Bild: Elena Aistleitner
Mit dem Einstand “Queer Rage” setzt die österreichische Indie-Pop-Band Color The Night nicht nur ein klares und mutiges Zeichen für die LGBTQIA+ Community, sondern erschafft mit einer gelungenen Mischung aus Indie-Pop und Alternative auch eine musikalische Atmosphäre, die emotional berührt. Jeder Song auf “Queer Rage” erzählt eine Geschichte von Identität, Akzeptanz und Liebe, die Texte behandeln die Herausforderungen und Erlebnisse der LGBTQIA+ Community - sowohl auf persönlicher Ebene, als auch mit einer universellen Perspektive. So geben Color The Night in ihrer Musik den Stimmen derer Raum, die oft nicht gehört werden.
Michael sagt: „Flaschengrün.“
Jonathan sagt: „Blau.“
Marco sagt: „Mokka-Mouse ist die Trendfarbe des Jahres.“
Raphi: „Ja bunt? Queer! Je bunter, desto besser.“
Lukas: „Ich mag sie alle.“
Das größte Missverständnis ist, dass einige Menschen die queere Community als “Gefahr” wahrnehmen. Leider fehlt es an Aufklärung, was wiederum von rechten Parteien und Gruppierungen als Mittel zur Hetze und „Angstmache“ ausgenutzt wird.
Wir hatten einen Gig auf einem Großlager der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs, bei dem Raphi unseren neu gefunden Sound als „Queer Rage“ definierte, da die Texte sich viel mit seinen negativen Erfahrungen beschäftigen und wir nach dem Konzert von vielen jungen Menschen angesprochen wurden, dass sie durch die Songs Mut zur Selbstakzeptanz bekommen haben.
Es ist leider schon so, dass durch die starke Message unsere Hörerschaft nicht mehr so breit gefächert ist wie zuvor, weil viele Menschen die Ohren und Augen vor diesem Thema verschließen.
In größeren Städten wirkt Homophobie kleiner, da die queere Bubble größer ist. Man hat jedoch nicht das Gefühl, dass das Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Blickt man ins Ausland, bekommt man jedoch das Gefühl, dass wir es in Österreich noch gut haben.
Leider sehen wir momentan einen Rückschritt. Die Nutzung der queeren Community als Feindbild der Gesellschaft findet gerade auf politischer Ebene immer mehr statt. Man braucht ja nur einen Blick auf die USA werfen, oder in das Parteiprogramm der FPÖ.
Die queere Community hält sehr stark zusammen und gegenseitige Unterstützung wird großgeschrieben.
Es gibt immer mehr kleine bis mittelgroße Veranstaltungen, die sich mit dem Thema beschäftigen - zum Beispiel der Wurst vom Hund Ball, der Tuntenball und die Pride Parade. Leider finden diese Veranstaltungen meisten innerhalb der Bubble statt.
Diversität sollte mehr Unterstützung bekommen, es sollte aber auch mehr auf die Inhalte der künstlerischen Darbietung geachtet werden. Wir als Band, bestehend aus fünf cis-Männern und einer queeren Person, haben oft Probleme, Gigs zu bekommen, da wir keine weiblich gelesene Person in der Band haben. Wir unterstützen die Idee, mehr Frauen auf Österreichs Bühnen zu bekommen, von ganzem Herzen. Jedoch hat es keine schlechte Vorbildwirkung, wenn sich auch cis-Männer für die LGBTQIA+ Community einsetzen.
Beides. Die Songs sollen natürlich zu Veränderung aufrufen, sollen aber genauso als Outlet von Frustration und Wut gelten.
Das Album hätte genauso gut “Queer Joy”, “Queer Dance”, “Queer Tears” oder so heißen können. Wir haben uns aufgrund der Stärke des Titels „Queer Rage“ aber dafür entschieden.
Die Queerness ist nicht nur in den Texten, sondern auch in den Videos zu finden. Diese Art von Repräsentation durch Kunst und Kultur ist im queeren Aktivismus extrem wichtig.
Es ist gut und wichtig, dass es so große Artists gibt, die die queere Community auf der großen Bühne repräsentieren. Wir haben jedoch eher versucht, unseren eigenen Weg zu finden. Aber natürlich ist man immer etwas beeinflusst.
In der queeren Community kommen die Texte und die Ästhetik sehr gut an. Wenn Leute unsere Musik ablehnen, weil sie das Statement nicht mögen, dann können wir auch nichts daran ändern. Uns ist es wichtig, eine Hörer*innenschaft zu bekommen, die auch mitfühlen kann.
Grundsätzlich holen wir unsere Inspirationen aus ganz verschiedenen Richtungen. Das spricht womöglich für eine gewisse Offenheit, die wir auch soziologisch haben und vertreten.
Akzeptanz, Gemeinschaft und Feiern der Diversität sollten unsere Ziele als Menschheit sein.
Angenommen, es gäbe in Zukunft keine Diskrimierung mehr: Wir würden als Band weiterhin für „unapologetic Queerness“ einstehen. Womöglich gäbe es aber weniger inhaltliche Schwere.