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Made in Austria

Fab Fox: Zersägte Jungfrau war gestern

08.09.2023 von Markus Höller

Wenn jemand heute behauptet, Zauberer zu sein, tun sich vor dem geistigen Auge immer nur zwei Möglichkeiten auf: entweder völlig irrwitziger Las Vegas-Bombast mit Elefanten und Millionengage oder schon tausendmal gesehene Kartentricks am Stammtisch beim Kirchenwirt. Dass es auch einen lokalen, höchst beeindruckenden Mittelweg gibt, beweist der sympathische Top-Magier Fab Fox. Der kommt nämlich mit seiner Riesenshow aus Österreich – nach Österreich.

Genauer gesagt auf große Tour von Jänner bis Mai, es stehen große Locations wie die Wiener Stadthalle oder die SalzburgArena auf dem Programm. Es ist bereits die zweite von ursprünglich geplanten drei Tourneen (Corona, ehschowissn) und ein wahrhaft gewaltiges Unterfangen. Eine Crew von 30 Assistenten, Technikern, Pyrotechnikern und sonstigen Spezialisten teilt sich on the road auf zwei Nightliner auf, im Tross befinden sich weitere vier LKW für das tonnenschwere Equipment. Eine große Verantwortung, wie Fab Fox erzählt, denn die Kosten dafür sind sowohl für ihn als auch die Spielstätten nicht ohne. Erfahrungsgemäß aber bürgt sein Programm für volle Häuser, zum Beispiel wenn er eine seiner Lieblings-Illusionen vorführt: das Teleportieren von einer Seite der Bühne zum anderen. Wem das jetzt bekannt vorkommt: ja, das gibt es auch im Nolan-Knüller „The Prestige“, und nicht umsonst ist dieser Magier-Thriller von großem Einfluss und ein Vorbild für den Österreicher.

Wie auch der laut ihm größte Magier aller Zeiten, David Copperfield. Dutzende TV-Aufzeichnungen seiner spektakulären Tricks, ebenso die von Siegfried & Roy, inspirierten seinerzeit den Schüler, der gerade seinen ersten Zauberkasten bekommen hatte, und nach unzähligen Stunden des Übens und Vorführungen im kleinen Kreis entwickelte sich nach der Matura tatsächlich eine Profession daraus. Firmenfeiern und lokale Veranstaltungen steigerten sich immer mehr, und schon bald waren mit größerem Publikum auch größere Illusionen nötig. Was nicht heißt, dass es nur noch mit Technik und Feuer geht: Tischzauberei, oder Close-Up-Magie, wie es im Fachjargon heißt, ist immer noch ein wichtiger Teil der Show und Liebkind des Magiers. Verblüffende Zauberei mit Karten, Handys und dergleichen sind seit eh und je das Brot-und-Butter-Grundstock jedes Showmans. Daher sind die Shows von Fab Fox – trotz Bombast auf internationalem Niveau – immer auch ein Spektakel für die ganze Familie.

Apropos Familie: die eigene Verwandtschaft ist auch heute noch das zuverlässigste, weil sehr kritische Testpublikum. Als Zauberkünstler ist es nicht einfach, heute noch eine völlig neue Illusion zu kreieren; eine Aufgabe, die nach Auskunft von Fab Fox von der Idee bis zur bühnenreifen Ausführung mindestens sechs bis acht Wochen in der Entwicklung braucht, manchmal aber auch Jahre. Da ist ein kundiges Urteil derer, die schon die ersten generischen Tricks aus dem Zauberkasten vorgeführt bekamen, ganz wichtig. Wichtiger vor allem als irgendwelche Meisterschaften oder Wettbewerbe, bei denen sich Zauberkünstler gegenseitig bewerten. Sympathische, und sehr un-österreichische Aussage: „Ich zaubere ja nicht für Titel oder Kollegen, sondern für mein Publikum.“ Das nach umfangreichen eigenen Erkenntnissen und Studienreisen ins Magier-Mekka Las Vegas in Europa wesentlich schwieriger ist als in den USA. „Dort legt man Wert auf eine große Show und Inszenierung, dafür lassen sich die Leute auch viel offener auf das Spiel ein. Hier ist das Publikum skeptischer und zurückhaltender.“ Vor allem, wenn mal was nicht funktioniert. Dann heißt es „Überspielen und improvisieren. Im Idealfall weiß das Publikum gar nicht, was eigentlich geplant war.“ Klingt schon ziemlich abgebrüht für einen Anfangzwanziger, der aber trotzdem immer noch vor jedem Auftritt gut Lampenfieber hat.

Das merkt man aber nicht, wenn er mit seiner neuen Tour „Fabulous“ unterwegs ist. Zu den neuen spektakulären Acts zählen zum Beispiel neben der Überwindung einer massiven Stahlplatte und Teleportationen auch eine vom großen Houdini inspirierte Entfesslung – allerdings nicht mit Wasser, sondern mit Feuer, so viel sei hier schon verraten! Also schnell zugreifen, vor allem rund um Weihnachten gehen die Karten üblicherweise als Geschenk weg wie die warmen Semmeln. Wie schon erwähnt, sind die Shows von Fab Fox für alle, auch Kinder ab vier Jahren, geeignet. Es gibt kein Zersägen, keine Kaninchen oder sonstige verstörende oder zweifelhafte Tricks, sondern moderne Illusionen – selbst erdacht oder neu interpretierte Klassiker. Wie gesagt: Genrefilme wie „Die Unfassbaren“ oder „The Illusionist“ hatten immer schon eine große Vorbildwirkung auf den heimischen Starmagier.

Nach der Tour ist dann bekanntlich vor der Tour. Auf die Frage, was dann nach 2024 noch folgt, gibt sich Fab Fox ambitioniert bis vage: „Eine Tour in Deutschland oder der Schweiz wäre schon noch ein großes Ziel, man erreicht wesentlich mehr Leute. Und es kann, wie bei meinen guten Bekannten, den Ehrlich Brothers, auch ein Sprungbrett nach Las Vegas sein. So ein Engagement über ein paar Monate dort wäre sicher das Nonplusultra. Aber langfristig sehe ich mich als Zauberkünstler schon in Europa.“

Unser letztes Interview mit Fab Fox mit vielen spannenden Geschichten lest ihr hier.

Fab Fox: Live

Fab Fox gastiert ab kommenden Jänner in Wiener Neustadt, Wien, Innsbruck, Bregenz, Salzburg, Linz, Klagenfurt und Graz. Tickets gibt es bei oeticket.

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