Barracuda Music
The Hu stammen aus der Mongolei, vermischen fernöstliche Traditionen mit westlichem Metal und erobern damit gerade die Welt. Trotz der teilweise martialischen und voller Lokalpatriotismus steckenden Texte geht es dem Kernquintett prinzipiell um Grenzenlosigkeit, Einigkeit und Brüderlichkeit. Ihre Eroberung der westlichen Welt ist rein musikalischer Natur und dient dem universellen Brückenbau auf zwischenmenschlicher Ebene. Mit dem brandneuen Album „Rumble Of Thunder“ kommen die wüsten Exoten am 9. November für eine Headliner-Show in den Gasometer. Temka, Bediener der mongolischen Gitarre, stand uns im Vorfeld Rede und Antwort.
Die Themen, die wir auf dem Album besingen, kommen direkt aus unserem Herz und sind mit einem Blitz vergleichbar, der auf der Erde einschlägt. Jeder Song auf dem Album ist für uns extrem wertvoll und wir wollen, dass die Hörer sie nicht nur genießen, sondern auch verstehen können. Es gibt viele tiefergehende Botschaften, die mit der Umwelt, der Natur und unserer Gesellschaft zu tun haben – und alles kommt direkt aus unseren Herzen.
Egal, wie schwer das Leben und die momentane Lage einem auch erscheinen mag, gemeinsam kommt man aus allen Problemen raus und kann immer eine Lösung finden – auch wenn die Götter gegen einen sind. Man muss sich und seinen Leidenschaften loyal bleiben und immer dankbar sein. Das sind die wichtigsten Charaktereigenschaften von Mongolinnen und Mongolen und das wollen wir der Welt vermitteln. Egal, wer du bist, es ist absolut okay, dass du so bist, wie du bist.
Die Erde ist steht referenziell für unser aller Mutter und dementsprechend behandeln und respektieren wir sie. Wir zollen Mutter Erde den gleichen Respekt wie unseren biologischen Müttern. Auf dieser Welt zu sein sollte sich immer so anfühlen, als wäre man noch als Embryo im Körper seiner Mutter. Diese Geborgenheit wollen wir mit diesem Song widerspiegeln.
Die Luft- und Meeresverschmutzung haben ein Ausmaß erreicht, dass die Erde nicht mehr schultern kann. Wir sorgen uns sehr, wie es den künftigen Generationen geht und welche Welt wir ihnen hinterlassen. Um die Ignoranz der Menschen in diesem Bereich durchbrechen zu können, reicht manchmal aber einfach Information. Man muss den Leuten in Ruhe vermitteln, was sie mit Unachtsamkeiten auslösen und welche Effekte dadurch entstehen. In „Mother Nature“ zeigen wir auf, wie geborene Mongolen mit der Natur leben, welche Nähe wir zu ihr haben und wie wir von ihr profitieren. Wir haben eine sehr enge Bindung zur Natur und benehmen uns ihr und Tieren gegenüber sehr rücksichtsvoll.
Egal wohin wir fahren, wenn wir auf der Bühne stehen und mongolisch singen, wird unsere Musik trotzdem verstanden. Die Musik hat keine Barrieren und sie dient als Verständigungsmitteln zwischen verschiedenen Kulturen. Wir sind natürlich aus der Mongolei und wissen um unsere Unterschiedlichkeiten, aber es geht immer um die richtige Balance. In unserer Kultur ist es wichtig, innerlich richtig ausbalanciert zu sein, um das auch nach außen tragen zu können. Was wir ganz sicher noch vom Westen mitnehmen können ist, diese Balance zu systematisieren und besser zu organisieren. Sodass wir sie in allen Bereichen des Lebens passend umsetzen können.
All die Erfahrungen und Erlebnisse die unsere Vorfahren hatten, können als Zeichen der Weisheit und des Wissens in die Gegenwart und sogar in die Zukunft für die nächsten Generationen transferiert werden. Wir versuchen in den Texten den bestmöglichen Spagat daraus zu finden und damit das gesamte Paket der mongolischen Geschichte für die Zukunft greifbar zu machen.
Es war so schweinekalt, das werde ich nie vergessen (lacht). Ich kann mich aber auch sehr gut an die Offenheit der Menschen in Wien erinnern. Ich kann es kaum erwarten wieder zurückzukommen, denn wir haben auch das Land gesehen und es war einfach wundervoll.
The Hu gastieren am 9. November im Gasometer. Tickets gibt es auf oeticket.com.