Betrachtet man ein Gemälde, beginnt bei vielen automatisch eine Melodie im Kopf zu spielen. Musik, die berührt und zum Nachdenken über die Arbeit anregt – zum Beispiel über die des norwegischen Malers und Grafikers Edvard Munch (1863–1944). Sein äußerst bewegender Umgang mit psychologischen Themen stützte sich auf einige der Hauptprinzipien des Symbolismus des späten 19. Jahrhunderts und beeinflusste den deutschen Expressionismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark. Sein bekanntestes Werk "Der Schrei", 1893 gemalt, ist eines der berühmtesten Gemälde der Welt.
Nachdem kommenden Sommer das neue Munch Museum in Oslo eröffnet, haben vier norwegische Künstler ausgehend von selbst gewählten Munch-Gemälden Musik produziert. Die Auswahl der Künstler ist so vielfältig wie die umfassenden Arbiten von Edvard Munch selbst.
Matoma (featuring Ruben) ist für seine kompromisslos eingängigen Hits und
9 grader nord für ihren energischen Folk bekannt. Ein interessanter Gegensatz dazu ist die Band
1349, die eine der etabliertesten Black-Metal-Bands ist, während für
Gundelach sein „Nordic Noir“-Sound charakteristisch ist. Sie alle bringen Herzblut, Schweiß und Tränen in die Interpretationen ein. Das Ergebnis sind vier unterhaltsame Filme.
Die Musiker konnten die Gemälde frei wählen, und während einige für bestimmte Stücke einen besonderen Platz in ihrem Herzen hatten, konzentrierten sich andere eher auf die Übereinstimmung von Themen und Tönen. Das Ergebnis sind sehr unterschiedliche Titel zur Feier der Eröffnung des neuen Munch Museums im Jahr 2020 sowie großer internationaler Munch-Ausstellungen in Städten wie Tokio, Moskau, London und Peking. Das neue Museum Lambda wird eine Attraktion für sich sein, entworfen vom weltbekannten spanischen Architekten Juan Herreros. Es wird nicht nur Munchs Kunstwerke beherbergen, sondern auch spannende Wechselausstellungen und Veranstaltungen. Das Museum wird auch im Kontrast zu den umliegenden Gebäuden stehen, mit dem Oslofjord, der sich in den riesigen Glasflächen spiegelt. Zweifellos wird es Aufmerksamkeit auf die Attraktivität und Zugänglichkeit der Werke von Edvard Munch richten. Immerhin ist er einer der einflussreichsten und inspirierendsten Künstler aller Zeiten – auch in der Welt der Musik.
Munch und Matoma: Die Pubertät
Matoma ist einer der großen DJ-Namen der Welt und kommt aus Trondheim, der drittgrößten Stadt Norwegens. Dort kreiert er seinen unverwechselbaren Dance-Pop-Crossover im nordischen Stil. Hinter dem Künstlernamen Matoma steht Tom Stræte Lagergren, ein Produzent und Komponist, der die Suche nach neuen Klängen mit dem Bergsteigen vergleicht.
„Ich mache fröhliche Musik“, sagt Matoma. Sein erster Release war der Tropenhaus-Remix von „Old Thing Back“ von Notorious BIG. Seitdem arbeitete er zusammen mit Snoop Dogg, Aoki, Coldplay, Sean Paul, Dua Lipa, Enrique Iglesias, Noah Cyrus, Astrid S und vielen mehr. Insgesamt wurden seine Tracks mehr als eine Milliarde Mal gestreamt.
Matoma wählte die Stimme des Songwriters und Produzenten Ruben Markussen, um das Edvard Munch-Projekt mit Leben zu füllen. Ruben begann Musik zu machen, um mit seinen eigenen Erfahrungen mit psychischen Problemen umzugehen und zu erklären, was er durchmachte. Mit 13 Jahren verliebte er sich in die Musik und veröffentlichte sieben Jahre später seine erste Single. Der Elektropop-Künstler hat auf Spotify in kürzester Zeit Millionen von Streams erreicht.