Geschäftsführer Wolfgang Fischer im Gespräch mit !ticket
Der Mittfünfziger ist seit knapp 30 Jahren im Kultur- und Mediengeschäft - davon rund zwei Jahrzehnte im ORF - tätig. Dort war er zunächst Pressesprecher des Landesstudios Wien, übernahm dann die Leitung der Corporate Communications der Hörfunkintendanz und wurde Chef des Human Resources Management des gesamten ORF. Die vergangenen zwei Jahre war Fischer mit Aufbau und Leitung der Abteilung Public Affairs in der ORF-Generaldirektion betraut. Außerdem werkte er als Journalist u.a. für den Standard und die Magazine Horizont und Basta. Seit Februar 2012 ist er Teil der Geschäftsführung der Wiener Stadthalle.
Das Verrückteste, das er jemals getan hat? "Per Lautsprecherdurchsage einen lukrativen Job zu kündigen", verriet er dem Freizeit-Magazin.
Wie behält man den Überblick für 350 Veranstaltungen im Jahr?
Mit einem tollen Team!
Welche Rolle spielt hier die Routine? Ist der Ablauf bei jedem Konzert gleich?
Die Stadthalle ist an jedem Tag des Jahres eine neue und andere Bühne. Es ist natürlich viel Routinearbeit dabei, aber so wie jede Veranstaltung und Vorstellung einmalig ist, erfordert auch die Vorbereitung und Durchführung Erfahrung und Flexibilität.
Kann man sich die Stadthalle wie ein großes Unternehmen vorstellen, oder ist es einfach etwas ganz anderes?
Es ist ein großes Unternehmen, wird auch so geführt, und ist doch etwas ganz Besonderes! Wir beschäftigen 200 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis, zusätzlich sind rund 400 Kollegen im Publikumsdienst im Einsatz. Als Arbeitgeber ist die Wiener Stadthalle auch ein wirtschaftlicher Faktor, nebenbei in einem hochinteressanten Arbeitsumfeld, in dem übrigens in vielen Sparten Lehrlinge ausgebildet werden.
Wie wird ein Konzert geplant?
Die gesamten Vorbereitungen werden in Zusammenarbeit unserer Abteilungen, von Aufbau bis Sicherheit, mit dem Produktionsbeauftragen und dem Veranstalter durchgeführt. Grundsätzlich muss man auch unterscheiden zwischen den Publikumsevents wie großen Konzerten und Shows und den Business-Events, wie die Medientage oder Hauptversammlungen großer Firmen.
Geht man überhaupt noch gerne auf Veranstaltungen, wenn man ohnehin beruflich so viel damit zu tun hat?
Selbstverständlich. Jetzt kann ich mir auch ansehen, wofür ich vorher eventuell keine Zeit hatte. Aber es ist immer auch ein offizieller Auftritt, man ist vor Veranstaltungsbeginn da, packt auch mal selbst an, sieht, was besser gemacht werden kann und spricht mit seinen Teams.