Bild: The Dire Straits Experience
Paul McCartney, Robbie Williams, Mick Jagger oder Tom Jones – das sind nur ein paar der Superstar-Referenzen, die Saxofonist Chris White vorzuweisen hat. Unübertroffen ist allerdings seine Arbeit mit den Dire Straits, unter anderem auf den legendären Alben „Brothers in Arms“ und „On Every Street“, dem letzten Studio-Werk mit Mark Knopfler. Und er war bei allen Tourneen seit 1985 dabei. Dass White bei historischen Events wie „Live Aid“, dem „Nelson Mandela’s 70th Birthday Concert“ und beim „Concert for Diana“ ebenfalls auf der Bühne stand, verwundert deshalb kaum: Er ist der Saxofonist, dem die Superstars vertrauen. Seit einigen Jahren widmet sich der Ausnahme-Saxofonist vor allem aber der „Dire Straits Experience“, die die großen Hits der britischen Band wieder auferstehen lässt.
Mark Knopfler hat da einige großartige Songs geschrieben, die beim ersten Mal Hören den Zeitgeist perfekt eingefangen haben. Zu unseren Konzerten kommen aber auch immer mehr junge Menschen, also muss es noch etwas anderes geben, ein ganz spezielles Geheimnis, das diese Titel ausmacht.
Ich war ein Fan der Dire Straits, noch bevor ich in die Band eingestiegen bin, also spiele ich das Material aus allen Perioden gleich gerne.
Die Antwort ist ganz einfach, es ist wegen der Fans. Wir können ja nur weitermachen, wenn die Menschen auch Tickets kaufen und uns sehen wollen. Es ist eigentlich unglaublich, aber unser Publikum wächst und wächst, und wir können in immer größeren Venues auftreten.
Nein. Mark Knopfler hat alle Songs geschrieben und am Ende der „On Every Street“-Tournee wollte er einfach etwas anderes machen, andere Musikstile für sich entdecken. Ich glaube, das ist komplett natürlich und gesund, wenn nicht sogar notwendig.
Es war eine gute Zeit für eine Veränderung. Die meisten von uns haben mit anderen Musikern eine andere Art Musik gemacht.
2002 hat es sich gut angefühlt, noch einmal zusammen zu spielen. Ich werde ungefähr ein Mal pro Woche gefragt, ob die Dire Straits je wieder zusammenkommen werden. Ich denke aber, dass das niemals wieder passieren wird.
Anfangs dachte ich, es gebe niemanden, der wie Mark singen und spielen könne. Erstaunlicherweise ist uns Terence Reis über den Weg gelaufen, der wie Mark klingt, ohne das zu wollen. Das Wichtigste ist, dass Terence ein eigenständiger Gitarrist bleibt und nicht versucht, jemanden zu kopieren. Er bringt in jeden Song etwas Persönliches ein, und das ist vielleicht auch einer der Gründe, weshalb wir noch immer auftreten. Die Songs klingen frisch und sind irgendwie an jedem Abend anders. Genauso wie damals bei den Dire Straits.
Ja, das ist schräg und ich fühle mich dadurch noch älter.
Wir feiern die Musik der Dire Straits, also müssten unsere eigenen Sachen unter einem anderen Namen erscheinen. Die Menschen, die zu unseren Konzerten kommen, wollen die Hits der Dire Straits hören. Es würde sich falsch anfühlen, da auf einmal neue Songs zu spielen, die niemand kennt.
Es wäre großartig gewesen, mit Pink Floyd zu arbeiten, keine Frage. Doch manchmal wirft einem das Leben Knüppel in den Weg. Es hatte einfach nicht sein sollen.
Ich hatte das Glück, mit einigen der außergewöhnlichsten Menschen bei unglaublichen Events zu arbeiten. „Live Aid“ war das erste globale Konzert dieser Art, deshalb war es besonders aufregend. Es schien, als ob jeder aus dem Musikbusiness dort war. Es war ein unglaublicher Tag, noch dazu mein dreißigster Geburtstag! Das war eine ganz spezielle Geburtstagsparty. Es hat mich auch sehr gefreut beim Mandela-Konzert dabei gewesen zu sein, vor allem, weil wir Eric Clapton in unserer Band hatten. Ich könnte jetzt hier gar nicht alles aufzählen.
Ich glaube, ich bin einer der glücklichsten Menschen auf diesem Planeten, denn ich konnte genau das machen, was ich liebe, und zugleich noch meinen Lebensunterhalt damit bestreiten. Und konnte zudem auch noch bei einigen ganz besonderen Momenten der Geschichte mit dabei sein! Eine ganz besonders schöne Erinnerung ist das Konzert mit den Dire Straits für den „Prince’s Trust“ in London im Jahr 1985. Meine Eltern waren dort und wir wurden am Ende des Abends Prince Charles und Lady Diana vorgestellt. Das hat sie sehr glücklich gemacht und sie haben den Rest ihres Lebens darüber gesprochen.
Ich war als Kind ein Mega-Beatles-Fan, also war das ein großer Moment, als ich angerufen wurde, um mit Paul McCartney an einem Film zu arbeiten. Am ersten Tag kam er einfach rüber und hat sich vorgestellt. Er hat sich dann zwanzig Minuten Zeit genommen und mir den Film erklärt und was wir machen werden. Davon hab’ ich jedoch fast nichts mitbekommen, denn das einzige, was in meinem Kopf vorging war: Das ist Paul McCartney!
Österreich war das erste Land, das ich außerhalb Großbritanniens besucht habe. Ich habe damals in der Schule Deutsch gelernt, da war ich so 17, also bin ich ganz alleine drei Wochen nach Innsbruck gefahren, um Praxis zu bekommen. Die Menschen waren sehr freundlich, also fühle ich mich nach wie vor mit Österreich verbunden. Es war besonders schön, ein paar Jahre später wiederzukommen, um mit den Dire Straits aufzutreten. Und ich freue mich natürlich auch schon auf die Konzerte mit The Dire Straits Experience!
(Das Interview wurde Ende 2018 von Alexander Haide für !ticket geführt.)