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Konzerte

Wanda: Rocking in Linz

05.12.2022 von Robert Fröwein

+++ UPDATE: NEUE ACTS +++

Update vom 06. Dezember 2022, 14 Uhr

Ganz neu reingekommen ist der Auftritt von Apache 207 am Sonntag, 18. Juni am Lido Sounds. Mit seiner Musik vereint Apache 207 die unterschiedlichsten Genres wie R’n’B, Eurodance, 80s Pop und Hip-Hop. Der Zwei-Meter-Mann mit langer Mähne und Sonnenbrille steht dabei wie kein anderer eindeutig für die deutsche Rap- und Popkultur. Kein anderer gibt so authentisch wieder, was er auf den Straßen und im Leben erlebt. Erst dieses Jahr veröffentlichte er auf Amazon Prime seine Doku „Apache bleibt gleich“ und lässt zum ersten Mal einen Blick in seine Welt zu und rückt so seinen Fans ein bisschen näher. Und nun bringt er kommendes Jahr in dem Trubel, der ihn aktuell umweht, seine Show auch auf die Linzer Bühne – und legt damit auf alles bisher Gesehene und bisher Gehörte noch eine Schippe drauf!

 

Nächsten Frühsommer öffnet sich mit dem mehrtägigen Lido Sounds am Linzer Donauufer eine neue Konzertreihe. Mit dabei sind u. a. Wanda, die mit Festivals und großen Events als Support schon ihre eigenen, ganz besonderen Erfahrungen gesammelt haben.

Lido steht wahlweise für Strand oder als Abkürzung für Linz Donauufer – auf sommerliche Konzerthighlights kann man sich aber so und so freuen und möglicherweise kreieren die Veranstalter sogar eine maritime Atmosphäre in der oberösterreichischen Stahlstadt. Mit dem Lido Sounds startet im Juni 2023 jedenfalls eine neue Veranstaltungsreihe am Urfahrmarkt, die eine bislang klaffende Lücke in der heimischen Konzertlandschaft schließen sollte: jene mit urbanem Festivalfeeling, auch wenn man den Terminus „Festival“ nicht deckungsgleich verwenden möchte, wie Arcadia-Live-Geschäftsführer und Veranstalter Filip Potocki im Gespräch betont. „Es sind musikalisch drei genre-spezifische Tage, weil auch die Headliner sehr unterschiedlich sind. Wir haben uns bewusst gegen das Wort „Festival” entschieden, weil es kein Campingerlebnis gibt und man die Konzerte auch einzeln erleben kann.“ Mit den drei Headlinern Florence + The Machine, Die Toten Hosen und Peter Fox hat man drei große Acts am Start, die sich voneinander unterscheiden, aber dennoch für ein ähnliches Zielpublikum ausgelegt sind.

Harte Bandagen

Die größte heimische Band am Lido Sounds sind die Wiener Pop-Helden von Wanda, die vorerst Österreich-exklusiv nicht nur alle großen Hits der letzten Jahre, sondern auch Lieder aus dem brandneuen Album „Wanda“ spielen werden. Mit den Toten Hosen haben sie bereits besondere Erfahrungen gemacht, wie uns Marco Wanda im Gespräch erzählt. „Vor ein paar Jahren waren wir in Deutschland für zwei Konzerte ihre Vorband, das ging ziemlich in die Hose. Das Publikum von ihnen hatte nicht sonderlich viel Amore für uns. Bei der zweiten Show hat uns Campino offiziell angekündigt, damit uns die Leute wohl nicht umbringen. Beim ersten Gig sahen wir sehr viele Mittelfinger auf uns gerichtet und teilweise haben sich die Leute während des Konzerts einfach umgedreht.“ Wesentlich besser hat man die Backstage-Feier in Erinnerung. „Unser damaliger Drummer Lukas hatte Enzianschnaps von seinem Vater mitgebracht. Den hat er dann mit Hosen-Schlagzeuger Vom Ritchie geleert. Dann kam so richtig geiler, derber britischer Humor aus ihm raus. Das war sehr lustig.“

Dass mit Fans der ganz großen Bands nicht immer gut Kirschenessen ist haben erst unlängst Bilderbuch gemerkt, die im Vorprogramm der Rolling Stones im Wiener Happel-Stadion auf eher mäßig freudiges Feedback stießen. Beim Lido Sounds möchte Wanda auch eine schmerzhafte Linz-Erinnerung an 2016 auslöschen, als man sich im Vorprogramm von Queen quälte. „Das war eine Totalkatastrophe, ein absolutes Desaster“, lacht er, „diesen Abend habe ich als klares Tief in Erinnerung.“ Die Band hat Abende wie diese reflektiert und analysiert und für sich ins rechte Licht gerückt. „Wenn man dem Publikum die Schuld an so furchtbaren Abenden gibt, dann hat man nichts daraus gelernt. Man ist selbst scheiße! Natürlich ist es vor fremden Leuten schwieriger, aus sich rauszugehen und eine gemeinsame Energie zu entwickeln, aber man muss immer alles dafür machen. Manchmal muss man sich selbst von hinten stoßen und sich gewahr werden, dass man einmal nicht angehimmelt wird. Sollte man deshalb aus Protest nichts leisten? Das ist ja lächerlich! Man muss immer alles geben, denn nichts ist umsonst.“

Es muss weitergehen

Wanda haben nicht nur diese Lehren aus ihren eigenen Erlebnissen gezogen. „Wir behandeln unsere Vorbands so gut wir können. Wir waren sehr lange mit der Band Das Moped unterwegs. Die haben gelernt, wie das funktioniert und haben sich unser Publikum irgendwann einfach genommen. Und unser zweiter Gig mit den Hosen war dann auch gar nicht mehr so schlecht wie der erste. Insgesamt waren da circa 140.000 Besucher bei diesen Konzerten. Wenn die alle bei dir schweigen, dann ist das sehr laut.“

Mehr denn je sehen Wanda nach der Pandemie, dem tragischen Tod ihres Keyboarders Christian Hummer und den vielen Krisen in der Welt ein Konzert als großes Miteinander. „Solange uns all die Menschen entgegenbrüllen, gibt es noch Leben und Hoffnung.“ Mitunter auch für Wanda selbst, die ihren verstorbenen Freund immer bei sich wissen. „Er lebt in uns und unserer Musik weiter. Es sind seine Melodien und viele davon werden wir immer spielen.“

Über ein Festival, das kein Festival ist

Filip Potocki ist der Kopf des österreichischen Konzertveranstalters Arcadia Live, die hinter dem neuen „Festival” Lido Sounds in Linz stehen. Uns erklärt er, wieso das Festival eigentlich gar kein Festival ist.

Wie wird das Lido Sounds 2023 aussehen?

Es gibt drei genre-spezifische Konzerttage mit stilistisch unterschiedlichen Headlinern. An jedem Tag werden zwei Bühnen von jeweils sechs Bands bespielt und es haben pro Tag ca. 33.000 Besucher Platz. Die genauen Kapazitäten rechnen wir uns noch aus. Ich würde mich freuen, wenn die Menschen alle drei Tage bleiben und neue Musik für sich entdecken. Diesen Spagat wollen wir hinbekommen, aber man kann natürlich auch gerne die einzelnen Konzerttage nach Geschmack besuchen.

Warum gilt das Lido Sounds nicht als Festival?

Die Frage ist in erster Linie, wie man ein Festival definiert. In Wiesen haben wir das nach Campingmöglichkeiten, Natur und Genres gemacht. Jetzt gehen wir in die Stadt und machen die Palette breiter. Die Leute können nach Hause fahren, aber auch ein Hotel nehmen und vor Ort in einem Bett schlafen.

Was war der Hauptgrund, die Konzertreihe ins Leben zu rufen?

Es ist ein Statement, um mutig zu sein und etwas zu probieren. Wir haben uns auf der Donaulände mit dem Mitveranstalter LIVA immer gut ausgetauscht und arbeiten jetzt wieder zusammen. Linz ist der zweitgrößte Ballungsraum Österreichs und auch von Wien und Deutschland aus sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das Gelände liegt an der Donau und der auftretende Künstler schaut von der Bühne aus direkt in die Linzer Altstadt hinein. Wir wollen urban sein und haben darauf geschaut, wo auf dem Markt noch etwas fehlt. Es ist ein Stadtevent mit alternativer Musik, das sicher großes Potenzial aufweist.

Die Infrastruktur ist einer der größten Vorteile der Reihe?

Definitiv. Die Anfahrtswege und die Wege innerhalb der Stadt sind generell kurz. Wir haben einen asphaltierten Boden und damit einen gewissen Qualitätsanspruch. Auf dem Hauptgelände werden die Konzerte um 23 Uhr beendet sein, aber wir können sicher zu weiteren Partys indoor einladen. Das Brucknerhaus bietet sich für Aftershowpartys an, und in der Altstadt können die Gastronomen profitieren. Das hat sich schon beim Nuke Festival in Graz positiv auf die dortige Wirtschaft ausgewirkt.

Kommt man als Wiener nach dem Headliner noch mit dem Zug nach Hause?

Aktuell fährt der letzte Zug um 23:17 Uhr, aber wir arbeiten stark daran, die Taktung zu verdichten und zu verlängern. Wir sind mit den ÖBB in Verhandlungen und ich gehe stark davon aus, dass es eine Möglichkeit geben wird, auch nach dem Headliner noch öffentlich nach Wien zu kommen.

ALLE DETAILS ZUM LIDO SOUNDS

Mit einem neu adaptierten, attraktiven Open-Air-Gelände, zwei Bühnen und über 30 Artists an drei Tagen – vom 16. bis 18. Juni 2023 – wird’s einzigartig in Linz.

Das Areal des Linzer Urfahranermarkts bietet den perfekten Rahmen für ausgeglichene Musiktage: mitten in der Stadt, und dennoch mit genug Raum für zwei Bühnen und um die 30.000 Besucher. Ruheoasen sowie ausgewogenes kulinarisches Angebot inklusive. Denn auch hier legt der Veranstalter Arcadia Live Wert auf höchste Qualität und setzt auf Regionalität und Kooperationen mit lokalen Gastronomiebetrieben.

Auch sehr super: wirklich viele Wege führen zum Lido! Egal ob aus der direkten Umgebung, Wien, Salzburg oder den angrenzenden Nachbarländern: Linz ist nicht nur mit dem Auto gut erreichbar, sondern auch mit den ÖBB und der Westbahn. Wer mehrere Tage in Linz bleibt, wird zudem im breiten Angebot der Hotellerie fix fündig!

Das bisher bestätigte Line-up kann sich sehen und hören lassen:

Freitag, 16. Juni mit: Florence + the Machine, ALT-J, Danger Dan, Giant Rooks, AVEC, My Ugly Clementine und mehr
Samstag, 17. Juni mit: Die Toten Hosen, Wanda, Juju, SDP, Grossstadtgeflüster, Beatsteaks und mehr
Sonntag, 18. Juni mit: Peter Fox, Cro, Phoenix, Ashnikko, Sleaford Mods, Viagra Boys, Jeremias, Salò, Apollo Sissi, Bon Jour und mehr

Erhältlich sind bei oeticket.com Tagespässe, Zweitagespässe und Dreitagespässe, sowie Comfort-Upgrades mit inkludierter Fast-Lane, Zutritt zum exklusiven Comfort-Bereich, in dem kostenfrei alkoholfreie Getränke, Wein und Bier ausgeschenkt werden.

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