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Österreich schickt JJ mit "Wasted Love" zum ESC

06.03.2025 von Stefan Baumgartner

Der Österreich-Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest, der nach dem Vorjahresgewinn von Nemo mit “The Code” am 17. Mai in Basel über die große Bühne geht, kommt von JJ alias Johannes Pietsch: Der österreichisch-philippinische Kontertenor wurde 2001 in Wien geboren und wuchs in Dubai auf, bevor er 2016 wieder zurück nach Wien zog.

Mit seiner unverwechselbaren Stimme, die bis in Sopranhöhen aufsteigt, hat sich JJ für seine außergewöhnliche Bandbreite und seine gefühlvollen Darbietungen bereits einen Namen gemacht - dem breiten Publikum ist er etwa aus der ORF-Show “Starmania” bekannt, wo er sich 2021 bis ins Finale sang. Derzeit tritt er an der Wiener Staatsoper auf und hat bereits in Produktionen wie “Die Zauberflöte” mitgewirkt. Abseits der Bühne absolvierte er die Opernschule der Wiener Staatsoper und studiert aktuell an der renommierten Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.

Seit heute ist sein Beitrag “Wasted Love” zu hören.

“Wasted Love” ist eine kurze, knackige, aber überaus opulente “Pop-Oper” mit Techno-Beat, es dreht sich um eine unerwiderte Liebe, die sich zu einer Freundschaft wandelte.

Der Song fängt meine Erfahrung mit unerwiderter Liebe perfekt ein. Es gibt eine besondere Art von Herzschmerz, wenn man so viel Liebe zu geben hat, aber keinen Ort, an dem diese ankommen kann. Es fühlt sich an, als würde man auf einem zerbrechlichen Papierboot auf dem Meer treiben - sich an jeden Hoffnungsschimmer klammern, nur um zuzusehen, wie er sich unter einem auflöst. Und doch liegt in dieser naiven Hingabe etwas unbestreitbar Schönes. Denn am Ende ist es schön, einfach lieben zu können - egal wie verschwendet.

Das Musikvideo, das in einer Tauchschule, einem Wald und dem Stadttheater Baden gedreht wurde, lässt mit Spannung erwarten, was JJ für seine Performance auf der großen ESC-Bühne geplant hat: Am 15. Mai wird er im zweiten ESC-Halbfinale um den Einzug in das Finale rittern, das dann am 17. Mai über die Bühne geht. Aber erst muss er sich unter anderem gegen die ESC-Überflieger Irland, die bereits siebenmal (!) auf Platz 1 gelandet sind, durchsetzen.

Österreich für Deutschland

Nicht erst die Hürde eines der beiden Semifinale nehmen müssen neben dem Gastgeberland auch die fünf größten Geldgeber des ESC, darunter auch Deutschland. Unser großer Nachbar hat sich im nationalen und von Stefan Raab angeführten Vorentscheid “Chefsache ESC 2025 - Wer singt für Deutschland?” bereits am 1. März für seinen Beitrag entschieden: Letztlich votierte die neben Stefan Raab auch aus Yvonne Catterfeld, Elton, Nico Santos, Max Mutzke, Johannes Oerding, Max Giesinger und Chonchita Wurst bestehende Jury für das österreichische (!) Duo Abor & Tynna, die in der ersten Vorstellungsrunde “Skyfall” von Adele interpretierten, im Vorfinale “Bang Bang” von Nancy Sinatra und schließlich mit ihrem eigenen Stück “Baller” im “Superfinale” das Rennen machten und somit unter anderem die Publikumslieblinge Feuerschwanz ausstachen.

Abor & Tynna sind ein Geschwisterpaar aus Wien und heißen eigentlich Attila und Tünde Bornemisza. Sie wuchsen in einer Musikerfamilie auf, ihr Vater ist seit 1993 Cellist bei den Wiener Philharmonikern. Der ESC ist nicht ihre erste Bühnenerfahrung: Bereits seit 2016 musizieren sie gemeinsam irgendwo zwischen Pop, Hip-Hop und Elektronik und waren vergangenes Jahr sogar Vorgruppe bei der Eröffnung der “Glas Tour” von Nina Chuba in Bremen.

Auch bei ihrem ESC-Beitrag “Baller” dreht sich alles um die Liebe: Tynna und ihr damaliger Freund trennten sich im Sommer 2024 nach sechs Jahren Beziehung, im Lied verarbeitet und singt sie über ihre Trauer. Während wir eine Pop-Oper ins Rennen schicken, ist der aus Österreich kommende deutsche Beitrag ein Elektropop-Song - und der Refrain überaus knackig:

Ich baller’ Löcher in die Nacht.
Sterne fall’n und knall’n auf mein Dach.
Es tut noch bisschen weh, wenn ich dich wiederseh’.
Aber ich komm’ nie wieder, egal was du mir sagst.

Österreich oder Deutschland - wer wird wohl die Nase vorn haben im Finale? Was meint ihr? Und auch wenn Abor & Tynna für Deutschland ins Rennen ziehen - zumindest geben sie im Oktober im Wiener Flex auch ein ganz besonders intimes Konzert für uns. Dafür ganz große Liebe!

Besonders gut gefällt mir übrigens der australische Beitrag “Milkshake Man” von Go-Jo: There are no kangaroos in Austria!


Live-Termine


Abor & Tynna - "Bittersüß"

04. Oktober 2025 | Wien, Flex


Infos auf dem Stand vom 05.03.2025  

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