Foto: oeticket / Cherie Hansson
Die Greatest-Hits-Compilation „XXV“ landete auf Platz drei der heimischen Albumcharts, die ausverkauften Stadien in Wien und Klagenfurt liegen bereits sechs Jahre zurück und auf ein neues Studioalbum lässt uns Robbie Williams mittlerweile auch schon sieben lange Jahre warten – doch nichts davon kann den Hype um den Briten in Österreich stoppen. Als er diesen März zwei ausverkaufte, also insgesamt mit 30.000 Fans besuchte, Gastspiele in der Wiener Stadthalle gab, war die Robbie-Mania in ganz Wien zu spüren. Schon am Tag vor seinem ersten Auftritt recherchierten findige Boulevard-Journalisten seinen noblen Aufenthaltsort in der Wiener Innenstadt. Gattin Ayda Field Williams trug mit konstanten Instagram-Posts das Ihre dazu bei, dass sich die als ruhig und versteckt geplante Familienidylle nicht einmal annähernd für die drei Tage aufrechterhalten ließ. Im Schlepptau mit Kind und Kegel wurde der britische Superstar hermetisch abgeriegelt, verließ er allerdings alleine das Hotel, konnten sich stundenlang ausharrende Anwesende auf schmucke Erinnerungsfotos freuen.
Eine Award-lose Prämierung, die sonst eher Andreas Gabalier oder Wolfgang Ambros zuzuschreiben wäre, ansonsten aber eher selten an einen Künstler von internationalem Format verliehen wird. „Ihr seid das beste Land für mich. Hier kann ich sein, wie ich wirklich bin. Ihr behandelt mich immer wie einen König und das weiß ich sehr zu schätzen“, posaunte Robbie mit treuseligen Dackelblick bei seinen Gigs in die Halle und trotz all des Showfaktors wusste man, da steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit drinnen. Während Williams in den USA nie den Durchbruch schaffte, hat er neben seiner Heimat Großbritannien vor allem in unseren Breitengraden einen etablierten Gottstatus. Im Alpenstaat war Robbie irgendwie immer omnipräsent. Als rebellischer Boyband-Schnuckel bei Take That, als anfangs noch leicht stolpernder Solo-Interpret, als den ganzen Kontinent stürmender Superstar oder auch als eleganter Swing-Dandy. Robbie ist in Österreich auch deshalb so beliebt, weil Österreich sehr viel Robbie ist. Goschert, manchmal über die Stränge schlagend, aber trotzdem ausgestattet mit einem untrüglichen Schmäh und am Ende des Tages familienfreundlich und ungefährlich.
Mit 49 ist Williams nach jahrelangen Skandalen, Drogenabstürzen und künstlerischen Durchhängern im Leben angekommen. „Ich bin so glücklich wie noch nie zuvor“, erzählte er gegen Ende der Wien-Shows sichtlich ergriffen – zu diesem Zeitpunkt wurden die Fans bereits Zeuge seiner einzigartigen Lebensgeschichte. Anstatt einfach nur Hit um Hit herunter zu spulen, ließ sich Robbie für diese Tour etwas Besonderes einfallen: Er erzählte wahlweise in Form von Songs oder Geschichten seine aufregende Karriere nach, die 1992 mit der Boyband Take That so richtig in Fahrt kam und später zum unweigerlichen Ende führte, bis er mit einer Mischung aus Unterhaltungstalent, Liebe zur Performance und dem Gespür für eingängige Songs jahrelang an der Spitze des Pop-Throns residierte – mit fehlendem Happy End in seiner partiellen Wahlheimat USA. Einerseits umarmte er seine Fans, holte sie von weit entfernten Sitzplätzen in den vordersten Bühnenbereich oder ging mit ihnen auf Tuchfühlung. Andererseits zeigte er ihnen neckisch die kalte Schulter, ertappte sie beim Toilettengang oder bei Unwissen auf die Nachfrage, ob ihnen noch das allererste Video von Take That geläufig sei. Zuckerbrot und Peitsche, oder wie wir hier gerne sagen: koit-woam.
Fans wissen freilich, ihr Robbie meint es nicht böse. Immer wieder saß ihm der Schalk im Nacken, während das Niveau teils auf Kellerhöhe wanderte. Auf seinem Fußballdress war ein Penis eingestickt, Erinnerungen an und Witze über sein primäres Geschlechtsteil oder die Präsentation seines Hinterns nahmen einen fast so großen Teil der Show ein, wie die souverän heruntergespielten ersten Songs „Let Me Entertain You“, „Monsoon“ oder „Strong“. Schon früh im Set drückte er auf die richtigen Knöpfe und fragte nonchalant: „Österreich, seid ihr lauter als Deutschland?“ Das Grölen aus Abertausenden Kehlen vernahm man wohl noch im fernen Floridsdorf und findige Instagram-Beobachter des Williams’schen Familientreibens dürften ihm dabei auch verziehen haben, dass er noch wenige Stunden davor eine nicht näher definierte Sauce über sein goldbraun heraus gebackenes Wiener Schnitzel goss. Ein Sakrileg! Aber auch der stichhaltige Beweis dafür, dass Robbie die österreichische Volksseele noch nicht einmal in ihrem Heiligsten verletzen kann. Schauen wir mal, welche Verfehlung er im Sommer dann den Kärntner Kasnudln antut ...
Je weiter der Abend vorrückte, umso mehr wurde das Event zur Therapiestunde. Williams parlierte über seinen Rauswurf bei Take That, sinnierte über die vielen Jahren zwischen Verunsicherung, Depression und Isolation, die er mit Drogen betäuben wollte, und ging offen mit seinem hart erarbeiteten Bad-Boy-Image um. Der Seelenstriptease war emotional und offen und wirkte zu keiner Zeit gekünstelt. Rund 70 Mal sei er in seinem Leben in Therapie gewesen, seit 23 Jahren habe er keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt. Seine Familie betrachte er als Lebensretter und das Schicksal habe ein Happy End für ihn vorbereitet. Robbie Williams ist ein Entertainer der alten Schule. Er schert sich weder um Geschmacksgrenzen, noch um politische Korrektheit und vermittelt gerade deshalb eine rustikale Form von Freiheit, die Kunst und Kultur dringend benötigen. Das macht ihn zumindest in Österreich unsterblich. Auch wenn die besten Songs schon geschrieben und die feurigsten Shows gespielt wurden. Robbie, einer von uns!
Bernhard Speer ist eine Hälfte des Erfolgsduos Seiler & Speer. Bereits veröffentlicht hat er unter dem Banner Herr Speer zwei Singles, „Weg vo do” und „Irgendwaun”. Seinen ersten Solo-Gig spielt er vor niemand Geringerem als Robbie Williams in Kärnten.
Es ist schon ein Unterschied, ob du Headliner bist oder als Gast eingeladen wirst. Aber dass wir dazu eingeladen wurden, unseren ersten Gig gleich dort zu spielen, zeigt mir, dass die Zeit richtig ist für Herr Speer. Ich bin voll motiviert, jeden einzelnen im Puplikum dort abzuholen.
Ich finde ihn großartig, weil er so menschlich ist, Tiefen und Höhen wie jeder andere auch hat und zudem dazu steht. Ich habe ihn leider noch nie live gesehen, freue mich aber schon sehr darauf. Ich muss auch zugeben, ich war schon Fan von Take That!
„Somethin’ Stupid”, am liebsten auch mit Nicole Kidman (lacht).
Charakterzüge weiß ich nicht, dazu kenne ich ihn zu wenig. Aber tätowiert sind wir beide und auch das Alter tut uns beiden optisch gut. Ob ich nackt so gut aussehe wie er am Tourposter, das werden wir aber vermutlich nicht so schnell herausfinden (lacht).
Ich sitze derzeit im Studio für eine neue Single. Im Herbst oder Frühjahr kommt dann unser erstes volles Album.
Kärnten ist vielleicht das schönste Bundesland Österreichs, bietet mit zahlreichen Seen gerade im Sommer mehr als zahlreiche Gelegenheiten, vor oder nach Konzertabenden noch die Seele baumeln zu lassen. Hier unser Tipp: Besuchen Sie doch nicht die touristisch stark frequentierten Seen wie zum Beispiel den Wörthersee, sondern genießen Sie die Ruhe von kleineren Gewässern! Nahe von Hochosterwitz lädt zum Beispiel der Längsee dazu ein, gerade im Schlossbad Ruhe am Wasser zu genießen!
Wenn Sie schon am Längsee sind: Direkt gegenüber vom Eingang finden Sie das Restaurant Das Kulinarium, bei dem Sie nicht nur zu angemessenen Preisen sehr fein speisen können, sondern auch die hervorragenden Weine des ebenfalls am Längsee befindlichen Weinguts Georgium verkosten können.
Apropos Kulinarik und Weine: In nur etwa 10 Minuten mit dem Auto erreichen Sie das bei St. Veit an der Glan gelegene Weingut Taggenbrunn. Hier können Sie mit einem wunderschönen Blick über den Bezirk nicht nur herausragende Jausen und warmes Essen genießen, sondern ebenfalls Weine verkosten: Insbesondere den Zweigelt Rosé, die Symphonie und den Muskateller empfinden wir für warme Sommertage als wahren Hochgenuss! Im Anschluss empfiehlt sich ein kleiner Spaziergang hinauf auf die Burg Taggenbrunn, wo Sie nicht nur eine historische Dauerausstellung, sondern mit „Zeiträume” auch in eine fantastische, multimediale Welt aus Imagination und Information, Klängen und Licht eintauchen können, dabei aber nicht nur fasziniert werden, sondern auch viel über den Planeten Erde lernen. Die Ausstellung wurde vom meisterhaften André Heller kuriert, der ja bekanntlich schon bei „Luna Luna”, „Afrika! Afrika!” und nicht zuletzt auch in seinem beeindruckenden Gartenparadies „Anima” in Marokko bewiesen hat, dass er Herz und Seele gleichermaßen ansprechen kann.
Ebenfalls im direkten Umkreis finden Sie die Buschenschenke Brunnerhof, die nicht nur mit wunderschönem Ambiente lockt, sondern auch eine hervorragende Kärntner Jause zaubert, die Sie unter alten Obstbäumen in absoluter Ruhe genießen können.
Am Weingut Taggenbrunn können Sie übrigens nicht nur gut speisen und trinken, sondern in liebevoll gestalteten, gleichermaßen urigen wie auch modernen Zimmern auch übernachten. Für eine entspannte Übernachtung ebenfalls empfehlenswert ist das zwischen St. Veit und Klagenfurt gelegene Gipfelhaus des Magdalensbergs: Während Corona wurde das Areal komplett renoviert und die neuen Gästezimmer bieten nicht nur Luxus pur, sondern auch einen eindrucksvollen Ausblick über das gesamte Tal. Ein Spa- und Wellnessbereich, sowie zahlreiche Wanderwege laden dazu ein, auch die wunderschöne Kärntner Natur zu genießen. Freilich: Auch hier werden Sie kulinarisch so sehr verwöhnt, dass Sie am liebsten Ihre Abreise wohl aufschieben wollen werden!
Nicht zu guter Letzt ist auch ein Besuch in St. Veit an der Glan empfohlen: Hier finden Sie mit dem Reindling der Firma Schöffmann in zahlreichen Supermärkten und Bäckereien den besten Reindling des Landes, in der Pizzeria Milano versteht man die italienische Küche wie nur selten, und auch in der Santorini Taverne weiß man, im südlichsten Bundesland Österreichs noch weiter in den Süden, nämlich nach Griechenland, zu locken. Ebenfalls gut gespeist wird im The 1st Steakhouse unweit das Hauptplatzes. Und schließlich: Schauen Sie bei der Fleischerei Ellersdorfer am Hauptplatz vorbei und besorgen sich für zu Hause Ihre eigene Kärntner Jause!
Robbie Williams gastiert am 22. Juli im Viereck am Fuße der Burg Hochosterwitz in Launsdorf. Im Vorprogramm: Herr Speer von Seiler & Speer und Calum Scott. Tickets gibt es bei oeticket.com.