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Konzerte

P!NK: mit neuem Album live in Wien!

12.12.2022 von Manuel Simbürger

Raise your glass, denn P!NK kommt 2023 erneut nach Wien. Dass sie rund 20 Jahre nach ihrem Debüt immer noch internationale Stadien ausverkauft, mag auf den ersten Blick verwundern. Auf den zweiten wird klar: Wer, wenn nicht „F*cking Perfect“-P!nk?!

Drei Jahre ist es mittlerweile her, dass Superstar P!NK im Rahmen ihrer „Beautiful Trauma“-Welttournee auch in Wien Station machte und ein fulminantes Konzert der Extraklasse zum Besten gab. Am 1. ist es wieder soweit: P!NK wird mit ihrem „Summer Carnival“ in das Ernst-Happel-Stadion einziehen und einmal mehr auf eine Art und Weise zum Beben bringen, wie es nicht mal Fußballmatches zustande bekommen, der Titel ist schließlich Programm. Und weil sich auch in Österreich P!NKs Ruf als beste Live-Performerin des Pop-Rock-Universums gefestigt hat, hat die „Just like a pill“-Sängerin aufgrund der hohen Nachfrage eine Zusatzshow am 2. Juli angehängt (und kurz darauf folgt auch das Olympiastadion in München).

Who knew

Erstaunlich ist das irgendwie schon, dass die inzwischen 43-Jährige mehr als 20 Jahre nach ihrem Debütalbum immer noch Stadien weltweit ausverkauft und regelmäßig vorne in den Charts vertreten ist. Hätte jemand Anfang der Nullerjahre gesagt, die Sängerin mit den rosa Haaren, die in den Dessous am meisten verkleidet wirkte, ist jene der „Lady Marmelade“-Damen, die die mit Abstand nachhaltigste Karriere hinlegt – man hätte ihm fehlendes Pop-Wissen unterstellt.

Fast Forward: 40 Millionen Alben und 50 Millionen verkaufte Singles weltweit, mehrere Nummer 1- und Top-10-Hits, zig Auszeichnungen, darunter drei Grammys. Ihre 2019er-Tour wurde zur zweiterfolgreichsten Tour einer Sängerin und zur zehnt erfolgreichsten Tour aller Zeiten. In Großbritannien ist sie gar die „most played female artist of the 21st century“ – noch vor Madonna, Rihanna, Katy Perry und Lady Gaga. Und wieder verwundert diese Auflistung von P!NKs Rekorden, denn auch wenn man sie ständig am Schirm hat, hat man eben genau das auch nicht. Fällt das Wort „Legende“ oder stehen Listen mit den einflussreichsten und/oder talentiertesten Sängerinnen an, P!NK kommt darin selten vor. Sie bekommt nach wie vor nicht den Respekt, den sie eigentlich verdienen würde. Vielleicht, weil wir sie für selbstverständlich nehmen, schließlich scheint P!NK immer schon dagewesen zu sein und auch so schnell nirgendwo hinzuverschwinden.

Just give me a reason

Die Sängerin selbst überrascht das wenig: „Ich habe noch nie einen Beliebtheitswettbewerb gewonnen“, sagt sie im Interview mit der New York Times, die 2017 eine Coverstory mit dem treffenden Titel „P!NK quietly became Pop Royalty“ veröffentlichte. In keinem Paragraphen über Popmusik wird sie erwähnt, gibt sie zu. „Und doch bin ich immer noch hier!“ Ja, aber wieso eigentlich? „Für die Fans, die sind der einzige Grund, wieso ich das alles nach wie vor mache“, sagt sie in der Prime-Video-Doku „All I know so far“. Kritiker und Anhänger der Sängerin antworten mit einer mindestens ebenso großen Zuneigung: Weil P!NK einfach die fucking coolste Frau der Pop-Rock-Musik ist! In einer Welt der Oberflächlichkeit (und damit meinen wir nicht nur das Showbiz) setzt P!NK auf Werte wie Authentizität, Bodenständigkeit, Self-Empowerment, Gleichberechtigung, Mut zur Wahrheit und dazu, hoch erhobenen Hauptes gegen den Strom zu schwimmen. Sich selbst treu zu bleiben, egal, was andere sagen.

What about us

Ja, mit dem Alter ist auch bei P!NK eine Sanftheit und Nachdenklichkeit zu bemerken, die Aura der rotzfrechen „Fuck you“-Attitüde hat sie aber nicht verloren. Sie tut ihre Meinung offen auf Social Media kund, legt sich auch schon mal mit respektlosen Usern an und veröffentlicht nach wie vor Songs (unvergessen die Anti-Bush-Hymne „Dear Mr. President“!) mit einer sozialpolitischen Message. Im aktuellen Hit „Irrelevant“ kämpft sie für Frauen-, POC- und LGBTIQ-Rechte, in „What about us“ spricht sie sich gegen Trump aus (auch wenn jeder glaubte, sie singe über Liebeskummer, was erneut zeigt, wie komplex und klug Alecia Beth Moore eigentlich ist).

P!NK, deren Charity-Work jenseits von Marketingstrategien stattfindet, ist die Badass-Anführerin, das ikonische Idol und die (trotz des Namens) jedes Farbstückerl spielende Lichtgestalt aller Outsiders und Benachteiligten, all jener, die als „anders“ gelabelt werden. Weil sie einfach sie selbst ist, ungekünstelt und mit großem Identitätsfaktor. Egal ob als aufmüpfige Rock-Punk-Göre mit seelischen Dämonen oder als coolste Mum ever, die ihren Sohn nach ihrem Lieblingswhiskey benennt und ihre Dankesrede zum „MTV Michael Jackson Video Vanguard Award“ dazu nutzt, gegen gefährliche Schönheitsideale aufzubegehren und ihrer Tochter zu versichern, wie wunderschön sie ist. P!NK ist keine Diva, sie ist der Kumpel zum Pferdestehlen.

So what!

Lässt man ihre vielseitigen Frisuren außer Acht, mag P!NK zugegebenermaßen nicht die Wandelbarste sein, ihr Songkatalog entfernte sich niemals zu sehr vom von Beginn an bewährten Konzept: ein radiofreundlicher Mix aus frechen Feel-Good-Uptempo-Songs und Power-Balladen, in denen der Weltschmerz zum individuellen Seelenschmerz wird, weil wir uns alle darin wiederfinden. Das mag man kritisieren, steht aber auch für großen Wiedererkennungswert und ist ein wichtiger Faktor in P!NKs langlebiger Karriere. Auch das ist Rock: Bei P!NK weiß man, was man bekommt, sie widersteht dem seit je her die Popkultur dominierenden Drang, sich stets neu zu erfinden, somit für Fans fremd zu werden und jede Art von Identitätsfaktor einzubüßen. Die Fans sind mit ihr gewachsen, gereift, aber im Kern immer noch dieselben. Und eingängige Melodien mit tiefgründig-persönlichen Texten? Das ist Beschweren auf (sehr) hohem Niveau.

Get the party started

„Trustfall”, das neue und neunte Studioalbum von P!NK, erscheint rechtzeitig vor ihren Wien-Konzerten am 17. Februar und ist bereits vorbestellbar!

Die fehlende Wandelbarkeit in den Songs macht P!NK mit ihren Live-Shows wett. P!NK performt nicht einfach nur, sie macht Dinge auf der Bühne, die nur sie kann und hat sich so ein unverwechselbares Trademark erarbeitet: Wenn sie während Akrobatik-Einlagen in schwindelerregenden Höhen in bester Zirkus-Manier Charthits in perfekter (!) Stimmlage zum Besten gibt, dann ist das schlicht atemberaubend. P!NK ist eine der ganz wenigen Superstars, die bei Konzerten nach wie vor auf gigantische Produktionen setzen, wechselnde Bühnenoptik, furiose Lichteffekte und Top-TänzerInnen inklusive. P!Nks Konzerte sind ein einzigartiges Konglomerat aus Cirque du Soleil, farbenprächtigem Pop-Bombast und niederschwelligem Plädoyer für Nächstenliebe.

Bewundernswert: Alte und neue Songs sowie auch Coverversionen bringen das Publikum gleichermaßen zum Kochen. Es ist in jeder Sekunde deutlich, wie viel Spaß die Sängerin immer noch auf der Bühne hat, von fader Routine keine Spur. Auf der Bühne feiert P!NK nicht sich selbst, sondern vielmehr das Menschsein und das Leben. P!NK ist nicht „nur“ Musik, sie ist ein Lebensgefühl. P!NK ist keine Kunst, sondern eine Lebensfigur. Eine verdammt coole noch dazu.

P!NK gastiert mit ihrem "Summer Carnival" am 1. und 2. Juli live im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Tickets gibt es auf oeticket.com - für den 2. Juli sogar für kurze Zeit in der Weihnachtsaktion ermäßigt! Der 1. Juli ist bereits restlos ausverkauft.

TICKETS
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