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Konzerte

50 Jahre Iron Maiden

11.03.2025 von Stefan Baumgartner

Wenn die Heavy-Metal-Giganten Iron Maiden heute vor zigtausend Fans auf der Bühne stehen, kann man sich gar nicht vorstellen, dass auch sie einmal klein angefangen haben: Am Tag nach Weihnachen 1975 gegründet, spielten Steve Harris und Co. ab dem Sommer 1976 ihre ersten Konzerte in diversen Pubs (!) in London. Das erste Konzert fand am 7. August 1976 im Windsor Castle statt - freilich nicht zu verwechseln mit der Residenz der Königlichen Familie. Maiden-Pilgerer müssen sich jedoch nicht auf die Suche nach dem Pub machen: Es wurde 2009 geschlossen. Aber auch im Cart & Horses spielte Iron Maiden mehrfach im ersten Live-Jahr - hier kann man sich immer noch ein Bier zapfen lassen und Konzerte anschauen.

Iron Maiden in Österreich

Österreich-Fans der ersten Stunde mussten fast 10 Jahre warten, um Iron Maiden auch hierzulande live zu erleben: Ihr erstes Konzert spielte man am 16. August 1984 im Sportzentrum Zeltweg in der Steiermark - und bei der 15 Stücke umfassenden Setlist läuft einem das Wasser im Mund zusammen! Nach dem klassischen Intro “Churchill's Speech” ging es mit “Aces High” und “2 Minutes to Midnight” gleich amtlich los, “Powerslave”, “The Number of the Beast” und “Hallowed Be Thy Name” folgten, bevor in der Zugabe das Triple “Run To The Hills”, “Running Free” und “Sanctuary” gegeben wurde.

Aber seitdem war Iron Maiden in Österreich regelmäßig (nämlich fünfzehnmal) zu Gast - gleich dreimal war man Headliner am Nova Rock Festival (2011, 2014, 2018), einmal am Rock In Vienna (2016) und ebenfalls einmal am See-Rock Festival (2013). Und auch die Wiener Stadthalle ist auf ihren Touren regelmäßig Fixpunkt gewesen, erstmals 1993 und zuletzt 2003. Zuletzt spielte Iron Maiden im Sommer 2022 bei uns, nämlich in Wiener Neustadt auf der “Legacy of the Beast”-Tour.

Und nun, ziemlich genau drei Jahre später, kommt Iron Maiden zurück nach Österreich und zelebriert am 17. Juli im Wiener Ernst-Happel-Stadion die 50 Jahre andauernde Karriere - und das noch dazu mit einem besonderen Schmankerl im Gepäck: Vielleicht wird die Setlist, die wir dieses Jahr hören werden, dem ersten Österreich-Konzert sogar den Rang ablaufen, denn es werden nur alte Songs zum Geburtstag gespielt werden, Songs, die auf den Alben von “Iron Maiden” (1980) bis “Fear Of The Dark” (1992) zu hören sind! Vielleicht spielt Iron Maiden sogar ein ähnliches Set wie damals, 1993, im Zuge ihrer “A Real Live”-Tour, die in der Wiener Stadthalle gastierte!


Der lauteste Gratulant aus Österreich

Zwar ist der Wiener Edel-Fan Robert Körner noch nicht 50 Jahre mit von der Partie, aber immerhin seit 30 Jahren begleitet er Iron Maiden, wie er uns im Interview erzählte. Das erste Mal mit Iron Maiden hatte er im Zuge der “The X Factour” am 16. Dezember 1995 in der Wiener Stadthalle D, und auch wenn das damals erschienene “The X Factor” mit Blaze Bayley statt Bruce Dickinson am Gesang heute nicht zu den absoluten Fan-Favoriten zählt: Für ihn hat die “Mittelphase” von Iron Maiden eine besondere Bedeutung. Damals hörte er “The X Factor” als Jugendlicher auf und ab, während er nebenbei am PC bei “Doom” Zombies abschlachtete. 

Heute schaut seine Wohnung aus wie ein inoffizielles Iron-Maiden-Museum - neben der ohnehin selbstverständlichen Plattensammlung inklusive seltener Pressungen aus fernen Ländern finden sich da unter anderem auch unterschriebene Drum-Felle von Nicko McBrain (seiner Lieblings-Jungfrau) und ein Bierglas von Dave Murray, neben vielen, vielen anderen Dingen mehr. Dieses Jahr wird Robert mit Iron Maiden jedoch nicht nur im Wiener Stadion Geburtstag feiern, sondern seine Lieblingsband auch gleich in Budapest, Prag, Madrid, Lissabon und Helsinki zelebrieren: 50 wird man immerhin nur einmal im Leben.

zum Interview mit Robert Körner

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Zur Einstimmung auf den Geburtstag

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, aber bis Mitte Juli fließt ja wirklich noch ganz viel Wasser die Donau hinab. Wie also die Zeit bis zur großen Iron-Maiden-Geburtstagsfeier im Happel-Stadion sinnvoll überbrücken? Nun, in erster Linie kann man die Zeit produktiv nutzen und nochmals die ganzen alten Alben auf- und abhören, damit man im Stadion dann auch wirklich textsicher ist und nicht nur den Chorus der Klassiker beherrscht.

Die zweite sinnvolle Tat: Im offiziellen österreichischen Getränkeshop von Iron Maiden Bier und Wein bestellen, weil zu einem guten Konzert gehört natürlich auch (für viele) das eine oder andere alkoholische Getränk. Und nichts wäre schlimmer, als wenn man am 17. Juli vor lauter Vorfreude plötzlich nicht mehr weiß, wie man ein Glas Bier richtig herum hält, oder?! Übrigens, für alle, die keinen Alkohol trinken, gibt es auch eine alkoholfreie Variante!

Dann, nachdem so ein Iron-Maiden-Konzert ja immer eine gigantische Zusammenkunft von Gleichgesinnten ist, könnte man in den nächsten Wochen im Freundeskreis ein paar Filmabende abhalten, allerdings nicht nur die Iron-Maiden-Live-DVDs bingen, sondern auch zahlreiche Filmklassiker. Denn Kenner wissen es: Viele der Songs von Iron Maiden nehmen direkten Bezug nicht nur auf historische Ereignisse, sondern auch auf cineastische Vorlagen! Ich empfehle da etwa den britischen Horrorfilm “Children of the Damned” aus dem Jahre 1963, “Agenten sterben einsam” (1968) mit Clint Eastwood, “Die Duellisten” (1977) von “Alien”- und “Blade Runner”-Regisseur Ridley Scott, und freilich auch “Blade Runner” (1982) selbst, immerhin wurde das “Somewhere In Time”-Cover davon inspiriert.

Oder man zieht sich gemütlich auf der Couch - altersbedingt muss man ja vielleicht schon Energie fürs Konzert sammeln? - eine der zahlreichen literarischen Vorlagen für die Songs von Iron Maiden rein? “Das Phantom der Oper” von Gaston Leroux, die Kurzgeschichte “Der Doppelmord in der Rue Morgue” von Edgar Allan Poe und “Der Wüstenplanet” von Frank Herbert muss man gelesen haben, egal ob man Fan von Iron Maiden ist oder nicht. Leider muss man sich auf ein Buch-Highlight noch gedulden, denn erst im Herbst - und somit in den Nachwehen der großen Geburtstagssause von Iron Maiden - erscheint mit “Infinite Dreams” das ultimative Vermächtnis zum 50-jährigen Bandjubiläum.

Iron Maiden: Infinite Dreams

Das großformatige Hardcover-Buch erscheint weltweit im Herbst 2025 und ist eine beeindruckende visuelle Hommage an die ersten 50 Jahre von Iron Maiden. Mit exklusiven Beiträgen der Bandmitglieder und ihres Managements zeichnet dieser 350 Seiten starke Wälzer die außergewöhnliche Entwicklung von Iron Maiden nach und würdigt ihren einzigartigen Einfluss auf die Musikwelt.

“Iron Maiden: Infinite Dreams” ist ein spektakuläres und ästhetisch herausragendes Werk, das zahlreiche bisher unveröffentlichte Fotografien und Objekte präsentiert – mit akribischer Sorgfalt über viele Jahre hinweg zusammengetragen. Chronologisch aufgebaut, erzählt das Buch die Geschichte von Iron Maiden von den ersten Auftritten in britischen Pubs über den ersten Plattenvertrag bis hin zur Entstehung und Rezeption bahnbrechender Alben – darunter ihr selbstbetiteltes Debüt, der internationale Durchbruch “The Number Of The Beast” (1982) und das stadionfüllende “Seventh Son Of A Seventh Son” (1988) - sowie das aktuelle Doppelalbum “Senjutsu” (2021) und die bevorstehende “Run For Your Lives”-Tour.

Besonderes Augenmerk gilt der Entwicklung ihres ikonischen Maskottchens Eddie, mit exklusiven Kommentaren seines Schöpfers Derek Riggs. Ebenso dokumentiert das Buch die aufwendigen Bühnenproduktionen der Band und ihre spektakulären Live-Tourneen, darunter die “Somewhere Back in Time”-Tour von 2008, die weltweit für Aufsehen sorgte - nicht zuletzt, weil Sänger Bruce Dickinson die Band höchstpersönlich im eigenen „Ed Force One“-Jet, einer Boeing 757, von Konzert zu Konzert flog.

Das Buch vereint ikonische Album- und Single-Artworks, Fotografien von historischen und aktuellen Instrumenten, Bühnenrequisiten, handschriftliche Songtexte sowie Artefakte aus dem Archiv und den persönlichen Sammlungen der Band. Hinzu kommen beeindruckende Aufnahmen von renommierten Fotografen wie Ross Halfin und John McMurtrie.

Ich war wirklich überrascht, was für Schätze ich für dieses Buch wiederentdeckt habe. Ich wusste, dass ich viele Erinnerungsstücke aus den frühen Tagen aufbewahrt hatte, aber dass sie sich so gut gehalten haben und durch die Fotografien regelrecht wieder zum Leben erweckt wurden, hat mich sehr gefreut. Ich hoffe, die Fans werden es lieben, all diese Dinge in dieser Form zu sehen! Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um sie im Rahmen unseres 50. Jubiläums zusammenzuführen.

(Steve Harris)

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Iron Maiden im Kino

Ebenfalls im Herbst und ebenfalls zum 50. Bandjubiläum erwartet uns aber auch ein Kino-Termin mit Iron Maiden! Im Herbst soll nämlich auch eine umfassende Doku ausgestrahlt werden, der Film bietet exklusive Interviews mit aktuellen und ehemaligen Bandmitgliedern, darunter das letzte Interview mit dem 2024 verstorbenen Ex-Sänger Paul Di’Anno. Auch Stars wie Javier Bardem, Lars Ulrich von Metallica und Gene Simmons von KISS kommen zu Wort.

Seltene Archivaufnahmen, animierte Sequenzen von Bandmaskottchen Eddie und die enge Verbindung zur weltweiten Fangemeinde stehen im Fokus. Die Doku beleuchtet Iron Maidens Einfluss auf die Musikwelt und ihre Rolle in der New Wave of British Heavy Metal.

Regie führt Malcolm Venville, produziert wird der Film von Dominic Freeman ("Spirits in the Forest - A Depeche Mode Film"). Iron Maiden-Manager Rod Smallwood verspricht eine inspirierende Geschichte über den Aufstieg einer Band, die gegen alle Widerstände zu einem der größten britischen Musikexporte wurde.


Live-Termine


Iron Maiden - "Run For Your Lives"

17. Juli 2025 | Wien, Ernst-Happel-Stadion


Infos auf dem Stand vom 11.03.2025  

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