Black Star Riders heizen ein
Dieser Gedanke wird nachdrücklich von "Heavy Fire", der dritten Platte der Gruppe, bestätigt. Vom von Warwick / Johnson / Gorham verfassten Titeltrack bis hin zum euphorischen, treibenden "Letting Go Of Me" ist dies ein hochwertiges Hard Rock-Statement, bestehend aus 10 bodenständigen Songs, die jedoch großes Potenzial besitzen. Wie Phil Lynott ist der in Nordirland geborene Ricky Warwick ein begabter Geschichtenerzähler und seine genauen Beobachtungen über den Zustand der Menschheit, gepaart mit einer tief verwurzelten Empathie für die Unzufriedenen, die Marginalisierten, die Rastlosen und die Stimmlosen, kommen im Van Morrison-gefärbten "Cold War Love", im trügerisch-fröhlichen "Dancing With The Wrong Girl" und im spannungsgeladenen "Thinking About You Could Get Me Killed", inspiriert von einer Unterhaltung mit einem obdachlosen Vietnam-Veteranen, zum Vorschein. Das Album befasst sich sowohl mit persönlichen als auch mit politischen Fragen. So beschreibt Warwick "Ticket To Rise" als einen Warnschuss, um einem Verwandten zu sagen: „Denke gut über den Weg, den du nimmst, nach“, während er mit "Who Rides The Tiger" Anklage gegen die amerikanischen Waffengesetze erhebt. Der Sänger behält dabei stets einen grundlegenden Glauben an die Fähigkeit der Menschheit bei, mit allem fertig zu werden, was ihr Steine in den Weg legen könnte.
„Den Albumtitel hatte ich schon fast ein Jahr, bevor wir mit den Aufnahmen begonnen haben, im Sinn“, erinnert sich Warwick. „Er bezieht sich darauf, dass im Moment so viele Dinge auf der Welt passieren und dass wir ständig mit Informationen und Technologien bombardiert werden, die unser Leben besser und einfacher machen sollen, aber trotzdem haben wir momentan noch immer keinen blassen Schimmer davon, was aus unserer Spezies irgendwann einmal werden wird. Es ist die Frage, wie wir mit all dem umgehen werden und wie wir auf unseren manchmal dunklen und gefährlichen Wegen handeln werden.“
„Ich glaube, das ist die beste Leistung, die wir je abgeliefert haben“, schwärmt Johnson über das Album als Gesamtwerk. „Ob wir Songs auf diesem Album haben, die besser als 'Blindsided', 'The Killer Instinct' oder 'Finest Hour' sind? Davon bin ich überzeugt. Doch davon einmal abgesehen, denke ich auch, dass unsere Fans bemerken werden, dass dieses Werk von vorne bis hinten stimmig ist. Wir sind als Songschreiber und als Musiker gewachsen und ich glaube, dass man das auch auf unserem neuen Album hören kann.“
„Es fühlt sich für mich so an als hätten wir als Band in Bezug auf Sound, Stil und Einstellung gerade unsere Ausrichtung gefunden“, stimmt Warwick zu. „Es fühlt sich an als ob wir gerade erst loslegen.“
Scott Gorham scherzt, dass seine Bandkollegen versuchen würden, ihn mit dem Zeitplan zu töten, den die Black Star Riders einhalten müssen, um "Heavy Fire" auf die Welt zu bringen. Aber er bleibt ernst, wenn er den Zeitraum, den Band und Musik 2017 für ihn einnehmen werden, betrachtet. „Ich glaube nicht, dass es eine andere Band gibt, die das macht, was wir tun“, sagt er. „Und ich denke, dass das, was wir tun, auch einen Wert hat. Wenn du mal dort gestanden bist, wo ich Nacht für Nacht stand und auf phänomenale Menschenmengen geblickt habe, die ihren Verstand an eine Rock'n'Roll-Band verlieren, sieht es für mich immer noch so aus als hätte Rock'n'Roll etwas zu sagen und eine große Rolle im Leben der Menschen zu spielen. Ich hatte das Glück, mit Thin Lizzy in einer großen Rockband zu sein, und ich bin froh darüber, mit Black Star Riders Teil einer anderen großartigen Band zu sein. Geistig und musikalisch wird immer eine Verbindung zu unserer Vergangenheit vorhanden sein, aber das hier ist eine Band, die sehr auf die Zukunft konzentriert ist.“
Die Black Star Riders heizen Österreich gleich dreimal ein: Am 21. November in der Wiener Simm City, am 22. November im Salzburger Rockhouse und am 23. November im Linzer Posthof. Tickets gibt es bei oeticket.com.
Aber auch Alice Cooper (Vorband: Europe) spielt im Herbst in Wien, und zwar in der Wiener Stadthalle am 27. November.