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Die Bloodsucking Zombies From Outer Space feiern Weihnachten ... anders

05.11.2024 von Stefan Baumgartner

Seit 20 Jahren treiben die österreichischen Horrorpunks Bloodsucking Zombies From Outer Space schon ihr Unwesen – eingebunden in ein Potpourri zwischen einem „Monster Mutant Boogie“ und einem „Mörder Blues“ erzählen die selbsternannten Shock-Rock-Rebellen wie auch schon der etwas prominentere Gruselpapst Alice Cooper vor ihnen allerlei Horrorgeschichten und treiben es bunt mit Zombies, Werwölfen und Skeletten. Es lässt sich leicht erahnen: Ohne eben Alice Cooper und ohne das breitgefächerte Genre des Horrorfilms würde es die musizierenden Zombies nicht geben. Besucht man Bandkopf und Sänger Richard "Dead Richy Gein" Maier in seinen privaten hundert Quadratmetern, ist beinah auch der allerletzte Winkel bis hin zum Abort zugestellt mit entweder Memorabilia des Gruselpapsts oder des Horror-Genres. Und ja, die Leidenschaft hat früh angefangen und seitdem einige Monde Zeit gehabt, sich in Körper (Tattoos!) und Geist zu verankern:

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren ist Dead Richy Gein - wie es konservativere Gleichaltrige wohl beschreiben würden - auf die grausliche Bahn abgedriftet, als er erstmals das "Landhaus der toten Seelen" mit Oliver Reed sah. Kaum drei Jahre später gab es das erste Mal Probleme mit der Nachtruhe, als nach "Poltergeist" und "Der Weiße Hai" auch der "Exorzist" in die Kinderaugen flackerte: "Der hat mich so zu Tode erschreckt, dass ich eine Woche gebraucht habe, um das zu verarbeiten. Darum ist das bis heute auch einer meiner Lieblingshorrorfilme", verrät er uns. Natürlich kann man sich da fragen: Wieso gruselt und schaudert man sich so gerne, noch dazu als reifer erwachsener Mensch, der die wirre Pubertät bereits erfolgreich hinter sich gelassen hat - übrigens eine Frage, die ich auch erst kürzlich von SLASH-Filmfestival-Kurator Markus Keuschnigg beantworten ließ. Dazu der Zombie: "Warum fährt man Hochschaubahn, warum mit einer Geisterbahn? Weil es genauso eine Lustbefriedigung wie etwas Schönes, Lustiges – zum Beispiel eine Komödie – ist. Was ich dafür nicht verstehe: Warum schaut man sich ein Drama an, warum schaut man sich etwas an, wo man weinen muss? Aber sich zu gruseln, mit Blut und Beuschel zu beschäftigen, was man natürlich im realen Leben nicht haben möchte, aber mit dem Sicherheitsgurt, dass es nur ein Film ist, finde ich völlig legitim."

Okay. Aber: Weihnachten gilt ja gemeinhin und traditionell als besinnliche Zeit, als Ausgleich zum ohnehin immer hektischer werdenden Jahresverlauf. Wieso muss es dann auch noch in dieser Zeit grauslich, schraurig und brutal zugehen? "Ach, bei mir ist die Vorweihnachtszeit eigentlich dank unsere X-Mess Jamborees immer sogar besonders stressig und am besten entspanne ich halt einfach bei Horrorfilmen - wobei sich schon auch die eine oder andere Weihnachtskomödie oder Märchenfilme dazwischen schummeln um ehrlich zu sein."

Und tanzt dann selbst am Heiligabend der Schlitzer Pepi statt dem Christkind daheim herum? "Klar. Meistens bekomm ich ja mindesten einen, wenn nicht mehrere Horrorfilme unter den Baum gelegt, und die werden dann wenn das übliche Bescherungsfest überstanden ist natürlich auch direkt geschaut."

Wer wie Dead Richy Gein zumindest vorerst keine Lust auf "Last Christmas" von Wham! (hier der Ohrwurm, der sich in eure Gehirnwindungen frisst, bis die graue Masse aus euren Ohren und Nasenlöchern rinnt ...) oder "Tatsächlich Liebe" hat, dem sei dringendst empfohlen, am 21. Dezember die Bloodsucking Zombies From Outer Space bei ihrem legendären Unholy X-Mess Jamboree in der SimmCity zu besuchen und sich auf den Abend mit folgenden drei weihnachtlichen Horrorfilmen - allesamt Favoriten und (neue) Dauerbrenner von Dead Richy Gein - bestens einzustimmen:

Black Christmas

Für mich einer der großen Klassiker des mittlerweile doch recht umfangreichen Subgeneres „Weihnachtshorror" und sowas wie der Ziehvater des Slasherfilms. Auch das Remake von 2006 hat mir gefallen - im Gegensatz zum vollkommen sinnlosen neuerlichen Aufguss von 2019.

[Das Remake von 2006 findet man zum Kaufen und Leihen auf Prime, aber Achtung - nicht mit dem Re-Remake von 2019, ebenfalls auf Prime verfügbar, verwechseln.]

Das Original sieht man übrigens dieses Jahr (nach der Österreich-Premiere von "Heretic"!!!!!) beim SLASH X-MAS am 19. Dezember im Wiener Filmcasino - mehr Infos gibts an dieser Stelle.

Rare Exports

Die finnische Grusel-Komödie zählt für mich mittlerweile zu einem absoluten Weihnachtsklassiker und wird jährlich von mir in der Adventszeit geschaut. Sicherlich einer der kreativsten und originellsten Filme über den Weihnachtsmann und eine ganz klare Empfehlung.

["Rare Exports" kann man leider aktuell nicht offiziell streamen.]

Terrifier 3

Ein brandaktueller Vertreter des Weihnachtshorrors ist der mittlerweile 3 Film (wenn man „All Hallows Eve" nicht einrechnet) rund um Killer-Clown „Art". Was soll man groß dazu sagen – es ist ein Splatterfest wie man es sich erwartet hat und so manchen sensiblen Magen könnte es da auch ohne Vanillekipferl-Überdosis mulmig werden. Wer auf eine derbe Blutoper in der besinnlichsten Zeit des Jahres steht kommt an "Terrifier 3" einfach nicht vorbei und Fans der Filmreihe werden nicht keinesfalls enttäuscht.

["Terrifier 3" läuft aktuell in den Kinos und wird wohl in absehbarer Zukunft auf Prime zu sehen sein.]

Bloodsucking Zombies From Outer Space feiern am 21. Dezember in der Wiener SimmCity ihr legendäres "Unholy X-Mess Jamboree". Tickets gibt es bei oeticket.

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