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Konzerte

Volbeat, our loved ones

09.09.2022 von Robert Fröwein

2008, 2011, 2013, 2014, 2016, 2018, 2022 – das alleine sind nur die Nova-Rock-Auftritte der dänischen Rocker Volbeat, die auf der Jagd nach dem Titel „die meisten Livekonzerte einer internationalen Band in Österreich“ ganz vorne stehen. Von den vielen Einzelgigs in Wien, Graz, Dornbirn, Innsbruck oder Linz gar nicht zu reden. Wir lieben Volbeat und Volbeat lieben uns! Deshalb kommt das Quartett Ende November auch wieder nach Wien und Innsbruck zurück. Frontmann Michael Poulsen hat sich während der Pandemie aber auch mit der erzwungenen Ruhe abgefunden. Er schrieb nicht nur das aktuelle Studioalbum „Servant Of The Mind“ in Rekordzeit, sondern nahm sich in der dänischen Diaspora auch viel Raum für Kinder und Familie. Ergo: er kann sich auch mal eine längere Tourpause vorstellen. Darüber und über zahlreiche andere Themen sprachen wir unlängst mit ihm und Gitarrist Rob Caggiano.

Michael, in der Pandemie hast du fast im Alleingang „Servant Of The Mind“ geschrieben. Hast du dir diese Kreativität jetzt in den aktuellen Alltag rüber retten können?

Poulsen: Mir ploppen immer Ideen für neue Volbeat-Songs auf, aber derzeit liegt der Fokus auf unsere Touren und darauf, die beste Bühnenshow zu liefern. Wir reden nicht viel über neues Material und die Kreativität kommt früh genug auf natürlichem Wege zu uns.

Habt ihr euch erst wieder an das Tourleben gewöhnen müssen, oder ging das automatisch, weil ihr auch während der Pandemie unterwegs wart? Es gibt doch wenige Bands, die so viele Konzerte spielen wie ihr ...

Caggiano: Danke für das Kompliment. Die erste Show nach der Pandemie fand in Atlanta, Georgia statt. Es war eine Indoor-Venue und natürlich war Covid nicht weg, also war es sehr seltsam. Nach der Show sind wir zurück in die Umkleidekabine gekommen und es kam uns so vor, als wäre die letzte Show nicht zwei Jahre, sondern nur zwei Tage her (lacht).

Poulsen: Sobald du nach einer Show wieder im Backstage-Bereich bist, fühlst du dich wie zuhause. Wir leben in verrückten Zeiten, aber es fühlt sich immer noch gut und richtig an, was wir machen. Ich habe das Reisen, die Busse, Flugzeuge und das Warten immer gehasst. Das hat sich jetzt nur noch verschlimmert. Ich vermisse vor allem meine Kinder extrem, versuche sie aber so oft wie möglich mitzunehmen. Es ist toll, wieder auf der Bühne zu stehen, denn man sieht auch den Fans an, dass sie lange darauf gewartet haben.

Bedeutet das, dass Volbeat zukünftig mehr Pausen einlegen werden?

Poulsen: Es gibt einen strategischen Plan, wie man als große Band möglichst sehr präsent sein kann, ohne sich kaputtzumachen. Vielleicht wird es weniger Shows geben und Jahre, wo wir uns zurückziehen und daher eher nicht auf die Bühne gehen. Das ist ganz normal. Derzeit ist so gut wie jeder unterwegs, ich bin mir also ziemlich sicher, wir werden in Zukunft etwas selektiver vorgehen.

Haben sich Kameradschaft und Freundschaft in den letzten Jahren innerhalb der Band entwickelt oder verändert?

Poulsen: Es ist eine Mischung aus einer Ehe und Bruderschaft. Eine Ehe zu führen ist großartig, aber man muss auch daran arbeiten. Das ist in einer Band nicht anders. Man muss sich respektieren und tolerieren, auch wenn man einmal andere Ansichten hat. Das ist nicht immer leicht, aber notwendig.

Def Leppard haben ihr aktuelles Album eingespielt und aufgenommen, ohne auch nur ein einziges Mal gemeinsam im Studio gestanden zu haben. Könntet ihr euch das für Volbeat auch vorstellen?

Caggiano: Nein, das ist für mich keine Art der Zusammenarbeit. Die Technologie dafür wäre gegeben, aber ich sehe das nicht als Weg, um in einer Band zu sein und Musik zu erschaffen.

Poulsen: Ich sage nicht, dass es falsch ist, was andere machen. Jeder macht das, was sich für ihn oder sein Projekt am besten anfühlt. Unser Weg ist nicht unbedingt der richtige, aber er fühlt sich für uns am besten an. Wir müssen glücklich sein mit unseren Entscheidungen und diese Arbeitsweise wäre für uns nichts.

2021 war der 20. Geburtstag von Volbeat. Ihr hattet aufgrund der Pandemie noch nicht einmal die Möglichkeit, dieses Jubiläum zu zelebrieren.

Poulsen: Es war uns aber auch nicht bewusst. Eine dänische Radiostation hat mich angerufen und wollte ein paar Statements zum Jubiläum. Erst da habe ich überhaupt mitgekriegt, dass es soweit war. Ich saß stattdessen daheim herum und habe die Zeit totgeschlagen (lacht). Wir konnten keine große Party machen und warten jetzt vielleicht auf das 30. Jubiläum. Es wird dann eben nachgefeiert.

Hat sich die Bedeutung von Volbeat für dich in den letzten 15-20 Jahren verändert?

Poulsen: Wir sind noch immer da und das bedeutet mir sehr viel. Man wächst mit dem Alter. Wir haben Familien und neue Interessen, aber die Passion, Inspiration und Liebe für die Musik ist noch immer unverändert. Du kannst nicht der gleiche Typ sein wie in deinen Zwanzigern. Das ist auch der Grund, warum frühe Alben von Bands so klingen, wie sie eben klingen – man ist ein junges, energiegeladenes Kind. Mit der Zeit gewinnst du an Erfahrung und willst dich verändern. Als Musiker und Entertainer bist du nicht mehr derselbe. Manche Fans mögen das, manche nicht. Sie müssen sich aber vor Augen halten, dass sie selbst nicht jünger werden und sich verändern. Die Energie eines 17-Jährigen habe ich nicht mehr, aber dafür andere Ansätze, die damals nicht möglich waren.

Im Vorprogramm von Volbeat hören wir Skindred und Bald Wolves.

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