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Red Hot Chili Peppers-Bassist Flea wandert auf Solo-Pfaden

15.01.2026 von Stefan Baumgartner

Flea, seines Zeichens Bassist bei den Red Hot Chili Peppers, wandert nun auch (fast) allein auf weiter Spur: Im März erscheint sein Solo-Debütalbum "Honora", illustre Gäste von Thom Yorke bis Nick Cave inklusive.

Nach fast fünf Jahrzehnten als einer der prägenden Rock-Bassisten seiner Generation veröffentlicht Flea Ende März sein erstes offizielles Soloalbum “Honora”. Endlich fand er die Zeit und den Freiraum, zu seinen ersten musikalischen Leidenschaften zurückzukehren: Jazz und das Trompetenspiel. Denn auch wenn man Flea heute am Viersaiter kennt, so begann seine musikalische Leidenschaft tatsächlich mit dem Blechblasinstrument: Als Kind kam er erstmals mit Jazz in Berührung, als Freunde der Familie Jazz gemeinsam in ihrem Wohnzimmer spielten. “Diese Wildheit, diese Wärme, dieses Wir-Gefühl. Da wusste ich, dass es auf dieser Erde höhere Dinge gibt, weit über die Kleingeistigkeit, die mich so oft entmutigt hat.”

Allerdings verläuft das Leben nicht immer wie geplant! Obwohl Flea bereits damals davon träumte, seinen frühen Helden Dizzy Gillespie, Miles Davis und Clifford Brown nachzueifern, nahm sein Weg eine andere Richtung: Sein enger Freund Hillel Slovak bat ihn mit sechzehn, statt der Trompete doch bitte den Bass in die Hand zu nehmen und seiner Rockband beizutreten – der Beginn einer jahrzehntelangen Karriere mit den enorm erfolgreichen Red Hot Chili Peppers.

Mittlerweile ist Flea Sechzig - und kann es sich erlauben, wieder zu seinen musikalischen Wurzeln zurückzukehren, den Bass beherrscht er ja ohnehin schon aus dem Effeff. Während der letzten Tour der Chili Peppers nahm er seine Trompete mit, übte über zwei Jahre hinweg jeden Tag - und fühlt sich nun jetzt bereit, damit an die Öffentlichkeit zu gehen: Bereits im Dezember erschien die erste Single “A Plea”, nun folgt mit “Traffic Lights” der Nachschlag und auch die Ankündigung des Albums, das am 27. März erscheint.

Für “Honora” - benannt nach Fleas Schwiegermutter Shain Bayan, die auch das Album-Cover ziert - hat Flea zwar die Musik komponiert und arrangiert, spielt neben der abgestaubten Trompete natürlich auch den Bass. Aber er hat auch ein Ensemble moderner Jazz-Visionäre an seiner Seite, Saxofonist Josh Johnson, Gitarrist Jeff Parker, Bassistin Anna Butterss und Schlagzeuger Deantoni Parks. Da hatte sogar ein Star wie Flea etwas Bammel, fürchtete, die von ihm versammelte All-Star-Band könnte ihn für einen “non-playing motherfucker, einen Scharlatan, einen Rock-Poser” halten. Aber letztlich fühlte sich für ihn das Zusammenspiel wie auf Drogen an - was vielleicht auch an den mehr als nur hochkarätigen Gästen liegt: Als Gäste sind nämlich Nate Walcott (Bright Eyes), Maruo Refosco (David Byrne), Thom Yorke (Radiohead) und sogar Nick Cave zu hören - und Letztgenannter, das ist fast schon ein kleines Wunder!

2004 hat Nick Cave nämlich ordentlich über die Chili Peppers hergezogen, sie als “Schrott” bezeichnet. Erwachsen zeigte sich hingegen Flea: “Für eine Sekunde hat das natürlich meine Gefühle verletzt, insbesondere, weil ich Nick Cave liebe! Aber mir ist egal, ob er meine Band hasst - seine Musik bedeutet mir alles, weil er einer meiner Lieblingsmusiker aller Zeiten ist. Wenn er denkt, dass meine Band lahm ist, kann ich damit leben.” Mittlerweile dürften sie sich aber ausgesprochen haben, Cave beschreibt seinen Beitrag zu “Honora” als “ein wunderschönes Gespräch zwischen Fleas Trompete und meiner Stimme, voller Sehnsucht und Liebe. Der Song transzendiert seine einzelnen Teile und wird zu einem sich langsam entwickelnden kosmischen Tanz, in Form einer Versöhnung und einer Entschuldigung”. Also vielleicht kann man das gemeinsame Stück sogar autobiographisch lesen?

Das Album umfasst sechs Eigenkompositionen – darunter die bereits bekannten Songs - sowie vier Interpretationen von Stücken von Eddie Hazel und George Clinton, Jimmy Webb, Frank Ocean und Shea Taylor sowie Ann Ronell.

Mit dem Album im Gepäck geht Flea auch auf Tour, leider ohne Österreich-Termin: Fans können ihn jedoch im Mai in Berlin (Heimathaften), Amsterdam (Paradiso), London (Koko) oder in Paris (Alhambra) live erleben! Der Vorverkauf startet am 20. Jänner um 10 Uhr, für Berlin sind Karten bei Eventim erhältlich. Aber zumindest sein Mitspieler Nick Cave lässt sich dieses Jahr in Österreich blicken - und spielt am 21. Juni auf Burg Clam!


Live-Termine


Nick Cave & The Bad Seeds

21. Juni 2026 | Klam, Burg Clam


Infos auf dem Stand vom 15.01.2026  

Tickets Nick Cave & The Bad Seeds
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