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Konzerte

Qual der Wahl für Fans von Sepultura: Soulfly oder The Troops Of Doom?

01.06.2026 von Stefan Baumgartner

Nicht nur, dass die brasilianischen Thrash-Heroen Sepultura in nur wenigen Wochen am Nova Rock ihr allerletztes Konzert spielen werden: Wenige Wochen später haben ihre Fans die Qual der Wahl, spielen doch mit The Troops Of Doom und Soulfly am selben Tag gleich zwei Ableger in Österreich - die einen in Salzburg, die anderen in Wien …

Sepultura vorzustellen, hieße, Eulen nach Athen zu tragen: Neben den “Big 4” Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax, sowie den “Teutonic Big 4” Kreator, Sodom, Destruction und Tankard sind sie zweifelsohne eine der größten Thrash-Metal-Bands: Legenden, die in einem Atemzug mit den ebenso immer noch juvenilen Vorvätern wie Exodus, Sacred Reich und Death Angel zu nennen sind.

Doch auch an ihnen nagt der Zahn der Zeit und somit haben sie erst kürzlich mit “The Cloud Of Unknowing” nicht nur ihre letzte Studioaufnahme veröffentlicht, sondern gehen - wie auch die Kollegen von Megadeth - aktuell auf Abschiedstour. Ihr letztes Konzert auf österreichischem Grund und Boden werden sie im Rahmen vom Nova Rock Festival in wenigen Tagen begehen - und somit die allerletzte Gelegenheit, noch einmal zu “Refuse/Resist” oder “Roots” den burgenländischen Acker umzupflügen.

Wer so lange existiert - Sepultura wurden vor über 40 Jahren (!) in brasilianischen Belo Horizonte gegründet - hat natürlich im Laufe der Geschichte den einen oder anderen Besetzungswechsel durchgemacht, kaum eine Band in dem Alter, die noch im Original-Line-Up zugange ist. Der prägendste Wechsel bei Sepultura war zweifelsohne die Zäsur 1996, nach dem Album “Roots”. Aufgrund interner Streitigkeiten verließ Gründer, Sänger und Gitarrist Max Cavalera die Band und wurde von Derrick Green ersetzt, der Sepultura bis heute seine Stimme verleiht.

Max Cavalera hingegen gründete 1997 mit Soulfly eine Band, die den auf “Roots” eingeschlagenen Pfad noch ausbaute: Irgendwo zwischen Thrash-, Groove- und Nu Metal mit massig Tribal-Sounds. Insbesondere das zweite Album “Primitive” (2000) mit Gastmusikern wie Tom Araya von Slayer und Corey Taylor von Slipknot zählt heute zu einem der bahnbrechendsten Nu Metal-Alben überhaupt. Natürlich hat auch Soulfly im Laufe der Zeit einige Besetzungswechsel durchgemacht - mittlerweile ist Soulfly sogar eine halbe Familienband: Am Schlagzeug spielt aktuell Max Cavaleras Sohn Zyon, dessen Ultraschall-Herzklopfen als Intro von “Refuse/Resist” auf Sepulturas “Chaos A.D.” zu hören ist.

Zuletzt veröffentlichten Soulfly Ende 2025 ihr dreizehntes Album “Chama” - portugiesisch für “Feuer”. Und ja, Max Cavalera und Co. brennen auch im fortgeschrittenen Alter noch lichterloh: Da kann man sich endlich wieder die Kutte rausrichten, wenn sie nach dem Picture On Festival 2024 und einem würdigen Abriss im Sommer 2025 im Grazer PPC endlich wieder in die Hauptstadt kommen - und zwar am 2. August in die Wiener ((szene)) - Tickets gibt es ab 2. Juni um 11 Uhr!. Allerdings gibt es im Westen des Landes noch eine weitere Möglichkeit, Soulfly live zu erleben: Im Rahmen vom Speedfest werden sie am ersten Festival-Tag (24. Juli) gemeinsam mit den Kollegen von Death Angel, Sacred Reich und Nervosa das Event Center in Hohenems auf die harte Probe stellen …

Am 2. August gibt es aber für Sepultura-Fans noch eine ganz spezielle Möglichkeit auf eine Zeitreise: Denn im Vorprogramm von Mushroomhead spielt im Salzburger Rockhouse The Troops Of Doom, die Band von Jairo T., Teil einer der frühesten Sepultura-Besetzungen: Er war der Vorgänger vom späteren Sepultura-Gitarristen Andreas Kisser, das Debüt-Album “Morbid Visions” (1986) und die EP “Bestial Devastation” (1985) wurden noch gemeinsam mit ihm eingespielt - es war dies nach zahlreichen, noch früheren Alternationen (u. a. mit Wagner Lemounier von Sarcófago am Gesang!) die erste stabile Besetzung.

Er verließ Sepultura dann noch vor ihrem zweiten Album “Schizophrenia” (1987) in Richtung der übrigens ziemlich geilen südamerikanischen Thrash-Metaller The Mist, aber ohne böses Blut: Hie und da stand er sogar mit Sepultura auf der Bühne - und hat nun, seit sechs Jahren, eine neue Band, die mit The Troops Of Doom betitelt ist. Kenner wissen es: Dies ist der Titel einer der frühesten und besten Stücke von Sepultura, ein Song, an dem Jairo damals tatsächlich auch mitschrieb.

Während The Troops Of Doom auf ihrer ersten EP “The Rise Of Heresy” (2020) noch zwei Sepultura-Cover - “Troops Of Doom” und “Bestial Devastation” - brauchten, um die Platte voll zu bekommen, hat man bereits am ersten Album “Antichrist Reborn” (2022) und spätestens mit dem Nachfolger “A Mass To The Grotesque” (2024) bewiesen, dass man etwas Eigenes auf die Beine gestellt hat, das natürlich irgendwo zwischen Sepultura und The Mist fischt, sich aber auch nicht zwangsweigerlich auf ein Namedropping verlassen muss: Fans der frühen Tage des Thrash-Metals werden hier bestens bedient, zumal man auf Originalität und Innovation einen riesen Haufen macht und einfach nur amtlich querbeet ballert … Übrigens: In der Live-Besetzung wird auch Frank Blackfire dabei sein - Ende der Achtziger auch Gitarrist von Sodom und somit damals dabei, als diese mit Sepultura erstmals Österreich zerstören: The past reborns the storms …

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