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Schön sein wie Tate McRae?

14.04.2025 von Stefan Baumgartner

Noch bevor sie mit ihrem neuen Album "So Close to What" in die Stadthalle kommt, verrät Tate McRae das Geheimnis ihrer Schönheit und bewegt sich damit am schmalen Grat zwischen Selbstakzeptanz und Schönheitsanspruch.

Tate McRae, Billie Eilish, Madison Beer, Nessa Barrett, Gracie Abrams, Sabrina Carpenter – sie sind mehr als Musikerinnen. Sie sind Stilikonen, Beauty-Vorbilder, Identifikationsfiguren für Millionen junger Mädchen: Man hört ihre Musik, findet sich in ihren Songtexten wieder, fühlt sich verstanden – und scrollt durch ihre Insta- und TikTok-Feeds, stylt sich wie die Popstars, will so (schön) aussehen wie sie. In ihnen steckt oft der neue, eigene Traumkörper, ein Wunschgesicht.

Aber was passiert, wenn diese Vorbilder schöner und perfekter wirken, als wir es je sein könnten? Wenn hinter jeder Pose ein Filter steckt, hinter jeder Glow-Haut eine ganze Industrie – ein Schwarm an Stylist*innen und vor allem: viel Zeit, sich so herzurichten? Popstars sind heute nicht nur Künstlerinnen – sie sind wandelnde Marken. Sie sprechen oft von Selbstliebe und Selbstakzeptanz, verkaufen aber auch Lippenstifte, Skincare und ein ganzes Lebensgefühl. Und zwischen den Zeilen schwingt oft mit: Wer schön ist, hat es leichter. Wer erfolgreich sein will, sollte auch gut aussehen. Immer.

Kein Wunder, dass da die Studien zeigen: Die wachsende Zahl junger Mädchen mit einem gestörten Körperbild lässt sich auch auf den Einfluss von Celebrities zurückführen.

Dabei geht es nicht darum, Schönheit schlechtzureden. Schönheit darf empowern. Jede*r soll sich so stylen und inszenieren dürfen, wie sie/er möchte – ob ungeschminkt oder full glam. Aber: Wo endet Selbstbestimmung – und wo beginnt der Druck, einem vermeintlichen Ideal entsprechen zu müssen?

Shirin David zum Beispiel ist der Inbegriff von Über-Inszenierung: Platinblond, chirurgisch perfektioniert, bis ins letzte Detail kuratiert – ein High-Maintenance-Kunstprodukt. Für viele ist sie eine Art „Boss-Barbie-Rebellion“ – sexy, laut, selbstbestimmt. Für andere jedoch: überwältigend, fast unmenschlich. Wird hier noch emanzipiert inszeniert – oder nur noch gekünstelt optimiert? Denn plötzlich ist es, ganz unterschwellig, nicht mehr nur das böse Patriarchat, das übertriebene Schönheitsideale vorgibt, sondern auch die Mitstreiterinnen, die Frauen aus den eigenen Reihen, die gehörig unter Druck setzen.

Es braucht Vorbilder, die das durchbrechen. Die ungeschminkt posten. Die auch mal ihre Fehler zeigen. Die sich sexy fühlen dürfen – aber nicht müssen. Billie Eilish zum Beispiel: Sie zeigt sich oft in übergroßen T-Shirts und Hosen, um nicht auf ihren Körper reduziert zu werden. Und sie spricht offen darüber, wie sehr sie von Emotionen gebeutelt wird. Oder Madison Beer, die über ihre Essstörung spricht – und darüber, wie sehr sie sich selbst unter Druck gesetzt hat, ständig mithalten zu müssen.

Und genau das ist vielleicht der Punkt: Schönheit darf auch Unsicherheit enthalten. Echtheit. Risse. Das macht Menschen - Männer wie Frauen - nicht weniger wertvoll – im Gegenteil.

Schön, aber authentisch

Tate McRae ist nun das neue Gesicht von Neutrogenas Pflegeserie Hydro Boost. In der Presseaussendung sagt die junge Kanadierin, die Neutrogena “seit der Jugend vertraut”:

Wir alle kennen das – diese Momente, in denen das Gedankenkarussell nicht aufhört, sich zu drehen, und das Letzte, was wir brauchen, ist, dass man es unserer Haut ansieht.

Eine kluge Linie: Sie verbindet psychisches Wohlbefinden mit körperlicher Selbstfürsorge. Wer sich in seiner Haut wohlfühlt, strahlt das auch aus. Ein schönes Ideal – das in der Realität aber oft im Widerspruch zu glattgebügelten Werbekampagnen steht, in denen jeder Porenpixel perfektioniert ist.

Es ist also ein schmaler Grat zwischen Selbstakzeptanz und Schönheitsanspruch. Zwischen dem Wunsch, sich gut zu fühlen – und der Gefahr, nie gut genug zu wirken. Vielleicht liegt genau darin die Aufgabe dieser neuen Popstar-Generation: uns zu zeigen, dass wahre Schönheit nicht in der Perfektion liegt, sondern in der Ehrlichkeit. Und dass es vollkommen okay ist, sich manchmal nicht okay zu fühlen. Aber dass es auch okay ist, sich herzurichten, zu pflegen, sich schön zu machen – solange es in erster Linie für sich selbst geschieht. Nicht für Likes, nicht für Erwartungen – sondern als ein Akt der Selbstfürsorge. Ganz ohne Filter. Ganz ohne Skalpell.


Live-Termine


Tate McRae - "Miss Possessive"

08. Juni 2025 | Wien, Wiener Stadthalle D


Infos auf dem Stand vom 14.04.2025  

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