nicht gerührt” trinkt. Wobei „statt” übertrieben ist: Die Doppel-Null war vertraglich nur verpflichtet, in mindestens einer Szene ein Bier zu trinken, und die hat Regisseur Sam Mendes noch dazu in den Teil der Geschichte verbannt, wo sich Bond nach einer schweren Schussverletzung an einem türkischen Strand weitab der Zivilisation erholt und fancy Cocktails ohnehin nicht zum Repertoire der örtlichen Gastronomie zählen. Erschwerend kommt hinzu: Während Bond das Bier trinkt, bedeckt sein Daumen das Label. Wer nicht weiß, dass es sich bei der Flasche um Heineken handelt, wird es hier auch nicht erfahren. Aus der Marke Heineken wurde erfolgreich das Geld herausgeschüttelt, die Marke James Bond hat sich dagegen nicht ... gerührt.
Der Aufschrei, der vor Erscheinen des Films und bei Bekanntwerden des Product-Placement-Deals durch die Fangemeinde ging, zeigt sich nachträglich also als gänzlich unbegründet: Man wird schon wissen, dass allen Zeitgeist-Verschiebungen zum Trotz gewisse Grundpfeiler bei einer derart ikonischen Figur vielleicht (wie hier) angetastet, aber nicht komplett eingerissen werden dürfen. James Bond wird heute vielleicht nicht mehr die Frauen reihenweise unter die Laken ziehen, um sie am nächsten Morgen schon wieder vergessen zu haben – schöne Girls an seiner Seite wird es jedoch wohl immer geben. Und ganz gleich, wie sensibilisiert man sich im Umgang mit Alkohol zeigen muss, der Schweralkoholiker mit der Lizenz zum Töten wird nie vollends auf seinen Martini verzichten, wenngleich es Craig in „Casino Royale” sogar einerlei sein darf, ob dieser geschüttelt oder gerührt serviert wird. Apropos: Im gleichnamigen Roman von Ian Fleming von 1953 lässt sich Bond einen Martini mit (Kina) Lillet anstelle von Wermut servieren.
Wir vollziehen nun einen Zeitsprung von 70 Jahren, vom MI6-Headquarter in London an den Pool einer Villa auf Rügen: Dort chillt 2022 an einem warmen Juni-Tag die 1998 in Wedel bei Hamburg geborene Popsängerin Nina Chuba gemeinsam mit zwei Produzenten und zwei Songwritern. In der lockeren Atmosphäre entsteht – vibe gecatcht – ihr Song „Wildberry Lillet”, ein Stück, das von utopischen Wünschen handeln soll. „Will ein Haus für meine Mama an der Küste von Catania / Zum Frühstück Canapés und ein Wildberry Lillet” heißt es da, und bei dem raketenhaften Erfolg, den Chuba erfahren hat, seitdem sie das Lied gedroppt hat, ist zumindest dieses Wunschdenken nach Geissenhaftem Jetset so utopisch nicht mehr: Denn die Generationen Z und Alpha (und, je nach Bubble, auch viele darüber hinaus) feiern auf ihren Lillet-geschwängerten Homepartys den Track (mit über 100 Millionen Streams auf Spotify!) derart hart ab, dass ältere, renitente Semester schon einmal stutzig werden können: Nicht nur in Hollywood, auch Rapper nennen gern Marken in ihren Songs – der Glanz von Luxusprodukten wie Mercedes oder Rolex soll jedoch auf sie abstrahlen. Wie war das aber bei Nina Chuba? Ein kommerzieller Erfolg im Musikbusiness und gleichzeitig in der Getränkebranche kann doch nicht Zufall sein? Was war zuerst, die Henne oder das Ei? „Wildberry Lillet” oder Lillet Wild Berry, wie das sommerliche In-Getränk tatsächlich heißt?
Lillet wird seit 1872 südlich von Bordeaux hergestellt, vor rund 8 Jahren ist er das erste Mal in Österreich aufgetaucht. „Auslöser war ein Hamburger Trendforscher, der Lillet Spritz als Sommerdrink angepriesen hat”, verrät uns Tabea Dum, Brand Manager für Pernod Ricard Austria – die Firma, die Lillet hierzulande vertreibt. Eine, freilich nicht repräsentative, Umfrage im eigenen Bekanntenkreis zeigt, dass Lillet Wildberry gerade bei jungen Mädchen tatsächlich schon länger als seit Sommer 2022 den altbackenen Weißen Spritzer (oder Kaiserspritzer) abgelöst hat, Nina Chuba also vollinhaltlich (nicht nur) das Trinkverhalten ihrer Bubble bedient, gekonnt auf der Klaviatur ihres Soziotops spielt – einen Hype damit zwar vielleicht nicht losgetreten, aber doch ordentlich potenziert hat.
War „Wildberry Lillet” gar ein kluger Schachzug von Pernod Ricard, um ihr Getränk noch weiter, subversiv und sympathisch in der Zielgruppe zu vertreiben – Product Placement eben? Die Vermutung liegt nahe, erstens, weil es nichts Neues wäre, zweitens, weil nach dem bombastischen Erfolg von „Wildberry Lillet” gleich ein zweites, professionelleres Video zum Song folgte, in dem auch Schweppes (die die „Wild Berry”-Mische vertreiben) als Partner ausgewiesen wurde. Bei Pernod Ricard Austria hingegen winkt man ab, sind sie „aus Eigeninitiative und auch gesetzlich” verpflichtet, sehr verantwortungsvoll mit dem Thema Alkohol umzugehen. Einer der Punkte in ihrem „Code of Communications” sieht demzufolge vor, dass Testimonials mindestens 25 Jahre alt sein müssen – und das wäre Chuba erst diesen Oktober. Man hätte also gar nicht dürfen, selbst wenn man gewollt hätte. Der beiderseitige Erfolg scheint also tatsächlich ein reiner, dem Zeitgeist geschuldeter Glücksfall, gewesen zu sein – der sich, unbeabsichtigt, aber wohl für beide Parteien nicht ungewollt, befruchtet hat.
Wird Pernod Ricard nun mit Jahresende bei Chuba durchklingeln, dann, wenn sie das legale Alter erreicht hat? „Generell stehen wir Kooperationen immer offen gegenüber”, heißt es bei Pernod Ricard. Kluge Marketingverantwortliche werden aber auch wissen, dass in der Musikgeneration, die stark auf TikTok präsent ist, Hits zwar huge gehen können, dabei aber kurzlebig sind. „Wir versuchen, eigenständig nachhaltig zu wachsen und uns unabhängig von Trends weiterzuentwickeln”, nickt dazu Dum. Außerdem: Chuba selbst trinkt Alkohol eigentlich gar nicht soooo gern.
Vor rund acht Jahren ist Lillet das erste Mal in Österreich aufgetaucht. Auslöser war ein Hamburger Trendforscher, der Lillet Spritz als Sommerdrink angepriesen hat. Heute gibt es Lillet in zig Variationen an den unterschiedlichsten Plätzen in ganz Österreich. Als einer der österreichischen Drink-Lieblinge erfreut er sich großer Beliebtheit – unabhängig vom Song "Wildberry Lillet". Dass Nina Chuba aufgesprungen ist, zeigt aber, dass Lillet aus den Getränkekarten nicht mehr wegzudenken ist.
Vesper, so heißt der Drink ist natürlich gerade bei Männern beliebt und war einer der ersten Drinks mit Lillet. Heute fällt die Wahl schwer. Empfehlen würden wir ihm unsere neueste Kreation, den neuen Lillet White Peach. Prädikat Absolut verkostenswert.
Prinzipiell sind Geschmäcker verschieden, wir würden hier aber nicht nach Geschlecht differenzieren. Es gibt zum Beispiel immer mehr Frauen, die zu einem gut gereiften Whisky greifen. Aber natürlich haben wir uns gerade mit Lillet vorgenommen, Female Empowerment zu leben. Seit kurzem gibt es daher die Plattform "Les Ateliers Lillet". Hier geben wir Frauen eine Bühne, auf der sie ihre persönlichen Erfahrungen teilen, Inspirationen finden und gemeinsam wachsen können. Dabei werden sie nicht nur bestärkt, Lillet auf ihre persönliche Art zu genießen, sondern auch ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.
Pernod Ricard ist aus Eigeninitiative und natürlich auch gesetzlich verpflichtet, sehr verantwortungsvoll mit dem Thema Alkohol umzugehen. Im sogenannten „Code of Communications“ sind die Eckpfeiler dafür festgehalten. Die Marken sollen in jeglichem Bild- und Videomaterial der gelebten Corporate Social Responsibility entsprechend präsentiert werden. Daher müssen Personen, die auf Fotos und Videos abgebildet werden, mindestens 25 Jahre alt sein. Eine Kooperation mit Nina Chuba wäre zu diesem Zeitpunkt gar nicht möglich gewesen.
Aktuell ist uns nichts bekannt. Generell stehen wir Kooperationen aber immer offen gegenüber.
Wir freuen uns darüber, dass Nina Chubas Lieblingsdrink Lillet Wildberry ist und kein anderer Drink.
Die Kosten hängen von zu vielen Faktoren ab, dass sie schätzbar wären. Wir haben keine Insights wie die Sponsoring-Pakete von Nina Chuba ausschauen. Zudem ist es komplett davon abhängig, in welchen Kanälen und wie sie als Testimonial zur Verfügung steht. Aktuell sind alle Kampagnen, die wir machen sehr digital fokussiert, kombiniert mit TV (nur Privat-TV möglich) und OOH. Also wenn, sollte es 360 Grad sein inklusive Aktivierung in Gastronomie und Handel und das ist schwer bezifferbar.
Gerade als Drink ist es natürlich wichtig, sichtbar zu sein. Drinks werden primär über die Gastronomie gemacht. Wenn man den Drink-Namen schon mal kennt, wird das Bestellen natürlich einfacher. Aber auch in unserem Freundes- und Familienkreis wurde der Song lautstark mitgesungen.
Nachdem wir im Wachstum auf verschiedene Kanäle setzen und gerade gute Partnerschaften in der Gastronomie wichtig sind, springen wir gerne auf den Zug auf, versuchen aber auch eigenständig nachhaltig zu wachsen und uns unabhängig von Trends weiterzuentwickeln.
Mehr Informationen zu Lillet Wildberry findet ihr auf der Website von Pernod Ricard.
Nina Chuba gastiert am 8. Mai im Gasometer. Rasch Tickets sichern! Tickets gibt es bei oeticket.com.