Der Spagat gelingt: Donavon Frankenreiter jongliert seine Karriere als international gefeierter Surfer, seine Family auf Hawaii und den Job als Singer-Songwriter seit nunmehr 15 Jahren. Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass der heute Mittvierziger mit der Band Sunchild die ersten Tracks aufnahm, die EP „Some Live Songs“ entstand 2005 mit Jack Johnson. Danach brachte Frankenreiter im Musik-Rausch beinahe jedes Jahr ein Album – oder eine DVD – heraus. Das Rezept: Surfer-Feeling und einfach gestrickte, eingängige Songs gemischt immer wieder mit Visuals des Künstlers auf dem Surf-Brett, das für ihn die Welt bedeutet.
Mit „Heart“ gibt es am 4. August das neue Solo-Album, aufgenommen 2015 in Texas, damals mit Live-Stream für seine Fans – drei Jahre später bekommen es nun auch jene zu Gehör, die damals nicht am Internet hingen. Der Terminkalender des Family Guy ist voll, Frankenreiter deshalb schwer erreichbar. Doch !ticket erwischte den legendären Surfer während seiner Japan-Tournee. Die Austro-Gigs folgen dann am 13. Oktober im Grazer PPC und am 14. im Wiener Metropol.
Du selbst bezeichnest „Heart“ als dein persönlichstes Werk. Gehört nicht eine große Portion Mut dazu, gnadenlos ehrlich zu sein und sein eigenes „Heart“ in die Auslage zu stellen?
Donavon: Nein, ich mache einfach das, was ich tief in mir spüre. Wir machen nichts, hinter dem wir nicht stehen können. Was du hörst, ist was du bekommst.
Die Sessions standen unter dem Motto „jeden Tag ein Song“. Selbst auferlegter Druck?
Donavon: Nein, ich lasse das raus, was sich richtig anfühlt und mache dann gleich weiter. Es gibt keinen Grund, eine Woche lang über einem Song zu brüten.
Was symbolisiert das Herz für dich?
Donavon: Einfach alles! Ich bin fest der Überzeugung, dass die Welt ein besserer Platz wäre, wenn alles vom Herzen käme.
War es eine gute Idee, die Fans live via Internet bei den Aufnahmen zuschauen zu lassen?
Donavon: Ja, wir haben es geliebt! Und es gab unseren Fans die Möglichkeit, bei den Sessions dabei zu sein.
Geht bei einem globalen Streaming-Publikum nicht die Intimität verloren? Und natürlich die Möglichkeit, Fehler zu machen, die normalerweise niemand mitbekommt?
Donavon: Wir haben nichts ausgelassen. Es gab Fehler und die konnte auch jeder sehen und hören. Wir haben eigentlich ignoriert, dass viele im Internet zusahen und es kam uns vor, als wären wir ganz alleine im Studio. Wir vergaßen sogar, dass wir aufnehmen.
Hast du nach mehr als zehn Jahren als Solo-Künstler mit dem „live aufnehmen“ auch ein Rezept für die Zukunft gefunden?
Donavon: Es war 2003, als ich solo begonnen habe - ein unglaublicher Trip. Ich liebe es Songs zu schreiben, sie aufzunehmen und live zu spielen. Jedes einzelne Element bedarf eines eigenen Prozesses.