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Konzerte

David Hasselhoff im Gespräch

06.12.2022 von Stefan Baumgartner

In den letzten Jahren hat die Menschheit viele Beschwerlichkeiten verdauen müssen und tut dies immer noch. Genau in diesen Unruhepool kracht Legende David Hasselhoff mit einem Partyalbum, einer Tour, aber auch einer neuen, visionären Serie.

Hierzulande ist David Hasselhoff bekannter als der Bundespräsident: Mit seinen Hits „Looking for Freedom” und „Crazy for you” prägte er eine Generation, mit seinen Serien „Knight Rider” und „Baywatch” gleich zwei. Inmitten der Corona-Pandemie veröffentlichte er sein aktuelles Album „Party Your Hasselhoff”, das nun (und neben seiner neuen Serie „Ze Network”) als aufwändige Box erscheint. Und freilich will die Party auch live begangen werden. Denn: Mit 70 weiß Hasselhoff ob der positiven Wirkung des Feierns.

Du hast in deinen Filmen zumeist die Rolle des Helden übernommen, selten aber doch die des Bösewichts. In „Knight Rider“ hast du gleich beide Rollen gespielt. Macht das für dich künstlerisch einen Unterschied, in welche Rolle du schlüpfen musst?

Die Rolle des Bösewichts ist immer spannender zu spielen, die sind meistens vielschichtiger gezeichnet. Noch lieber ist es mir aber, einen Schurken zu spielen, der auch seine guten Seiten hat – oder einen Helden, der nicht immer nur Gutes tut. Das ist ja auch viel näher an der Realität, kein Mensch ist nur böse oder nur gut. Ein perfektes Beispiel dafür ist etwa die Serie „Ray Donovan“ mit Liev Schreiber in der Hauptrolle. Ähnlich versuche ich auch meinen Charakter in „Ze Network“ anzulegen.

Du hast im Laufe deiner Karriere zwar oft eben Heldenrollen übernommen und in deinen Songs durchaus wichtige, sozialpolitische Themen angesprochen. Deine größte Rolle ist jedoch die des Vaters zweier Töchter. Welche Lektion hast du ihnen mitgegeben?

„See it, believe it and you will live it”. Beide meiner Töchter haben sich diesen Spruch tätowieren lassen, eine von ihnen leicht abgewandelt in „See it, believe it and smile“. Da war ich dann doch perplex, weil ich nicht dachte, dass sie diese Lektion derart „verinnerlichen“ würden. Eine meiner Töchter arbeitet mit übergewichtigen Frauen zusammen und sie versucht ihnen auch beizubringen, mit einer gewissen Selbstzufriedenheit das Leben zu bestreiten.

Du hast aber nicht nur das Leben deiner Töchter, sondern mit deinen Serien und deiner Musik zudem das Leben zweier Generationen geprägt. Schaust auch du auf deine Jugend zurück und hältst die Popkultur von damals nach wie vor hoch?

Nein. Wenn ich zurückblicke, sehe ich nur einen Jungen, der oft dumm war, aber immer ein großes Herz hatte (lacht). Zumindest das große Herz habe ich mir bis heute bewahrt – ich habe zum Beispiel immer schon kranke Kinder besucht, und das oft und in der ganzen Welt. Aber das hat mich auch in den Alkoholismus getrieben – ein Scotch oder mehr war oft die Realitätsflucht, die ich danach gebraucht habe. Heute hilft mir meine Frau, mich auf Linie zu halten. Sie erdet mich – obwohl meine Karriere, auch jetzt im Alter von 70, noch immer dermaßen viel abverlangt, nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Egal, wo ich hingehe: Jeder will ein Foto mit mir machen oder eine Unterschrift. Das kann, wenn man privat mit der Familie unterwegs ist, schon enervierend sein, wenn man nie seine Ruhe hat und immer lächeln muss.

Ist das nur in Europa so, wo deine Popularität schon immer größer war, oder mittlerweile auch daheim in Amerika?

Die Paparazzi sind auch in Amerika sehr aufdringlich – nicht so sehr in Calabasas, wo ich wohne, aber selbst dort gibt es welche, die sogar meiner Frau auf Schritt und Tritt folgen. Das setzt ihr, die im Gegensatz zu mir ja keine prominente Persönlichkeit ist, schon zu.

Warum denkst du, feiertest du deine größten Erfolge in Europa? Was unterscheidet unseren Anspruch an Popkultur von dem der Amerikaner?

Dafür gibt es glaube ich keinen rationalen Grund, vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich zu Frühzeiten meiner Karriere öfter in Europa war als in Amerika. Ich bin zeitlebens viel gereist, und wenn ich daheim von Wien, Salzburg oder München erzählt habe, kannten die Städte viele Menschen gar nicht, geschweige denn, dass sie je dort gewesen sind. Bei vielen Amerikanern hören die Reiseerlebnisse in Amerika selbst auf. Ich hingegen war schon immer mehr, oft und lange in Europa unterwegs, das hat dann wohl auch meine Karriere dort gefestigt.

Auch in deiner neuen Serie „Ze Network“, die im November auf RTL+ anlief, bist du in Europa: Du spielst dich hierin selbst und wirst an einem Theater in Görlitz als Geheimagent rekrutiert.

Ja, aber die Serie gibt es auch auf Englisch und wird international ausgestrahlt werden. Im Grunde ist „Ze Network“ so ähnlich wie „Knight Rider“ in den Achtzigern: sehr visionär. Denk doch einmal an „Knight Rider“ zurück – viele Themen, die wir damals vor 40 Jahren angesprochen haben, sind heute immer noch aktuell oder überhaupt erst umgesetzt worden. Einen ähnlichen Anspruch verfolgen wir mit „Ze Network“ – die Serie ist sehr futuristisch und manchmal durchaus unglaublich, im besten Sinne …

Du schreibst stets neue Musik und bist auch schauspielerisch immer wieder tätig, aktuell eben in „Ze Network“. Ärgert es dich, wenn man dich dennoch auf deine alten Hits und deine zwei größten Rollen, in „Knight Rider“ und „Baywatch“, reduziert?

Nein, überhaupt nicht – das ist nur menschlich. Womit ich aber aufgehört habe ist, dass ich K.I.T.T.-Modellautos unterschreibe (lacht). Ich bin Schauspieler, kein Mechaniker. Nicht falsch verstehen: Ich schätze beide Serien sehr und habe auch gern mit den Menschen damals zusammengearbeitet, aber für mich geht das Leben auch weiter.

Würdest du also vermuten, dass deine Fans nicht Fans von David Hasselhoff sind, sondern von den Charakteren, die du zeitlebens impersoniert hast?

Ja, das merkt man durchaus, dass sich zum Beispiel das „Knight Rider“-Publikum und das von „Baywatch“ nur bedingt überlappt. Aber ich hoffe natürlich, dass ich mit „Ze Network“ beide erreichen kann (lacht).

Du hast K.I.T.T. bereits angesprochen – das war der sprechende Pontiac in „Knight Rider“. Ich habe dazu folgende Geschichte gehört: Jahre, bevor du die Rolle von Michael Knight übernommen hast, hat dir dein Vater einen schwarzen Pontiac als Spielzeugauto geschenkt. Stimmt das?

Sagen wir es so: Es ist eine Geschichte, die gut zum Mythos passt (lacht). Was aber viel wichtiger ist: Als ich ein kleines Kind war, bekam ich wie alle anderen auch ein Tretauto geschenkt, mit dem ich die ganze Nachbarschaft terrorisiert habe, weil ich damit so wild herumgefahren bin – und Jahre später sitze ich dann am Steuer des schnellsten Autos, das zudem auch noch springen kann (lacht). Was also auf jeden Fall wahr ist: Autos haben mich schon früh geprägt, und ich bin dabei geblieben – so wie andere Kinder zum Beispiel mit einer Gitarre, die sie das Leben lang in der einen oder anderen Form begleitet. Ich glaube, es ist wichtig, wenn man die Talente von Kindern früh entdeckt und fördert und sie zudem anspornt, immer am Ball zu bleiben – komme, was wolle.

Zu deinem Geburtstag hast du dir auch soeben ein neues Auto gekauft, einen blauen Audi R8. Viele Menschen nutzen die Zeit am Steuer, insbesondere, wenn sie ziellos herumfahren, zum Entspannen. Ist das bei dir ähnlich?

Nein, es ist einfach nur ein teures Auto, bei dem ich mir dachte: Nach dem Abdrehen von „Ze Network“ und einer Knie-Operation, die ich zeitgleich in Deutschland über mich ergehen lassen musste, habe ich ein Geschenk verdient, zumal mein runder Geburtstag anstand (lacht). Aber das war schon irgendwie lustig: Da bist du ohnehin schon mit Schmerzen im Krankenhaus bettlägerig, und dann schreit jedes Mal, wenn die Tür aufgeht, draußen jemand: „Oh, da ist ja David Hasselhoff!“ Aber ja, immer, wenn ich mich ans Steuer setze, zaubert das ein Lächeln auf mein Gesicht – nicht weil ich damit Vollgas fahren kann, weil das kannst du in Amerika natürlich nicht. Aber das Fahrgefühl ist toll und allein, das Auto anzusehen ist schon ein schönes Gefühl – besonders, wenn ich damit an den Strand fahre und es am Sand steht und die Wellen sich an den Reifen brechen.

Apropos Strand: Deine Rolle als Mitch Buchannon wurde kürzlich von SodaStream wiederbelebt und gemeinsam sprecht ihr ein wichtiges Thema an, nämlich die Verschmutzung der Meere durch Plastik. Ihr versucht, die Menschen zur Nachhaltigkeit zu bewegen. In „Knight Rider“ gab es damals auch den schönen Satz: „One man can make a difference.“ Nun glauben viele Menschen nicht mehr daran, weil sie sich von den Entscheidungsträgern, der Politik, oft genug verarscht gefühlt haben.

Mit jeder positiven Kleinigkeit, die du in deinem Leben machst, machst du die Welt zu einem besseren Ort – und sei es nur, dass du einer gebrechlichen Person über die Straße hilfst, hie und da einmal ein Lächeln schenkst oder deinem Gegenüber respektvoll auftrittst.

So wie auch die fröhliche Stimmung deines aktuellen Albums „Party Your Hasselhoff” in eine Zeit passt, in der Corona und Krieg dominieren.

Korrekt. Gerade jetzt ist die richtige Zeit für Partymusik: Jeder will raus und eine gute Zeit erleben. Wenn die Leute zu meinen Konzerten kommen, erleben sie Glück und Spaß. Das brauchen sie jetzt nötiger wie selten zuvor.

Die neue David Hasselhoff-Serie "Ze Network"

In der neuen Serie „Ze Network”, die am 1. November auf RTL+ angelaufen ist, spielt David Hasselhoff sich selbst: Frustriert von den Angeboten in seiner amerikanischen Heimat nimmt er das Angebot eines Theaters im sächsischen Görlitz an, die Hauptrolle im ambitionierten Stück „Supernatural Man of Mystery” zu übernehmen. Was er nicht weiß: Sein Co-Star Henry Hübchen, der sich ebenfalls selbst spielt, ist Teil des Spionagedienstes „Netzwerk” (daher auch der dämliche Serientitel) und das Ziel ist es, Hasselhoff zu rekrutieren. Denn ein Scheich, Sponsor des Theaterstücks, ist nicht nur ein Schurke, der in seinem Land die LGBTIQA*-Rechte mit den Füßen tritt, sondern auch großer „Knight Rider”-Fan – und soll, da die Regierungen untätig sind, anderweitig eliminiert werden ... Es ist also ein lupenreiner Agententhriller in acht Akten, der alles andere als schrottig geraten ist, sondern Hasselhoff und seine Mitstreiter (neben Hübchen etwa auch den aus „How to Sell Drugs Online (Fast)” bekannten Maximilian Mundt & Bela B von Die Ärzte) von ihrer besseren Seite zeigt. Ja, „Ze Network” ist kein Arthouse Kino, aber auch fernab von Schundfilmen, in denen Hasselhoff auch bereits mitwirkte. Sehenswert!

Hasselhoff-Veranstalter Manfred Koch im Gespräch

Hasselhoff-Veranstalter Manfred „Cook” Koch ist kein Unbekannter: Seit 1997 verantwortet er in der steirischen Band EGON7 neben dem Gesang auch Trompete und Percussions. Aber auch darüber hinaus hat er nicht nur Erfahrungen hinter der Bühne, als Veranstalter, gesammelt: 2011 und 2013 war er mit seiner Band als Tourband von Hasselhoff in Österreich gebucht ...

Du warst in den Neunzigern Musiklehrer in St. Peter – einer Zeit, als David Hasselhoff bei uns sein Hoch feierte. Wie hast du bei deinen Schülern und Schülerinnen das Fantum mitbekommen?

Der Fan war eher ich, denn ich war damals der jüngste Musikschullehrer und Kapellmeister Österreichs und dementsprechend war ich mindestens genauso begeistert wie meine Kids. Michael Knight war unser aller großer Held und zwischen 18:30 und 19:15 Uhr waren wir alle daheim vorm Fernseher. Würde mich einer nach den Serien meiner Kindheit und Jugendzeit fragen, dann wären das „Pumuckl” als Kleinkind und „Knight Rider” in der Schulzeit.

David Hasselhoff sagt von sich selbst, dass er kein guter Sänger ist, dafür ein umso besserer Entertainer. Als geschulter Musiker – und eben Musiklehrer: Hast du damals den Hype verstanden? Oder musstest du da zwischen Klavier und Trompete doch auch den Kopf schütteln?

Ich habe von seiner Gesangskarriere nicht so viel mitbekommen, denn ich habe in Wien Klassik studiert und da war diese Art von Musik gar nie Thema. In meiner Anfangszeit bei EGON7 kamen mir dann die Songs „Looking for Freedom“ und „Limbo Dance“ zu Ohren, aber auch da konnte ich ihn noch nicht gesanglich bewerten, denn diese Songs zeigen nicht das Können von David. Definitiv hat EGON7 David in seinen Bann gezogen, als wir seine Tourband wurden. Wir erwarteten bei der ersten Probe einen okaysingenden Hollywoodstar und dann sang er „This is the Moment“ aus „Jekyll & Hyde” in höchst beeindruckender Manier. Seine Stimme und Range ist schier unfassbar.

Was macht die Musik von David Hasselhoff so massentauglich, so ergreifend?

Solche Fragen sind immer schwer zu beantworten, denn das Zaubermittel für den Erfolg in Musik, gibt es nicht. Ich denke es ist viel Fügung: Der gute und heranwachsende Energie-Mensch (also David), der richtige Produzent mit dem Gespür wo und wie man den Künstler positioniert, der richtige Manager (auch wenn da am Ende viele Scherben blieben), Fleiß, und Zufälle wie der Fall der Berliner Mauer in Kombination mit „Looking for Freedom”. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Vieles kann man beeinflussen, aber Fügung ist dann meistens Gold von den Sternen.

Du warst dereinst auch in der Tourband von David Hasselhoff in Österreich aktiv. Kannst du mir etwas über die Zusammenarbeit zwischen euch als Musikern und ihm als visionärer Frontmann verdeutlichen?

Die Proben waren gut und ebenso all seine Konzerte mit uns. Das Außergewöhnliche ist David, der Lichtmensch. Wir hatten schon das Glück, dass wir mit den großen Entertainern unserer Zeit auf der Bühne stehen durften. Für mich sind die großen drei Energiemenschen im deutschsprachigen Raum DJ Ötzi, Andreas Gabalier und David Hasselhoff. EGON7 ist die kraftvollste Band, gegen welche viele schon „verloren“ haben, aber wenn diese drei Sänger die Bühne betreten, dann entsteht eine andere Dimension. Wenn David erscheint, ändert sich der Raum und er ist reinste Kraft und Energie für zigtausende Menschen.

Hast du von deiner Zusammenarbeit mit Hasselhoff etwas für EGON7 mitgenommen, dazugelernt?

Das nimmt man aus jeder Zusammenarbeit mit. Managementmäßig habe ich gesehen, wie vieles nicht gehen soll und wir für EGON7 wussten nach dieser Tour, dass wir keine Tourband für einen Künstler sind, sondern selbst an der Bühnenkante stehen wollen.

Nun lernst du David Hasselhoff von einer anderen Seite kennen, und zwar in deiner Rolle als Veranstalter: Läuft das Zwischenmenschliche mit diesem Perspektivenwechsel nun anders ab?

Wir haben da quasi null Kontakt, denn ich wickle ja nur die Konzerte in Österreich ab. Ich bin kein Veranstalter, welcher das Licht des Künstlers sucht und ich habe auch kein Foto mit all den Künstler:innen, welche ich schon veranstaltet habe. Ich will alles in absoluter Perfektion im Hintergrund organisieren und mit meinem Wesen zeigen, dass jede:r von der Toilettenfrau bis zum großen Star von mir den gleichen Respekt bekommt. Das passt nicht immer allen, aber ohne „Bitte! Danke! Grüß Gott & Auf Wiedersehen!“ ist man bei mir falsch. Wer das nicht versteht, ist für mich als zu veranstaltender Künstler kein Thema mehr.

Du hast schon zahlreiche Konzerte (mit-)verantwortet, von Wolfgang Ambros über Beatrice Egli, Elton John, Silbermond, David Guetta und Nena bis hin zu Seiler & Speer. Ohne jetzt auf Geheimnisse einzugehen: In wie weit ist die Zusammenarbeit mit David Hasselhoff anders – sofern sie es ist?

David ist mein Jugendidol, wir waren seine Tourband und jetzt bin ich sein Veranstalter. Diese Konstellation ist einzigartig, aber auch hier gilt: Der Künstler bestimmt, ob er mich sehen will, denn grundsätzlich haben wir ja keine direkte Zusammenarbeit oder Berührungspunkte. Ich organisiere das Drumherum und versuche sein Publikum zu den Konzerten zu bringen und ihm und seinem Team eine gute und schöne Zeit in den jeweiligen Orten zu schenken. Und so mache ich das auch für jeden anderen Act. Wenn die Musiker und Techniker nach Hause fahren und sagen, dass es bei mir schön war, dann habe ich gewonnen und neue Botschafter für meine Person. Ziel bei all meinen Events ist: Zufriedenheit aller Besucher:innen, des Technikteams, aller Partner bis hin zu den musikalischen Protagonisten. Aber letztlich: Nichts an der Zusammenarbeit mit David Hasselhoff ist anders – ER ist anders, nämlich besonders.

Mehr Infos zu EGON7 finden sich auf der offiziellen Website.

Martin Kames setzt Hasselhoff ins beste Licht

Der Wiener Martin Kames ist seit 2003 professionell als Licht-, Video- und Pyrotechniker tätig. Mit seiner Firma betreut seit über 15 Jahren international unzählige namhafte Bands und Künstler, zu den wichtigsten zähl(t)en Seiler & Speer, David Hasselhoff, Bushido, Parkway Drive, Heaven Shall Burn, Kreator, Machine Head, Die Fantastischen Vier, Andreas Gabalier und viele andere. Zusammen mit dem Gitarristen Bernth Brodträger gründete Kames 2017 das Musikprojekt CueStack. Der größte C(l)ue war hier die Zusammenarbeit mit Hasselhoff im Jahre 2020: Der gemeinsame Hit „Through the Night“ hat fast fünf Millionen Views auf YouTube und in der Metalwelt für viel Aufruhr gesorgt. Auch bei seinen Österreich-Konzerten steht Martin Kames David Hasselhoff zur Seite ...

Als Kind der Achtziger bist du sicher auch mit David Hasselhoff, seinen Serien und seiner Musik aufgewachsen. Welchen Stellenwert hatte er damals für dich?

Wie für sehr viele in meinem Alter war er eine Ikone. Ich war riesiger Fan von „Baywatch” und vor allem „Knight Rider”. Meine erste Kassette war „Crazy for you”. Da habe ich (wie vermutlich die meisten) immer nur den ersten Song gehört und dann wieder zurückgespult. So war das eben vor Spotify. Ich hatte eine „Knight Rider”-Schultasche, einen ferngesteuerten K.I.T.T. und natürlich A3-Poster aus der Fernsehzeitschrift Tele. Letzteres habe ich auf einem Foto von mir als 7-jähriger Bub hochgehalten. Dieses dürfte ihn auch bei meiner Blindbewerbung 2017 überzeugt haben: Ich hatte ihm damals ein Showkonzept geschickt, welches ich auf gut Glück von vorne bis hinten durchdesigned habe. Sprechen tut er aber immer nur von diesem Foto.

2020 erschien der Song „Through the Night“, bei dem du, Bernth von u. a. Seiler & Speer und ex-Belphegor, und eben David Hasselhoff involviert sind. Wie kam es zu dieser Kollaboration?

Weil ich mir auf gut deutsch nix geschissen habe (lacht). David wollte spontan seine Show 2018 in Wien mitgefilmt haben. Es war eigentlich logistisch nicht mehr möglich, das in vier Tagen zu realisieren. Ich habe ihm aber gesagt, ich organisiere dir einen Dreh mit 10 Mann, Kran, Steady Cam und allem was dazu gehört, dafür machst du mit meiner Band einen Song. Zuerst war er skeptisch, dann habe ich ihm unsere CueStack-Videos gezeigt, und dann sagte er sofort zu. Dass es organisatorisch nicht ganz so einfach war, wie es klang und es bis zum effektiven Release 2020 noch zwei Jahre dauern sollte, ist eine andere Story. Aber ich blieb dran und es hat zu meiner Verwunderung geklappt.

Es ist oft ein Bruch, wenn man mit einem Held der Jugend auch professionell zusammenarbeitet.

Ich würde es nicht als Bruch bezeichnen. Ich habe aufgrund meines Berufs laufend mit kleineren und größeren Berühmtheiten zu tun, deshalb macht es nichts mehr mit mir. Bei Hasselhoff war es noch Mal was anderes: Nach dem ersten Telefonat konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen – aber nach dem 30. Anruf habe ich schon oft einfach nicht abgehoben, weil ich grad mit meinem Sohn spazieren war. Der Glanz verblasst schnell und David ruft auch manchmal gern um 2 Uhr früh an und man muss sich selber schützen und Regeln aufstellen. Als er aber bei seiner letzten Pressekonferenz in Wien den Journalisten unseren Song „Through the Night“ vorsang und dann von meinem Sohn erzählte, fand ich das dann selbst doch irgendwie legendär.

Was genau ist dein Job bei den kommenden Hasselhoff-Konzerten?

Ich überlege mit David die Show und versuche, seine oft überschwenglichen Ideen mit dem tatsächlichen Budget und den Location-Gegebenheiten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die Musik verantworte ich nicht, dafür hat er seinen langjährigen Freund und Musical Director Marcus Barone, der seit den Achtzigern dabei ist. Ich überlege mir eben ein Bühnendesign, programmiere die Lichtshow und Videos mit meinem Team und wir überlegen uns dann einen Ablauf: Er ist es gewöhnt, von einem Regisseur genau gesagt zu bekommen was er machen soll.

Ich weiß, Künstler lassen sich nicht gern in die Karten schauen: Aber wie steht die Chance, dass Bernth und du gemeinsam mit David für „Through the Night“ auf der Bühne stehen werdet?

Die Möglichkeit besteht. Wir wurden auch schon oft angefragt, haben das aber bis jetzt nicht wirklich forciert. Wenn es soweit ist, möchten wir nicht unbedingt, dass es hierbei nur um David geht. Das würde mehr Sinn im Rahmen eines Hasselhoff-Konzertes machen, wo wir für eine Nummer kommen als umgekehrt. Mal sehen ob das klappt.

Last but not least: David ist für eine Vielzahl an Hits bekannt, wer ihn bereits live gesehen hat weiß, wie die Leute bei „Looking for Freedom“ oder „Crazy for you“ auszucken. Welche Songs, die aus seinem Talon nicht diesen Status haben, würdest du gerne in der Setlist verhaftet sehen?

Ich finde sein Cover von David Bowies „Heroes“ sehr gelungen. Abgesehen davon ist „True Survivor” meiner Meinung nach sein größter Hit. YouTube sieht das ähnlich. Und, ohne uns da selbst feiern zu wollen, bei unserem Song „Through the Night“ hat er echt gut abgeliefert und kommt da meiner Meinung nach sehr cool weg.

Mehr Infos zu CueStack finden sich auf der offiziellen Website.

Party your Hasselhoff!

Letztes Jahr veröffentlichte David Hasselhoff sein Cover-Album „Party Your Hasselhoff”, das nun als aufwändige Box erscheint: Sie enthält neben dem Originalalbum viele exklusive Goodies, allen voran die streng limitierte 7"-Vinyl mit einer alternativen Version des Matthias Reim/The Hoff-Duetts „Damnit I Love You”, sowie eine spezielle Silbermünze, die eigens zu Hasselhoffs 70. Geburtstag geprägt wurde! Die Box ist unter thehoff.shop erhältlich, kostet € 157.68 und ist die perfekte Einstimmung auf die Österreich-Konzerte kommendes Frühjahr!

David Hasselhoff lädt am 25. März in Schladming, am 29. in der Wiener Stadthalle, und am 30. in der Stadthalle Graz zur Party. Tickets gibt es bei oeticket.com.

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